Marktbericht Frankfurt
Dax fällt unter 6 300 Punkte

Der Dax hat am Montag seine Ende vergangener Woche begonnene Talfahrt fortgesetzt und ist unter die Marke von 6 300 Punkten gefallen. Auf dem deutschen Leitindex lasteten in erster Linie Kursverluste der Auto-Aktien, die unter dem Höhenflug des Euro zu leiden hatten. Papiere von Daimler-Chrysler , Continental und BMW standen kräftig unter Druck.

HB FRANKFURT. Das deutsche Börsenbarometer gab um 1,77 Prozent auf 6 298,17 Punkte nach. "Die Stimmung ist nach wie vor nicht schlecht. Der Dax hat zwar jetzt mal eine kurze Pause auf hohem Niveau eingelegt, aber die Jahresendrally dürfte weitergehen", sagte ein Händler. Von der Wall Street kam keine Unterstützung. In New York fielen Dow Jones und Nasdaq Composite kräftig.

Einig waren sich die Börsianer bei der Suche nach der Ursache für die Kursrückgänge. Der deutliche Anstieg des Euro bremse die Kauflaune der Investoren erheblich, hieß es unisono in den Handelsräumen. Die Gemeinschaftswährung war am Freitag zum ersten Mal seit April 2005 über die Marke von 1,30 Dollar geklettert und baute ihre Kursgewinne über das Wochenende noch aus. Am Montagabend kostete ein Euro 1,3120 Dollar. Ein starker Euro belastet exportabhängige Unternehmen, wie etwa die Autohersteller, da er deren Produkte in Übersee teurer macht. Am Montag zählten entsprechend die Papiere von Daimler-Chrysler und BMW mit Abschlägen von jeweils bis zu drei Prozent zu den größten Dax-Verlierern. "Da belastet auch die Unsicherheit darüber, ob der Euro weiter so deutlich steigt", sagte ein Händler.

RWE zwischenzeitlich auf Rekordhoch

Die Gewinnerliste im Dax führten wie schon am Freitag über weite Strecken Aktien von RWE an. Sie legten bei hohen Umsätzen in der Spitze auf ein Rekordhoch bei 90,81 Euro zu, fielen später jedoch in die Verlustzone zurück und schlossen knapp 0,6 Prozent im Minus bei 86,05 Euro. Bereits am Freitag hatten die Aktien des Energieversorgers zeitweise knapp sechs Prozent an Wert gewonnen. Händler erklärten das kräftige Plus erneut mit Übernahmespekulationen, die allerdings sehr vage seien. Sowohl Morgan Stanley als auch Merrill Lynch hoben am Montag ihre Kursziele für die RWE-Aktien an. "Alle kaufen RWE im Moment. Warum sollte man da nicht mitmachen", sagte ein Händler.

Anleger honorieren Bayer-Zahlen

Gegen den Abwärtstrend im Dax stemmten sich Aktien von Bayer, die um rund zwei Prozent auf 39,80 Euro stiegen. Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern hat mit seinem um Sondereinflüsse bereinigten operativen Gewinn (Ebit) im dritten Quartal die Prognosen der Analysten übertroffen. Die Sparte Healthcare sei der Ergebnistreiber, kommentierte Analystin Silke Stegemann von der Landesbank Rheinland-Pfalz. Sie reagierte prompt und stufte die Aktien des Leverkusener Unternehmens hoch auf "Outperformer" von "Marketperformer".

Papiere des Elektronikkonzerns Siemens büßten dagegen 2,9 Prozent ein und wechselten für 72,44 Euro den Besitzer. "Die Korruptionsaffäre zieht immer weitere Kreise", sagte in Händler. "Manch einer verlässt jetzt erst einmal das Leck geschlagene Schiff, weil man ja nicht weiß, wieviel Wasser noch eindringt."

An die Spitze der Verliererliste rutschten die Aktien der Deutschen Börse mit einem Abschlag von 3,94 Prozent auf 129,97 Euro. Händler sprachen nach dem kräftigen Kursplus in der vergangegen Woche von Gewinnmitnahmen.

Gewinnmiitnahmen belasten Nebenwerte

Im Nebenwerteindex MDax gerieten die Aktien von Vossloh unter Druck. Titel des Verkehrstechnikkonzerns verloren 4,16 Prozent auf 48,44 Euro. Ein Händler erklärte die Abgaben mit charttechnischen Faktoren. Für die Verluste bei einer ganzen Reihe anderer Nebenwerte machten Händler dazu Gewinnmitnahmen verantwortlich. "Viele einzelne Titel sind in der jüngsten Vergangenheit einfach optimal gelaufen. Seit zwei Tagen ist jetzt auf breiter Front Gewinnemachen angesagt, was sich bei absehbar fallenden Märkten ja auch anbietet", erklärte ein Händler einer Frankfurter Großbank.

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