Marktbericht Frankfurt
Autowerte stützen den Dax

Der deutsche Aktienmarkt ist am Dienstag mit einem deutlichen Plus aus dem Handel gegangen. Im Rampenlicht standen dabei zwar die Autoaktien, an die Spitze des Leitindex Dax setzte sich jedoch ein Papier aus einer völlig anderen Branche.

HB FRANKFURT. Gestützt auf Kursgewinne an der Wall Street hat der Dax den Handel am Dienstag im Plus beendet. Der deutsche Leitindex schloss 1,12 Prozent fester bei 7457,90 Punkten und machte damit seine Verluste zu Wochenbeginn mehr als wett.

Mit Spannung erwartete Reden von US-Notenbank-Chef Ben Bernanke und EZB-Präsident Jean-Claude Trichet wurden in den Handelsräumen lediglich als Randnotizen wahrgenommen und blieben daher ohne nachhaltige Auswirkungen. Zahlreichen Nachrichten von der Automobilmesse IAA in Frankfurt lockten jedoch Investoren an.

Bernanke ging bei einer Rede in Berlin nicht auf die künftige Zinspolitik der US-Notenbank (Fed) ein. Die meisten Auguren rechnen damit, dass die Fed in der kommenden Woche den Leitzins senken wird, um die Auswirkungen der Immobilienkrise abzufedern. Trichet sagte vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments, er glaube, die europäischen Banken würden die aktuelle Krise mit einem blauen Auge überstehen. „Alles in allem nichts Neues von Bernanke und Trichet“, resümierte ein Händler in Frankfurt.

Am deutschen Markt standen die Automobilaktien im Rampenlicht. Bevor die IAA am Donnerstag offiziell die Pforten öffnet, standen viele Unternehmen den Journalisten Rede und Antwort. „Das meiste, was von der IAA kommt, ist positiv - es reicht aber nicht aus, um eine Neubewertung der Aktien vorzunehmen“, sagte ein Händler. Unter anderem hatte sich BMW offen für eine Kooperation mit dem Konkurrenten Daimler gezeigt. Daimler wiederum machte seinen Anlegern Hoffnung auf eine höhere Dividende. Porsche veröffentlichte Absatzzahlen. BMW legten um zwei Prozent zu, DaimlerChrysler um ein Prozent, Porsche preschten um 3,3 Prozent vor.

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking unterstrich auf der IAA die wachsende Machtposition des Sportwagenbauers bei VW. Sein Unternehmen besitze genügend Aktienoptionen um seinen derzeitigen Anteil von knapp einem Drittel „deutlich zu erhöhen“. Volkswagen-Aktien hinkten im Branchenvergleich etwas hinterher und schlossen auf Vortagesniveau. „Die guten Nachrichten sind bereits vorweggenommen worden“, sagte ein Händler. In den vergangenen drei Monaten hat der Titel um knapp 40 Prozent zugelegt.

An die Spitze des Dax kletterte die Merck-Aktie. Der Titel legte um 5,9 Prozent auf 97,70 Euro zu. Neuen Studienergebnissen zufolge verlängert das Merck-Krebsmittel Erbitux in Kombination mit weiteren Medikamenten das Leben von Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs. „Das sind wirklich exzellente Neuigkeiten, denn Lungenkrebs war in der Vergangenheit eine schwierige Indikation für neue Therapien“, stellten die Analysten von Unicredit fest.

Im MDax legten Wacker Chemie um 3,77 Prozent auf 155,96 Euro zu. Die Papiere profitierten von einer Empfehlung der Analysten der Citigroup. Die Branchenexperten nahmen die Bewertung mit „Buy“ und einem Kursziel von 190 Euro auf.

Im Kleinwerteindex SDax zogen Papiere des Billigfliegers Air Berlin um knapp sieben Prozent auf 13,12 Euro an. Händler sagten, dass die Deutsche Bank ihren Anteil an Air Berlin aufgestockt habe, sei Grund für neue Übernahmespekulationen. „Vielleicht kauft die Bank für Dritte“, sagte ein Börsianer.

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