Marktbericht Frankfurt
Dax geht tiefrot ins Wochenende

Trotz teils ordentlicher Kursaufschläge im frühen Geschäft ist der deutsche Aktienmarkt mit einem dicken Minuszeichen aus der Handelswoche gegangen. Eine Gewinnwarnung des US-Konzerns General Electric hat den Investoren am Freitag die Laune verdorben und Börsen auf Talfahrt geschickt. Nur mit Mühe eroberte der Dax nach einem kräftigen Kursrutsch die 6 600er-Marke zurück.

HB FRANKFURT. Ausgelöst haben die freitägliche Achterbahnfahrt zunächst gute Vorgaben von den Börsen in den USA und Japan, die am Nachmittag allerdings von einer Gewinnwarnung des US-Mischkonzerns General Electric (GE) sowie unerwartet schlechten Konjunkturdaten aus der größten Volkswirtschaft der Welt in den Schatten gestellt wurden. Der Dax verlor 1,5 Prozent oder 101 auf 6 604 Punkte. Umgesetzt wurden in Dax-Titeln auf Xetra rund 147,2 (Vortag 148,5) Mio Aktien im Wert von rund 5,69 (Vortag 4,45) Mrd. Euro. Damit hat das Kursbarometer der deutschen Standardwerte trotz schlechter Nachrichten die psychologisch wichtige Marke von 6 600 Zählern zum Handelsschluss gehalten, zeitweise aber auch deutlich darunter notiert. Die Ursache für den Vorzeichenwechsel am frühen Nachmittag war das unerwartet schlechte erste Quartal von GE und die Senkung der Prognose des US-Mischkonzerns für das Gesamtjahr. In den ersten drei Monaten lag der Gewinn je Aktie mit 0,44 US-Dollar deutlich unter der Konsensprognose von 0,51 US-Dollar und der Guidance des Unternehmens von 0,50 US-Dollar bis 0,53 US-Dollar. Für das Gesamtjahr reduzierte General Electric seine Prognose auf 2,20 US-Dollar bis 2,30 US-Dollar von zuvor mindestens 2,42 US-Dollar. Als besonders beunruhigend bewerteten Analysten, dass das Verfehlen der Guidance für die ersten drei Monate 2008 nicht in erster Linie auf die Finanzsparte GE Money zurückzuführen sei, sondern dass nahezu alle Geschäftsfelder enttäuscht hätten. Besonders deutlich habe die Sparte Medizintechnik enttäuscht, deren Gewinn bei einem unveränderten Umsatz um 17 Prozent zurückgegangen sei. Dies war Händlern zufolge auch der Grund, warum Siemens in Sippenhaft genommen und regelrecht abgeschlachtet wurden: Das Münchener Unternehmen hat sich in der jüngsten Vergangenheit gerade in diesem Geschäftsfeld verstärkt. Die Papiere des Dax-Schwergewichts verbilligten sich um 3,4 Prozent auf 68,25 Euro und waren damit der größte Verlierer unter den heimischen Standardwerten. Für zusätzlichen Abgabedruck sorgten im weiteren Handelsverlauf zunächst die US-Importpreise für den Monat März. Mit einem Anstieg um 2,8 Prozent lag die Teuerung kräftig über der Konsensprognose einer Zunahme um 2,0 Prozent. Dies lasse auf einen trotz sich abschwächender Konjunkturdynamik weiter hohen Preisdruck durch Energie und Nahrungsmittel schließen, sagte Brian Mandt vom volkswirtschaftlichen Research der Postbank. Von einer Beruhigung könne nicht die Rede sein. Zwar sei die Zunahme in erster Linie der Entwicklung des Ölpreises geschuldet. Allerdings hätten auch die Importpreise ohne Berücksichtigung der Energiekomponente mit einem Plus von 1,1 Prozent außergewöhnlich stark zugelegt.

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