Marktbericht Frankfurt
Bernanke löst beim Dax die Handbremse

Fed-Chef Ben Bernanke hat eine Mini-Rally am deutschen Aktienmarkt ausgelöst: Die Aussicht auf eine Zinspause der US-Notenbank hat dem Dax am Mittwoch kräftigen Auftrieb gegeben. Der Leitindex kletterte erstmals seit Freitag wieder über die Marke von 5 500 Punkten. Parallel dazu verteuerte sich der Euro auf 1,2569 Dollar.

HB FRANKFURT. Der Dax ging mit einem Plus von 2,6 Prozent auf 5539 Zähler aus dem Handel und beendete damit seine viertägige Talfahrt. Der MDax der mittelgroßen Werte kletterte um 3,17 Prozent auf 7638,86 Zähler. Der TecDax erholte sich nach den jüngsten Kursverlusten deutlich um 2,35 Prozent auf 596,76 Punkte.

Nach einem bis zum Nachmittag sehr ruhigen Handel hätten die Aussagen des US-Notenbankchefs Ben Bernanke gemeinsam mit deutlich steigenden US-Börsen den Markt aus seiner Lethargie befreit, hieß es von Marktteilnehmern. Ein Händler sprach insbesondere von einer freundlichen Aufnahme der neuen Wortwahl. Diese lasse sich dahingehend interpretieren, dass vielleicht schon im August keine weitere Anhebung des US-Leitzinses mehr folgen werde.

„Bernanke hat Hinweise auf eine Zinspause geliefert“, erklärte Volkswirt Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Ein Börsianer sagte zudem: „Die Äußerungen von Bernanke haben die Anleger in Kauflaune versetzt.“ US-Notenbank-Chef Ben Bernanke hatte bei seiner halbjährlichen Anhörung vor dem US-Kongress von einer Abschwächung des jüngsten Preisauftriebs gesprochen. Damit dämpfte er Befürchtungen der Anleger vor weiteren Zinserhöhungen.

Bereits seit Monaten wird darüber spekuliert, wann die US-Notenbank (Fed) ein Ende ihrer Phase steigender Zinsen einläuten könnte. Die Fed hat den Leitzins in den vergangenen beiden Jahren 17. Mal in Folge auf 5,25 Prozent angehoben und damit die Kreditaufnahme sukzessive verteuert. Angesichts der jüngsten Äußerungen von Bernanke rückte die Gewalt im Nahen Osten, die die Anleger seit Tagen vor größeren Engagements in Aktien abgehalten hatte, in den Hintergrund.

Neben dem Libanon-Konflikt konzentrieren sich die Anleger derzeit auf die Geschäftsergebnisse der US-Unternehmen. Der nachbörsliche Kurseinbruch der Aktien des Internet-Konzerns Yahoo wegen einem enttäuschendes Ausblicks hinterließ in Frankfurt kaum Spuren. „Zum einen sehen Anleger bei Yahoo unternehmensspezifische Probleme, zum anderen gibt es in Frankfurt kein vergleichbares Unternehmen“, erläuterte ein Händler.

Die größten Gewinne unter den 30 Dax-Werten verzeichnete die Aktie von MAN mit einem Plus von fast 4,4 Prozent. Einziger Verlierer in der Liste war Schering (minus 0,5 Prozent).

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