Marktbericht
Finanzbranche lässt Europas Börsen schwächeln

Die europäischen Börsen haben am Montag teilweise belastet von negativen Nachrichten aus der Finanzbranche Verluste verzeichnet. Insgesamt herrsche aber vor den im Wochenverlauf anstehenden Zinsentscheidungen der Notenbanken in den USA und Europa Zurückhaltung am Markt, sagte ein Marktteilnehmer.

HB PARIS/LONDON. Der wieder angezogene Ölpreis habe zunächst zusätzlich belastet. In den letzten Handelsminuten bekamen die Indizes durch eine plötzliche Entspannung des Ölpreises noch einmal einen positiven Schub.

Der Eurostoxx 50 schloss dennoch mit einem Minus von 0,82 Prozent auf 3 289,26 Punkte. Der Stoxx 50 gab um 1,00 Prozent auf 2 823,94 Zähler ab. Der CAC-40-Index verlor um 0,78 Prozent auf 4 280,63 Zähler. Auch der Ftse 100 in London konnte seine frühen Gewinne nicht halten und rutschte unter der Last der schwer gewichteten Minenwerte mit minus 0,64 Prozent auf 5 320,20 Punkte.

Als Belastung für die britischen Minenwerte verwiesen Börsianer auf schwächere Metallpreise. Kazakhmys rutschten 9,49 Prozent auf 1 302 Pence ab, Vedanta verloren 8,16 Prozent auf 1 777 Pence und Antofagasta fielen um 8,04 Prozent auf 507 Pence. Rio Tinto gaben 4,79 auf 4 805 Pence ab. Der britisch-australische Bergbaukonzern will 652 Mill. Dollar in Machbarkeitsstudien im US-Bundesstaat Arizona investieren. Das Projekt wird gemeinsam mit dem Konkurrenten BHP Billiton betrieben.

Die Hauptnachrichten zum Wochenauftakt kamen allerdings Händlern zufolge aus der Finanzbranche: Neben der britischen HSBC Holdings hatte auch der belgisch-niederländische Finanzkonzern Fortis Zahlen vorgelegt. In London verloren die Titel der HSBC nach der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen 1,08 Prozent auf 822,25 Pence. Die britische Großbank hatte mit einem Vorsteuergewinn von 10,25 Mrd. Dollar im ersten Halbjahr zwar die Erwartungen der Analysten leicht übertroffen. Auf einen konkreten Ausblick auf das laufende Jahr warteten die Anleger allerdings vergeblich. Aktienmarktstratege Richard Hunter von Hargreaves Stockbrokers urteilte denn auch, die HSBC habe es nicht geschafft, die düstere Stimmung mit ihren Halbjahreszahlen aufzuhellen.

Fortis gab zwar einen Ausblick, konnte es den Börsianern aber auch nicht Recht machen. Marktteilnehmer bemängelten die Prognosen für die zweite Jahreshälfte. Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte warnte der Finanzkonzern vor wachsender Volatilität, unter anderem wegen des Verkaufs von Unternehmensteilen und der Gründung neuer Joint Ventures. Die Titel rutschten um 3,55 Prozent auf 8,97 Euro. Andere europäische Finanzwerte gaben ebenfalls nach.

Der Energiesektor wurde unterdessen von Konsolidierungsfantasien beflügelt. Der britische Energiekonzern Centrica ist an einem Einstieg bei dem Stromproduzenten British Energy interessiert. Dazu werden dem Unternehmen zufolge Gespräche mit einer dritten Partei geführt. Zur Identität des Partners machte Centrica keine Angaben. Laut Medienberichten soll es sich dabei um den französischen Stromkonzern Electricite de France (EdF) handeln, dem ein starkes Interesse an dem Atomkraftwerksbetreiber British Energy nachgesagt wird. British Energy stiegen entsprechend um 2,57 Prozent auf 712,11 Pence. Centrica zeigten sich mit plus 0,08 Prozent auf 296,25 Pence kaum verändert. Electricite de France (EdF) stiegen um 0,54 Prozent auf 54,49 Euro.

In Paris legte außerdem der französische Industriegase-Hersteller Air Liquide Zahlen vor und bestätigte die Jahresprognosen. Der Überschuss für das erste Halbjahr fiel besser als erwartet aus, während das operative Ergebnis leicht unter den Markterwartungen blieb. Die Analysten von Landsbanki Kepler sprachen von einem sehr starken Zahlenwerk, das der Aktie Luft nach oben lasse und beließen die Aktie auf "Buy". Das Papier konnte sich gut behaupten und stieg 0,10 Prozent auf 82,78 Euro.

Für die Papiere der niederländischen Asml ging es nach einem positiv aufgenommenen Ausblick auf das kommende Jahr um 1,04 Prozent auf 14,57 Euro nach oben. Der Chipindustrie-Ausrüsters hofft 2009 auf einen Aufschwung. "Es gibt verschiedene Indizien, die eine Erholung des Marktes innerhalb von neun bis 18 Monaten wahrscheinlich machen", sagten Vorstand Klaus Fuchs und Marketingchef Antonio Mesquida Küsters der "Financial Times Deutschland" (FTD/Montagausgabe).

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