Marktbericht Frankfurt
Dax: Anleger meiden Finanzwerte

Die Investoren haben sich zum Wochenanfang nicht für eine Richtung am deutschen Aktienmarkt entscheiden können. Mehrfach wechselte der Dax am Montag das Vorzeichen. Letztlich blieb an der Kurstafel in Frankfurt ein Minus von 0,4 Prozent auf 6 744 Punkten. Thema des Tages waren Spekulationen um weitere milliardenschwere Finanzspritzen für die schwer angeschlagene IKB.

HB FRANKFURT. Die Stimmung sei sehr nervös, sagten Börsianer. Viele Investoren hielten sich zurück, und die Umsätze seien deswegen sehr niedrig. "Der Dax hat momentan kein Eigenleben, wir folgen den US-Börsen", sagte ein Händler. Dort zeigten sich die Anleger ebenfalls unschlüssig: Zu Handelsschluss in Europa notierten der Dow-Jones-Index und der S&P-500-Index leicht im Minus, während die Technologiewerte an der Nasdaq etwas zulegen konnten.

Zu den Favoriten des Tages zählten die Aktien der Postbank, die sich um ein Prozent auf 59,62 Euro verteuerten. Börsianer erklärten das Kursplus mit erneuten Übernahmespekulationen. Dem "Tagesspiegel" zufolge würde die Politik die Deutsche Bank, die bereits Interesse signalisiert hatte, als Käufer billigen. Durch ein Zusammengehen der beiden Institute würde ein "nationaler Champion" geschaffen. Noch deutlicher als die Postbank -Aktie konnten nur Infineon und die Deutsche Börse zulegen: Infineon lagen 2,1 Prozent vorne, die Aktie des Börsenbetreibers 1,9 Prozent.

Für Gesprächsstoff sorgen Spekulationen um weitere milliardenschwere Finanzspritzen für die angeschlagene IKB. Deren Aktien gingen mit einem Abschlag von fast 22 Prozent auf 4,94 Euro aus dem Handel. Damit haben die Titel der Mittelstandsbank, die durch Fehlspekulationen mit US-Hypotheken in Schieflage geratenen ist, seit Ausbruch der Subprime-Krise im vergangenen Sommer rund 80 Prozent oder insgesamt knapp zwei Milliarden Euro an Wert eingebüßt. Dies entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt der Malediven. "Nach dem Scheitern der Gespräche vom Wochenende ist die Zukunft der IKB ungewisser denn je", sagte ein Händler. "Da scheint aber noch erheblicher Finanzierungsbedarf vorhanden zu sein." Im SDax gab es Wirbel um Balda. Die Aktien gingen 3,6 Prozent tiefer aus dem Handel, nachdem sie zeitweise 14 Prozent eingebrochen waren. Nach dem Verkauf der drei defizitären Tochterfirmen treten immer mehr Probleme zu Tage.

Balda Solutions wirft dem ehemaligen Mutterkonzern vor, ihren 480 Beschäftigten nicht die zugesagten Löhne zu zahlen, und sieht sich dadurch in einer finanziell angespannten Lage. Der Balda -Vorstand wies dies zurück.

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