Marktbericht Frankfurt
Dax geht knapp unter 6 400 Punkten aus dem Handel

Getrieben von Kursgewinnen bei der Deutschen Telekom nach dem Wechsel an der Konzernspitze hat der Dax am Montag sein höchstes Niveau seit Februar 2001 erreicht. Der Leitindex kletterte um 0,6 Prozent auf 6393,73 Zähler und verfehlte damit die im Handelsverlauf kurz übersprungene Marke von 6400 Punkten zum Schluss nur knapp.

HB FRANKFURT/MAIN. „Die Anleger sind weiterhin ungenügend investiert und müssen daher noch nachkaufen“, sagte ein Händler. Das verhindere eine Korrektur, die seit Wochen von vielen Händlern erwartet wird. Der Anstieg der Kurse an der Wall Street angesichts eines Rückgangs der Ölpreise auf unter 59 Dollar je Fass (159 Liter) sorgte für zusätzlichen Auftrieb.

Bei hohem Umsatz führten die Aktien der Telekom mit einem Plus von 2,6 Prozent auf 13,48 Euro die Gewinnerliste im Dax an. „Wir denken, dass der Management-Wechsel für die Aktie eine gute Nachricht ist“, stellten die Analysten von Morgan Stanley fest, die das Kursziel für die T-Aktie auf 13,50 Euro anhoben. Der Telekom-Aufsichtsrat hatte den bisherigen Mobilfunk-Chef Rene Obermann mit sofortiger Wirkung zum neuen Vorstandschef berufen. „Neue Besen kehren gut“, kommentierte ein Händler. Viele Börsianer zeigten sich aber auch skeptisch. „Die Potenziale, die man mit dem Wechsel verbindet, sind doch sehr eingeschränkt“, sagte ein Händler.

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten zudem die Aktien von Eon mit einem Plus von zwei Prozent. Händler verwiesen auf wachsende Spekulationen auf ein baldiges Zustandekommen der geplanten Fusion mit dem spanischen Konkurrenten Endesa. Der Kurs der in der vergangenen Woche wegen einer Gewinnwarnung abgestraften Adidas-Aktien erholte sich wieder und stieg um 1,5 Prozent.

Schlusslicht im Dax waren die Aktien der Post mit einem Tagesverlust von einem Prozent. „Das sind noch die Nachwehen von der Enttäuschung über die vorige Woche vorgelegten Zahlen“, sagte ein Händler. Zu den größten Verlierern bei den Standardwerten zählten die Aktien des Touristikkonzerns TUI mit einem Minus 0,4 Prozent. Börsianer verwiesen auf eine Senkung des Kursziels durch die Deutsche Bank.

Begehrt waren bei den Anlegern zudem Solarwerte, unter deren Führung der TecDax 1,9 Prozent auf 711 Zähler zulegte. Der Einstieg in die Produktion von Solarmodulen trieb die Aktien von Conergy um 11,6 Prozent nach oben. Zudem seien diejenigen, die auf schwächere Conergy-Zahlen gesetzt hätten, auf dem falschen Fuß erwischt worden, sagten Händler. Auch Solarworld, Q-Cells und Ersol waren gefragt und legten je bis zu fünf Prozent zu. Alle drei Konzerne werden in dieser Woche noch ihren Zwischenberichte vorlegen.

Im Nebenwerteindex M-Dax gehörten mit einem Plus von 3,6 Prozent die Aktien von Rhön Klinikum zu den größten Gewinnern. Börsianer verwiesen auf eine Kaufempfehlung der Schweizer Großbank UBS. Die Aktien von Bilfinger Berger legten nach der Vorlage des Quartalsberichts 1,7 Prozent zu. Die Aktien des Konkurrenten Hochtief legten 2,3 Prozent zu. Der Baukonzern strafft sein internationales Beteiligungsportfolio und trennt sich von seiner Beteiligung am kanadischen Baukonzern Aecon. Im SDax kletterten die Aktien des Immobilienkonzerns Vivacon um 4,4 Prozent Euro. Nach einer Verzehnfachung des Quartalsgewinns erwägt das Vivacon-Management erstmals die Ausschüttung einer Dividende. Die Aktien des Flugzeugmotoren-Herstellers Thielert zogen nach der Vorlage des Zwischenberichts um 5,7 Prozent an.

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