Marktbericht Frankfurt
Dax hält sich am Tag der deutschen Einheit tapfer

Die meisten Aktien an der Börse in Frankfurt verzeichneten am Dienstag zwar Kursverluste. Angesichts der rückläufigen Ölpreise reduzierte sich das Minus im Laufe des Tages jedoch. Gerüchte über eine mögliche MAN-Übernahme haben den Aktienmarkt obendrein aus seiner Feiertags-Lethargie geweckt.

HB FRANKFURT. Händlern zufolge gimngen am Markt Gerüchte um, wonach VW und die schwedische Scania ein gemeinsames Gegenangebot für den Münchener Nutzfahrzeughersteller abgeben könnten. Der MAN-Aktienkurs schoss daraufhin um mehr als sieben Prozent nach oben, bröckelte aber wieder etwas ab. Der Dax hätte es in den letzten Handelsminuten fast noch geschafft, ins Plus zu drehen. Am Ende lag der Leitindex 0,1 Prozent im Minus bei 5992 Punkten. Der MDax gab um 0,58 Prozent auf 8499,94 Punkte nach. Der TecDax büßte 0,79 Prozent auf 652,58 Zähler ein.

Bei feiertagsbedingt geringen Umsätzen zunächst die Abgaben überwogen, sorgten die US-Börsen und der Fall des Ölpreises auf ein Siebenmonatstief im späten Handel für eine kräftige Erholung durch Eindeckungskäufe. Die meisten Marktteilnehmer hätten zuvor auf einen deutlicheren Kursrückgang im Feiertagshandel sowie schwächere US-Börsen gesetzt, hieß es. Aus technischer Sicht habe der Dax bei 5960 Punkten seine Unterstützung verteidigt, heißt es von Technischen Analysten. Bei 6030 Punkten erwarte ihn der nächste Widerstand.

„Die US-Märkte legen zu wegen des sinkenden Ölpreises, und die ziehen uns hier noch einmal gut mit“, sagte ein Händler. Der Ölpreis verbilligte sich am Dienstag um rund zwei Dollar auf weniger als 59 Dollar, was Händler mit gut gefüllten US-Vorratslagern begründeten. Der Dow-Jones-Index lag zum Handelsschluss in Europa mit 0,35 Prozent im Plus bei 11 710 Punkten.

Der Lkw-Bauer MAN war nicht nur die am stärksten gehandelte Aktie sondern auch der größte Gewinner unter den Dax-Werten: MAN-Aktien schossen um 7,7 Prozent auf 75,37 Euro nach oben, wenig später waren es nur noch zwei Prozent. Zum Börsenschluss notierte die Aktie 5,7 Prozent höher bei 74 Euro. MAN teilte mit, man wisse nichts von einem Übernahmeangebot von Scania und Volkswagen. Auch Börsianer schenkten der Spekulation kaum Glauben. „Ich vermute, dass das jemand bewusst gestreut hat“, sagte ein Händler. VW und der zweite Scania-Großaktionär Investor lehnten eine Stellungnahme ab. MAN bemüht sich mit einer fast zehn Mrd. Euro schweren Kaufofferte um Scania. Scania-Großaktionär Volkswagen sperrt sich allerdings gegen den Übernahmeversuch.

Volkswagen-Aktien stiegen um 1,54 Prozent auf 67,98 Euro. Neben den Spekulationen um die Übernahme von MAN bewegten den Aktienkurs auch Nachrichten zum Absatz in den USA. VW rechnet in den Vereinigten Staaten 2006 bei seiner Hauptmarke mit einem Absatz am oberen Ende der bisher angepeilten Spanne. Anvisiert sei ein Anstieg von zehn Prozent, hatte ein Volkswagen-Sprecher am Vortag in Detroit gesagt. Bisher hatte VW für das defizitäre US-Geschäft ein Absatzplus von fünf bis zehn Prozent prognostiziert. Die Zahlen für September fielen bei den Anlegern weniger ins Gewicht: Im vergangenen Monat hat der Autobauer in den USA 7,2 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft als ein Jahr zuvor.

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