Marktbericht Frankfurt
Dax im schnellen Vorwärtsgang

Gute Unternehmenszahlen, positive Vorgaben von der Wall Street und diverse Marktgerüchte haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Dienstag beherzt zugreifen lassen. „Nach den deutlichen Kursverlusten der vergangenen Tage ist das absolut gesund“, sagte ein Händler.

HB FRANKFURT. Der Dax ging 1,7 Prozent höher bei 7 584 Punkten aus der Sitzung. Auf dem Parkett hieß es dazu, die zuletzt vorgelegten Geschäftsberichte der Unternehmen seien schließlich „geradezu sensationell“ gewesen und untermauerten den Anstieg. Dennoch sind viele Investoren noch misstrauisch angesichts der Situation am US-Hypothekenmarkt. Es wird befürchtet, dass die Krise auf den Kreditmarkt übergreift. „Ich glaube, das ist noch nicht ausgestanden“, sagte ein Händler.

Am Montag war mit der IKB erstmals ein deutsches Unternehmen direkt von der Krise am Markt mit schwach besicherten US-Immobilienkrediten getroffen worden. Das Institut musste seine Gewinnprognose senken. Daraufhin brach die IKB-Aktie um über 20 Prozent ein und zog zahlreiche andere Finanzwerte mit sich. Am Dienstag entspannte sich jedoch die Lage an den Kreditmärkten: Der iTraxx Crossover-Index, der die Risikoprämie von Firmenanleihen mit schlechter Bonität gegenüber Staatsanleihen misst, fiel zurück. Je höher der Index steigt, desto größer ist die Angst vor Zahlungsausfällen und damit auch die Risikoprämie.

Auch gute Quartalszahlen des Lastwagenbauers MAN machten den Anlegern Mut. „Nach den schwachen Zahlen von Scania und Volvo hatten einige wohl ähnlich schlechte Nachrichten von MAN befürchtet“, sagte ein Händler. Diese Bedenken bewahrheiteten sich nicht: MAN fuhr im zweiten Quartal - nicht zuletzt dank hoher Sondereffekte - einen höheren Gewinn ein, als Experten erwartet hatten. Zugleich zeigte sich Unternehmenschef Hakan Samuelsson zuversichtlich für die weitere Entwicklung in diesem Jahr. Die MAN-Aktie zog um 4,3 Prozent auf 107,12 Euro an und war damit Spitzenreiter im Dax.

MAN dicht auf den Fersen war die Aktie der Deutschen Bank, die sich um vier Prozent auf 100,90 Euro verteuerte. Deutschlands größtes Bankhaus legt am Mittwoch seine Zahlen vor, schon zuvor sorgte die Bank mit einem Zukauf für Bewegung am Markt. Für 1,44 Mrd. Euro übernimmt das Institut den britischen Lebensversicherer Abbey Life. Zu Marktgerüchten, dass sich das Institut auch die Postbank einverleiben wolle, wollte die Deutsche Bank keine Stellung beziehen, der Aktie der Postbank verhalfen diese Spekulationen jedoch zu einem Anstieg um 3,5 Prozent. Bevor die Gerüchte aufkamen, hatte der Titel als einziger auf der Verliererseite gestanden - einige Analysten hatten die am Vortag vorgelegten Zahlen der Bonner Bank zum Anlass genommen, ihre Kursziele zu senken.

In die Verlustzone rutschte am Nachmittag die Siemens-Aktie. Nach Gerüchten, Morgan Stanley platziere 7,6 Mill. Siemens-Aktien, gab der Titel um 1,6 Prozent nach - obwohl Morgan Stanley schließlich diese Spekulationen zurückwies. Siemens selbst wollte keine Stellung nehmen. Neben Siemens schloss am Dienstag nur noch die Linde-Aktie im Minus: Das Papier büßte im Zuge von Gewinnmitnahmen 1,6 Prozent ein. Am Vortag hatten die Anleger den Titel für gute Quartalszahlen mit einem Kursplus von über fünf Prozent belohnt.

Im MDax, der 2,1 Prozent auf 10 747 Zähler gewann, setzte sich die Aktie von Deutz mit einem Kursplus von 10,4 Prozent an die Spitze. Der Kölner Motorenbauer hat seine Tochter Power Systems für 360 Mill. Euro an den Finanzinvestor 3i verkauft. „Die Aktie ist zuletzt stark unter Druck gewesen und erholt sich jetzt“, sagte ein Händler. Zudem habe Deutz einen guten Preis erzielt.

Im TecDax führte die Aktie von GPC Biotech mit einem Kursgewinn von 20,1 Prozent auf 10,23 Euro die Reihen der Gewinner an. Nach einem Rückschlag bei der Zulassung des Krebsmittels Satraplatin hatte die Aktie ihren Wert in der vergangenen Woche mehr als halbiert - nun sprang SAP-Gründer Dietmar Hopp der Aktie zur Seite: Der Großaktionär teilte mit, seinen Anteil an dem Biotechunternehmen auf 10,18 Prozent aufgestockt zu haben.

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