Marktbericht Frankfurt
Dax fehlt die Orientierung

Ohne Impulse aus den USA konnten sich die deutschen Aktienmärkte am Donnerstag nicht für eine einheitliche Richtung entscheiden. Der unerwartet schlecht ausgefallene Ifo-Geschäftsklimaindex drückte die Stimmung. Dennoch konnten sich die deutschen Indizes zum Handelsschluss noch knapp behaupten.

HB FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex (Dax) verlor minimale 0,16 Prozent auf 5187,98 Punkte. Im Handelsverlauf hatte er mit 5204 Punkten zeitweise den höchsten Stand seit April 2002 erreicht. Der Umsatz war dabei niedriger als an Christi Himmelfahrt, einer der traditionell umsatzarmen Feiertage in Deutschland, an denen die Börse geöffnet ist. Der MDax mittelgroßer Werte notierte unverändert auf 7086,42 Zählern. Der TecDax sank um 0,38 Prozent auf 585,64 Punkte.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hatte sich im November eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank von 98,8 Punkten im Vormonat auf 97,8 Punkte, wie das Ifo Institut für Wirtschaftsforschung mitteilte. Volkswirte hatten im Durchschnitt nur mit einem leichten Rückgang auf 98,4 Punkte gerechnet. Trotzdem wird die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr nach Einschätzung der Commerzbank weiter robust wachsen. „Das sieht alles nicht so schlecht aus“, sagte Volkswirt Matthias Rubisch. Allerdings sei vom privaten Konsum auch 2006 „nicht viel zu erwarten“.

Ein Händler sagte: „Der Ifo-Index war sicher nicht geeignet, große Hoffnungen zu wecken, aber auch keine negative Überraschung.“ Wegen des „Thanksgiving“-Feiertages in den USA seien die Umsätze dünn. Bereits kleinere Käufe oder Verkäufe lösten große Kursbewegungen aus. „Es gibt keine Nachrichten hinter den Kursbewegungen. Vieles ist zufallsbedingt. Eigentlich hätten wir auch Thanksgiving feiern können“, sagte ein weiterer Händler. „Ohne die US-Börsen können wir hier nicht viel bewirken“, hieß es auf dem Parkett weiter.

Im Dax zählten vor allem Autowerte zu den Verlierern. „Eine Erholung der US-Zulassungszahlen ist nicht in Sicht. Das drückt auf die Stimmung“, sagte ein Händler. Analysten gehen davon aus, dass die US-Neuzulassungen im November zurückgehen werden. Zudem nahmen Händlern zufolge einige Anleger ihre Gewinne mit. Die Autowerte haben sich mit teils mehr als 50 Prozent im bisherigen Jahresverlauf deutlich besser als der Dax entwickelt. Die Aktien von Daimler-Chrysler verloren fast ein Prozent.

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