Marktbericht Frankfurt
Dax erobert 8000er-Marke zurück

An der deutschen Börse hat der Leitindex am Donnerstag mit einem Kursplus von knapp zwei Prozent erneut über der Marke von 8 000 Punkten geschlossen. Aktienhändler rechnen jedoch in den kommenden Tagen nicht mit einem nachhaltigen Anstieg der Kurse, da sich viele Anleger vor dem Start der Berichtssaison mit Investitionen zurückhielten.

HB FRANKFURT. Der Dax schloss mit 1,96 Prozent auf 8 053,43 Zählern. Für den MDax mittelgroßer Werte ging es um 1,76 Prozent auf 11 359,18 Punkte nach oben. Der TecDax rückte um 0,74 Prozent auf 962,82 Zähler vor.

Bereits im Laufe der Woche hatte der Dax die Hürde von 8 000 Punkten geknackt, war jedoch zwischenzeitlich wieder unter diesen Stand gerutscht. Analyst Jochen Intelmann von der Hamburger Sparkasse verweist auf die freundliche Entwicklung an der Wall Street und sagte: "Die Ängste um eine Immobilienkrise in den USA haben sich als übertrieben erwiesen". Die latent vorhandene Nervosität unter den Anleger werde sich wohl erst dann etwas legen, wenn das Gros der Unternehmen seine Quartalsdaten veröffentlicht sei.

Von Gerüchten angetrieben gewannen Aktien von RWE 3,55 Prozent auf 81,15 Euro. Ein Händler verwies auf erneut aufgewärmte Spekulationen, wonach Electricite de France (EdF) ein Gebot für den deutschen Ernergieversorger vorbereite. Auch bei Infineon sorgten Gerüchte für Auftrieb und ließen die Titel um 3,63 Prozent auf 13,41euro steigen. Der südkoreanische Speicherchiphersteller Hynix Semiconductor wolle die Infineontochter Qimonda für 7,6 Mrd. Dollar kaufen, hieß es am Markt. "Infineon hat immer betont, langfristig komplett aus der Speicherchiptochter Qimonda auszusteigen - warum nicht ein Verkauf an Hynix?", sagte ein Händler.

SAP gewannen zuletzt 2,32 Prozent 37,46 Euro. Händler verwiesen auf Gerüchte am Markt, der Softwarekonzern könnte seine Ziele nach oben schrauben. Ein Börsianer wies jedoch darauf hin, dass SAP seine Prognosen üblicherweise nach dem dritten Quartal erhöht habe, "nicht nach dem zweiten". Der Walldorfer Softwarekonzern wollte die Meldungen über eine bevorstehende Zielerhöhung nicht kommentieren.

Aktien von BMW rückten nach einem positiven Analystenkommentar um 2,27 Prozent auf 48,66 Euro vor. Händler verwiesen auf die wieder begonnene Beobachtung der Titel durch Merill Lynch mit der Einstufung "Buy". Die Aktie habe sich seit 2003 unterdurchschnittlich schlecht entwickelt und sei nun viel zu billig. Angesichts des noch vorhandenen Aufwärtspotenzials biete sich der Titel zum Kauf an, so Analyst Harald Hendrikse. Nach den beiden vorausgegangenen schwachen Quartalen könnten die neuen Produkte des Autoherstellers nun zu einem Umsatzwachstum im zweiten Halbjahr 2007 führen.

Merck-Titel verloren hingegen nach negativen Nachrichten zu Erbitux 1,60 Prozent auf 99,29 Euro und sanken damit an das Dax-Ende. Das Krebsmedikament verfehlte in der dritten Studienphase das primäre Endziel für die Indikation "Lungenkrebs". Da Merck Erbitux in Deutschland vertreibe, drücke die Nachricht auf den Aktienkurs des Darmstädter Pharma- und Spezialchemieunternehmens, sagten Händler.

Aktien der SGL Group profitierten von einer positiven Studie und gewannen an der MDax-Spitze 7,96 Prozent auf 37,18 Euro. Dresdner Kleinwort hatte das Kursziel für die Anteile des Kohlenstoffspezialisten von 32,90 auf 42,00 Euro angehoben und die Titel mit "Buy" bestätigt. Eine robuste weltweite Wirtschaft sollte mittelfristig die Nachfrage nach Produkten für die Stahlindustrie unterstützen, schrieb Analystin Yasmin Majewski. Händler verwiesen auf ein günstiges charttechnisches Bild bei SGL. Der Kohlenstoffspezialist plant zudem die Gründung eines Joint-Ventures mit dem Paderborner Unternehmen Benteler Automobiltechnik.

Die Aktien von Envitec haben ihren ersten Handelstag an der Frankfurter Börse mit einem Plus hinter sich gebracht. Der Schlussstand von 50,50 Euro entsprach dem ersten Kurs und lag deutlich über dem Ausgabepreis von 47,00 Euro. Insgesamt fließt dem Biogasunternehmen ein Bruttoemissionserlös (vor Abzug der IPO-Kosten) in Höhe von rund 141 Mill. Euro zu.

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