Marktbericht Frankfurt
Dax: Der Ausverkauf geht weiter

Die Angst vor weltweit steigenden Zinsen und einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums hat am Dienstag die deutschen Aktienmärkte stark belastet. Der Dax fiel um fast zwei Prozent auf 5 292 Punkte und schloss damit erstmals in diesem Jahr unter 5 300 Punkten. Auch der MDax und der TecDax verloren jeweils deutlich mehr als drei Prozent auf Jahrestiefstände.

HB FRANKFURT. Nur wenige Werte stemmten sich gegen den Abschwung: Die Aktien von Schering stiegen wegen des Gezerres zwischen Bayer und Merck um eine Übernahme des Berliner Pharmakonzerns. Die im Kleinwerteindex notierten Aktien von Zapf profitierten von einem Übernahmeangebot aus Japan für den Puppenhersteller.

"Der Markt hat Angst vor weiter steigenden Zinsen. Dazu kommt die Angst, dass dies die Konjunktur abschwächen könnte", sagte Marktstratege Markus Reinwand von Helaba Trust. Mit einer Korrektur habe der Markt nach den deutlichen Kursgewinnen der vergangenen Monate zwar gerechnet. "Beeindruckend ist aber das Tempo und das Ausmaß. Wir denken schon, dass das eine Trendwende ist." Kai Stefani von der Fondsgesellschaft Dit erklärte den anhaltenden Kursrutsch als Reaktion auf den langen Höhenflug. "Fundamental spricht alles für Aktien. Aber so eine Korrektur trübt die Stimmung schon."

Die am Nachmittag veröffentlichten US-Erzeugerpreisdaten und die Umsatzstatistik vom US-Einzelhandel gaben dem Markt keine klare Richtung vor. Der Dax zog kurzzeitig über 5 300 Punkte an, bröckelte dann aber mit der Wall Street wieder rasch ab. "Die Zahlen haben weder Entwarnung gegeben, noch kann man von Erleichterung sprechen", sagte ein Händler.

Schering-Aktien zogen um ein Prozent auf 87,20 Euro an. "Merck braucht noch mehr als acht Millionen Aktien oder vier Prozent, um die Sperrminorität von 25 Prozent zu erreichen und damit die Bayer-Übernahme zu verhindern", begründete ein Händler die Kursgewinne. Angesichts des drohenden Scheiterns seiner Übernahmeofferte ist Bayer nun bereit, für Schering mehr als die ursprünglich gebotenen 86 Euro je Aktie zu zahlen. Am Mittwoch um Mitternacht endet das Übernahmeangebot von Bayer.

Die Aktien des Leverkusener Konzerns setzten mit einem Abschlag von 5,3 Prozent bei sehr hohem Umsatz ihre Talfahrt vom Vortag fort. Die Merck-Titel, die im MDax notiert sind, verloren fünf Prozent.

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Zu den größten Dax-Verlierern zählten auch die Aktien der Deutschen Börse, die um 5,3 Prozent fielen. Der Frankfurter Börsenbetreiber erwägt nach Aussagen einer mit den Gesprächen vertrauten Person keine Aufstockung des Übernahmeangebots für die Euronext. Händler begründeten die Verkäufe vor allem mit Gewinnmitnahmen, da die Börse-Aktien die Favoriten des laufenden und des vorigen Jahres waren.

Besonders unter Druck gerieten die Finanzwerte. Deutsche Bank verloren 2,8 Prozent, Commerzbank fünf Prozent und die Aktien des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate knapp 3,3 Prozent. "Die Anleger fürchten, dass die Banken den Zenit ihrer Gewinnentwicklung in diesem Jahr überschritten haben", sagte ein Händler. "Ich denke, das zweite Quartal wird schlecht ausfallen, denn auf der Handelsseite werden viele bei dieser Kursentwicklung Federn gelassen haben." Hypo Real Estate litten unter der Erwartung steigender Zinsen, was das Hypothekengeschäft dämpfen könnte.

Ansonsten zählten die Börsenlieblinge der vergangenen Monaten zu den größten Verlierern: ThysssenKrupp und Continental verloren je 3,5 Prozent, Adidas gaben 3,2 Prozent nach, BMW verloren fast drei Prozent.

Auch im TecDax, der 3,8 Prozent auf 593 Punkte verlor, ging der Ausverkauf weiter und traf die Favoriten dieses Jahres, die Solarwerte, besonders: Conergy, Solarworld und Solon gaben bis zu elf Prozent nach. Im MDax, der 3,5 Prozent auf 7285 Punkte verlor, machten die Anleger ebenfalls weiter Kasse. "Keiner hält dagegen, deshalb geht es auf breiter Front nach unten", sagte ein Händler. Auch der SDax konnte sich nicht gegen den Trend stemmen und verlor fast drei Prozent. Nur vier Werte hielten dagegen, darunter Zapf, die nach dem Angebot aus Japan gut acht Prozent zulegten.

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