Marktbericht Frankfurt
Dax bricht im späten Handel total ein

Ein erneuter Anstieg der Rohölpreise hat die Anleger am Dienstag verunsichert. Daneben sorgten vor allem Gewinnmitnahmen dafür, dass der deutsche Leitindex am Dienstag zwischenzeitlich unter die Marke von 5 900 Punkten gedrückt wurde. Zum Handelsschluss rettete er die psychologisch wichtige Marke knapp ins Ziel.

HB FRANKFURT. Der Dax sackte deutlich unter die am Montag zum Handelsende zurückeroberte Marke von 6 000 Punkten und schloss mit einem kräftigen Abschlag von 1,58 Prozent auf 5 908,47 Punkten. Sein Tagestief hatte er bei 5 895 Punkten markiert. Der MDax verlor 0,62 Prozent auf 8 615,62 Punkte nach und der TecDax sank um 1,00 Prozent auf 720,46 Zähler.

Insbesondere die Favoriten der Anleger im bisherigen Jahresverlauf gerieten unter Druck, allen voran die Finanzwerte sowie SAP und VW. Gegen den Trend legten Adidas-Aktien zu. Der Sportartikelhersteller erhofft sich von der Übernahme des US-Konkurrenten Reebok höhere Kosteneinsparungen als bisher gedacht.

Zahlreiche belastende Faktoren hätten sich summiert, kommentierten Händler. So habe der hohe Ölpreis die negative Stimmung geprägt. Im späten Handelsverlauf habe sich die Abwärtsbewegung durch die Verschlechterung der Markttechnik sowie Berichte über eine angeblich gelungene Urananreicherung im Iran dann nochmals beschleunigt, so die Händler weiter. Ihren Anteil hätten auch Konjunkturdaten gehabt: Der ZEW-Index wies auf eine Eintrübung der Konjunkturerwartungen für Deutschland im April hin.

Mit Blick auf die Charttechnik sind nach Angaben eines Analysten einige wichtige technische Marken unterschritten worden. Wichtig sei nun, dass die solide Unterstützungszone von 5 900 Punkten im Dax halte. Andernfalls drohe ein weiterer Absturz bis auf den mittelfristigen Aufwärtstrend bei 5 865 Punkten. Nach oben stelle nun das Level um 5 925 Punkten den nächsten wichtigen Widerstand dar.

Der Preis für US-Leichtöl notierte zeitweise wieder über 69 Dollar je Fass (159 Liter) und damit nur rund zwei Dollar unter dem Allzeithoch, das er Ende August vorigen Jahres aufgestellt hatte, als der Hurrikan „Katrina“ im Golf von Mexiko wütete und die Ölversorgung der USA unterbrach.

Mit Blick auf die großen Unternehmen rückte mit der Veröffentlichung der Verkehrszahlen für März vor allem das Papier der Lufthansa in den Blick. Lufthansa-Papiere fielen als einer der schwächsten Dax-Werte um 3,24 Prozent auf 14,33 Euro. Die Fluggesellschaft hatte im vergangenen Monat zwar deutlich mehr Passagiere befördert als im Vorjahr, die Sitzauslastung war jedoch rückläufig. Außerdem belastete der gestiegene Ölpreis.

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