Marktbericht Frankfurt
Dax ist nicht zu bremsen

Die Börse sucht offenbar neue Rekorde. Der deutsche Leitindex beschloss die Woche über der Marke von 7 200 Punkten. So hoch stand er zuletzt im September 2000.

HB FRANKFURT. Positive Konjunkturdaten aus den USA haben den Dax beflügelt. Der Leitindex rückte bis zum Abend um 0,97 Prozent auf 7 212,07 Punkte vor. Im Wochenvergleich gab es damit ein Plus von 1,58 Prozent. Der MDax stieg am Freitag um 0,67 Prozent auf 10 596,43 Zähler, und der TecDax gewann 0,96 Prozent auf 876,93 Punkte. Im späten Parketthandel hat sich der deutsche Aktienmarkt überwiegend wenig verändert gezeigt. Der L-Dax ging mit 7214,51 Punkten ins Wochenende. Der L-MDax gab einen Teil der vorherigen Gewinne wieder ab und schloss mit 10 580,46 Zählern. Der L-TecDax beendete das späte Geschäft mit 876,80 Punkten.

Händlern zufolge haben sich die Inflationsängste und damit die Sorge vor neuen Zinserhöhungen nach den jüngsten US-Daten reduziert. Zwar waren in den USA die Erzeugerpreise im März etwas stärker als erwartet gestiegen, die Kernrate - ohne die stark schwankenden Lebensmittel- und Energiepreise - blieb jedoch unverändert. Volkswirte hatten hier hingegen mit einem Zuwachs von 0,2 Prozent gerechnet. Das eingetrübte Konsumklima - das Michigan- Verbrauchervertrauen war im April überraschend gesunken - zog die Märkte nur kurzzeitig in Mitleidenschaft. Der Dax gab nach Vorlage der Daten zunächst nach, erholte sich aber schnell wieder.

Die Aktien von SAP gewannen nach einer positiven Studie von Merrill Lynch 2,94 Prozent auf 35,39 Euro. Den Analysten zufolge hat das Unternehmen zwar zuletzt mit negativen Nachrichten die Anleger nervös gemacht, dürfte in den kommenden Quartalen aber wieder verstärkt mit positiven Meldungen auf sich aufmerksam machen. Ein Händler erklärte die Kursgewinne zudem mit dem Ausbleiben einer zuvor am Markt befürchteten Gewinnwarnung von SAP. „Nun wird in die andere Richtung gespielt und vor den Zahlen gekauft.“

Mit einem Plus von 2,27 Prozent auf 22,12 Euro reagierten die Titel der Lufthansa auf Aussagen von Finanzvorstand Stephan Gemkow, der einen operativen Gewinn von mehr als einer Milliarde Euro für das laufende Geschäftsjahr nicht ausschloss. „Unser Ziel von einer Milliarde Euro operativem Gewinn wollen wir spätestens 2008 erreichen - unter guten Bedingungen auch schon früher“, sagte Gemkow dem Wirtschaftsmagazin „Euro“. Wenn die Rahmenbedingungen positiv blieben und es weiter störungsfreies Wachstum gebe, sei dies auch 2007 nicht ausgeschlossen.

Schwächster Dax-Wert-war die Infineon-Aktie, die mit einem Minus von 1,53 Prozent auf 11,60 Euro unter den schwachen Quartalszahlen von Samsung litt. Der südkoreanische Elektronikkonzern war im ersten Quartal von sinkenden Preise belastet worden.

Die im TecDax notierte Nordex-Aktie profitierte von einem Großauftrag und gewann 6,50 Prozent auf 27,05 Euro. Der Windkraftanlagenbauer erhielt seinen bisher größten Einzelauftrag. Der EuroStoxx 50 schloss mit einem Plus von 0,87 Prozent auf 4317,35 Punkte. Paris und London schlossen ebenfalls etwas fester. Die US-Börsen tendierten zum europäischen Handelsschluss uneinheitlich.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotieren Bundeswertpapiere auf 4,23 (Vortag: 4,18) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,22 Prozent auf 115,43 Punkte. Der Bund Future sank um 0,28 Prozent auf 113,50 Punkte. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Euro-Referenzkurs auf 1,3532 (Donnerstag: 1,3467) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7390 (0,7426) Euro.

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