Marktbericht Frankfurt
Dax erobert 7 400-Punkte-Marke zurück

Mit einem satten Plus geht der Dax in den bei Börsianern traditionell gefürchteten Monat Mai. Rund sieben Prozent hat Deutschlands wichtigster Börsenindex binnen eines Monats zugelegt.

HB FRANKFURT. Zum Vorjahresschluss beläuft sich der Kursgewinn damit auf rund zwölf Prozent. Am Montag zeigte sich der Leitindex nochmals von seiner besten Seite und legte 0,4 Prozent auf 7 408 Punkte zu. Damit schloss der Dax so hoch wie seit September 2000 nicht mehr. Das Handelsvolumen war aber gering, da viele Anleger wegen des Maifeiertages am Dienstag ein verlängertes Wochenende einlegten.

„Die Konjunktur brummt und die bislang veröffentlichten Unternehmenszahlen haben mehrheitlich positiv überrascht“, begründete ein Händler die gute Stimmung der Anleger kurz vor dem Höhepunkt der laufenden Berichtssaison. Ernüchternde US-Konjunkturdaten wurden sogar eher positiv aufgenommen, da sie Zinssenkungsphantasie für die größte Volkswirtschaft der Welt schürten.

Allerdings haben viele Börsianer den Mai in schlechter Erinnerung: So setzte im vorigen Jahr im Mai eine Verkaufswelle ein, die den Dax stark belastete. „Sell in May and go away“ - etwa „verkauf' im Mai und mach' dich dann davon“ - ist eine Börsenweisheit, die manche Anleger befolgen, was häufig die Kurse in dieser Zeit belastet.

Im Fokus stand am Montag die Deutsche Börse, deren Aktien zeitweise aufgrund von Fusionsspekulationen um bis zu zwei Prozent auf 173,59 Euro anzogen, ehe sie bei einem Kurs von 172,55 Euro bis auf weiteres vom Handel ausgesetzt wurden. Die Deutsche Börse teilte anschließend mit, der Aufsichtsrat berate über den Kauf der US-Derivatebörse International Securities Exchange (ISE) für rund 2,8 Milliarden Dollar in Bar. Das entspricht 67,50 Dollar je ISE-Aktie, die entsprechend in New York 43 Prozent auf 65,15 Dollar zulegte. „Das ist wohl ziemlich teuer, aber passt in das Konzept der Deutschen Börse“, erklärte ein Börsianer. Der Aufsichtsrat sollte am Montag zudem über die Nachfolge von Finanzchef Mathias Hlubek entscheiden. Bis Xetra-Handelsschluss lag noch keine Ergebnis der Sitzung vor.

Größter Dax-Gewinner waren die Aktien von Eon mit einem Plus von 2,8 Prozent auf 110,32 Euro. Händlern begründeten den Run auf die Aktien mit einer Kaufempfehlung von Merrill Lynch. Im Windschatten des Konkurrenten zogen auch die RWE-Aktien um ein Prozent auf 77,61 Euro an.

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Die Titel von Continental verteuerten sich um 1,5 Prozent auf 102,48 Euro. Finanzchef Alan Hippe hatte am Wochenende in einem Zeitungsinterview gesagt, der Autozulieferer sei gut in das Jahr gestartet.

Mit einem Plus von in der Spitze 6,8 Prozent auf 40,22 Euro stachen die im Nebenwerte-Index MDax gelisteten Aktien von Lanxess heraus. Der Chemiekonzern hatte in einer seiner Chromerz-Minen zusätzliche 80 Millionen Tonnen dieses Rohstoffs entdeckt. Damit sei die Versorgung mit diesem Rohstoff, der für die Herstellung von Chemikalien zur Leder-Verarbeitung benötigt wird, bis auf weiteres gesichert, hieß es.

Unter Verkaufsdruck standen dagegen Immobilienwerte wie Gagfah und Patrizia, die 2,7 Prozent beziehungsweise 1,1 Prozent verloren. Händler begründeten die Verluste mit einer Herunterstufung des europäischen Immobiliensektors durch die Analysten der US-Investmentbank JP Morgan.

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