Marktbericht Frankfurt
Dax beendet Handel erneut mit Gewinnen

Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch nach gemischt aufgenommenen Aussagen des US-Notenbankchefs Ben Bernanke uneinheitlich geschlossen. Der Dax ging 0,85 Prozent höher bei 6 777,44 Punkten aus dem Handel. Für den MDax ging es hingegen um 0,19 Prozent auf 9 032,12 Zähler nach unten. Der TecDax schloss mit einem Minus von 0,01 Prozent auf 801,23 Zähler nahezu unverändert.

HB FRANKFURT. Der US-Notenbankchef geht nicht davon aus, dass in Zukunft noch mehr Invesmentbanken ähnlich stark unter der Kreditkrise leiden werden wie das zuletzt in starke Schieflage geratene Finanzinstitut Bear Stearns . Dies sagte Bernanke gegen Ende seiner Rede vor dem gemeinsamen Wirtschaftsausschuss des US-Kongresses. Börsianern zufolge sorgten die Aussagen für Auftrieb an der Wall Street und damit auch am deutschen Markt. Der Notenbank-Chef hatte jedoch zu Beginn seiner Ausführungen betont, dass die US-Wirtschaft in eine Rezession geraten könnte, woraufhin die Notierungen zunächst unter Druck geraten waren.



Vor allem Finanztitel waren gefragt. Commerzbank-Aktien verteuerten sich an der Indexspitze um 6,11 Prozent auf 22,59 Euro und für Papiere der Hypo Real Estate (HRE) ging es um 5,15 Prozent auf 18,79 Euro nach oben. Im MDax wurden Titel der Aareal Bank zusätzlich von einer Hochstufung durch die WestLB angetrieben und gewannen 7,27 Prozent auf 23,60 Euro. Damit waren sie der Favorit der Anleger in dem Index der mittelgroßen Werte. Händler sprachen von Anschlusskäufen im Bankensektor, nachdem im Markt nun vielfach die Ansicht geäußert werde, das Schlimmste könnte vorüber sein. Stützend wirkten auch die prozentual teilweise zweistelligen Kursgewinne von US- und japanischen Finanztiteln. „Es scheint einen Stimmungsumschwung zu geben. Man glaubt wohl, dass die Bereinigung erst einmal vorbei ist“, sagte ein Händler.

Aktien von Infineon Technologies gewannen 4,11 Prozent auf 5,07 Euro. Händler verwiesen auf Medienberichte, denen zufolge Nanya Technology am Kauf des Qimonda-Anteils von 35 Prozent am Gemeinschaftsunternehmen Inotera Memories interessiert ist. Ein Händler kommentierte: "Frisches Geld für die unter Druck stehende Beteiligung Qimonda - das ist gut." Ohnehin habe sich die Nachrichtenlage um Infineon in den vergangenen Tagen verbessert und die Aktien erholten sich deutlich. Ende März wurden im Tief 4,08 Euro erreicht.

Dagegen verzeichneten Autowerte nach US-Absatzzahlen Verluste. Händler verwiesen darauf, dass mit Ausnahme von Volkswagen (VW) die Auto-Verkäufe in den USA im März zurückgegangen seien. VW-Aktien verloren dennoch 1,42 Prozent auf 178,48 Euro. Daimler wurden zudem von einer negativen Studie von Morgan Stanley belastet, in der das Votum von "Overweight" gleich auf "Underweight" gesenkt wurde. Das Kursziel senkten die Analysten um 15 Prozent auf 63 Euro. Daimler-Papiere verloren 1,81 Prozent auf 54,34 Euro und übernahmen damit die rote Laterne in dem Leitindex. Außerhalb der großen Indizes gaben Porsche-Titel um 5,15 Prozent auf 111,75 Euro nach - beim Sportwagen-Bauer brach der US-Absatz um fast ein Viertel ein.

Aktien von Bayer büßten 0,96 Prozent auf 51,59 Euro ein. Ein Börsianer sprach von einem Gerücht über eine mögliche Revision der Unternehmensziele als Stimmungsdämpfer. Marktteilnehmer äußerten sich jedoch skeptisch. "Ich vermute dahinter eher eine Studie, die auf Prognosekürzungen spekuliert und dann als Gerücht kursiert", sagte ein Händler. Ein Sprecher des Pharma- und Chemiekonzerns sagte zu dpa-AFX: "Das Gerücht entbehrt jeglicher Grundlage."

In der zweiten Reihe fielen Praktiker-Titel nach Vorlage von Zahlen um 11,24 Prozent auf 15,80 Euro. Der Ausblick auf die operative Entwicklung lag Händlern zufolge ganz leicht unter den aktuellen Prognosen, was enttäuscht habe. Der Nettogewinn 2007 habe wegen einer Kartellstrafe auch knapp unter den Erwartungen gelegen. Die Kursabschläge erschienen aber übertrieben, sagten Börsianer übereinstimmend. Ein Händler ergänzte: "Gewinnmitnahmen nach der jüngsten Kurserholung spielen kurzfristig sicherlich auch eine Rolle."

Aktien von Lanxess legten dagegen um 1,59 Prozent auf 26,88 Euro zu. Der Chemiekonzern hat beim brasilianischen Synthese-Kautschuk-Produzenten Petroflex wie angekündigt die Mehrheit übernommen und will den übrigen Aktionären in Kürze das bereits angekündigte Gebot zur Komplettübernahme unterbreiten. Analyst Andreas Heine von Unicredit sah den unerwartet frühen Abschluss als positive Neuigkeit und erwartet hieraus leicht steigende Gewinnerwartungen für Lanxess. Der Experte bestätigte seine Einschätzung mit "Buy" bei einem Kursziel von 32 Euro.

Bei den Technologiewerten schlossen die Papiere von Phoenix Solar nach einer erfolgreich abgeschlossenen Kapitalerhöhung 7,85 Prozent höher bei 37,76 Euro, blieben damit aber unter ihrem Tageshoch bei 38,88 Euro. Ein Börsianer verwies auf den letztlich doch leicht enttäuschenden Emissionserlös aus der Ausgabe neuer Aktien im Rahmen der Kapitalerhöhung vom Vormittag. "Nachdem die Bücher mehrfach überzeichnet waren, ist der Emissionspreis von 34,25 Euro eine leichte Enttäuschung", sagte der Börsianer. Die von 33,75 bis 34,75 Euro reichende Spanne sei damit trotz hoher Nachfrage nicht ausgereizt worden. Für leichten Verkaufsdruck sorgten zudem erste Verkäufe nach der Zuteilung der Stücke.

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