Marktbericht Frankfurt
Dax geht mit Minus ins Wochenende

Unsicherheit über die Folgen der US-Kreditkrise hat die Kurse am deutschen Aktienmarkt am Freitag belastet. Der Dax fiel um 0,4 Prozent auf 7 884 Punkte. Er zeigte sich damit allerdings weniger schwach als der Dow-Jones-Index, der am 20. Jahrestag des Börsenkrachs von 1987 zeitweise ungewöhnlich stark unter Druck geriet.

HB FRANKFURT. „Es bleibt aber abzuwarten, ob wir nach dem Verfall nicht in einem Rutsch der Wall Street nach unten folgen“, warnte ein Börsianer. Der Verfall von Index- und Aktienoptionen sorgt an den Börsen häufig für Bewegungen, die keine fundamentalen Gründe haben.

„Nach den enttäuschenden Zahlen der Bank of America am Donnerstag hat die Angst zugenommen, dass die US-Kreditkrise in den Bilanzen der Finanzunternehmen doch größere Spuren hinterlassen haben könnte als bisher gedacht“, erklärte ein Händler die schlechte Stimmung der Anleger. Auch die viertgrößte US-Bank Wachovia verfehlte die Gewinnerwartungen und führte dies auf eine milliardenschwere Abschreibung im Investmentbanking zurück.

Händler konnten allerdings viele Kursbewegungen nicht erklären, darunter auch den Kurssturz bei Pro Sieben Sat 1. „Da will offenbar jemand unbedingt raus, egal was es kostet“, erklärte ein Händler. Der Umsatz sei ungewöhnlich hoch. Die Aktien des Fernsehsenders, die im MDax gelistet sind, schlossen 8,7 Prozent niedriger. Schon am Vortag hatte die Aktie 4,6 Prozent an Wert verloren. „Mit dem Verfall kann das aber nicht zusammenhängen“, sagte ein weiterer Händler. Am Mittag waren die Optionen auf die Indizes fällig geworden, am Abend folgten Optionen auf einzelne Aktien.

Größte Dax-Verlierer waren am Freitag Infineon und Lufthansa mit Abschlägen von 3,1 Prozent beziehungsweise 2,7 Prozent. Zu den größten Verlierern zählten zudem die Aktien der Allianz - des Mutterkonzerns der Dresdner Bank - mit einem Abschlag von zwei Prozent auf 156,14 Euro und Deutsche Bank mit einem Minus von 1,5 Prozent auf 88,82 Euro. Commerzbank und Postbank verloren nach kritischen Analystenkommentaren zudem je mehr als zwei Prozent.

Einer der wenigen Gewinner im Dax waren die Aktien von MAN mit einem Plus von 0,9 Prozent auf 123,01 Euro. Händler begründeten dies mit hartnäckigen Spekulationen auf eine baldige Übernahme durch den schwedischen Konkurrenten Scania. Zudem stütze eine deutlichen Kurszielanhebung durch die Analysten von Goldman Sachs.

VW, die als Großaktionär ebenfalls mitzureden hätten, legten 1,1 Prozent zu und waren damit der größte Dax-Gewinner. Am Dienstag entscheidet der Europäische Gerichtshof über die Rechtmäßigkeit des VW-Gesetzes, das die Stimmrechte eines Aktionärs auf höchstens 20 Prozent festlegt - unabhängig von seinem tatsächlichen Anteil. Wenn die Richter das Gesetz kippen, ebnen sie damit den Weg für eine Mehrheitsübernahme durch Porsche, deren Aktien 0,5 Prozent zulegten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%