Marktbericht Frankfurt
Dax knickt ein

Spekulationen über weitere Finanzierungsprobleme bei US-Investmentbanken haben dem Dax am Mittwoch zugesetzt. Der deutsche Leitindex verlor bis zum Handelsende 1,78 Prozent. Vor allem Finanztitel schlossen mit zum Teil großen Verlusten. Der steigende Ölpreis belastete den Aktienmarkt zusätzlich.

HB FRANKFURT/MAIN. Der Dax hat am Mittwoch schwach geschlossen. Der deutsche Leitindex verlor bis zum Handelsende 1,78 Prozent auf 6650,26 Zähler. Der MDax mittelgroßer Werte fiel um 0,47 Prozent auf 9454,38 Punkte. Der TecDax sank um 2,26 Prozent auf 804,66 Zähler. Händler verwiesen auf Spekulationen über weitere Finanzierungsprobleme bei amerikanischen Investmentbanken. Auch der gestiegene Ölpreis habe die Stimmung belastet. In dem Technologiewerte-Barometer litten Händlern zufolge einige schwer gewichtete Solarwerte unter negativen Steuerentscheidungen in deninfi USA.

Finanztitel büßten ihre frühen Gewinne komplett ein und schlossen zum großen Teil mit Verlusten. "Bei Goldman soll es höhere Abschreibungen geben, bei Lehman ist die Kapitalerhöhung wohl nicht komplett gezeichnet und bei HBOS gibt es wohl auch ähnliche Probleme", sagte ein Händler. Ein anderer Händler sagte: "Es kursiert das Gerücht, dass die US-Notenbank Lehman Brothers genauso unter die Arme greifen muss wie zuletzt Bear Stearns.".

Die Aktien der Deutschen Bank schlossen mit einem Minus von 1,29 Prozent auf 61,14 Euro. Am Vormittag waren sie bis auf 63,55 Euro gestiegen. Händler verwiesen auf Presseberichte, denen zufolge der russische Investor Sulejman Kerimow Interesse an einem Anteilskauf an der Deutschen Bank sowie weiteren Finanzinstituten habe. Dies habe kurzzeitig neue Fantasie in den Sektor gebracht.

Die Aktien von Continental sackten mit einem Minus von 4,72 Prozent auf 63,64 Euro ans untere Dax-Ende. Ein Händler sagte, der Konkurrent Michelin habe sich auf negativ über die weitere Geschäftsentwicklung geäußert. Möglicherweise drohe dem Unternehmen eine weitere Gewinnwarnung.

An der Indexspitze gewannen Infineon-Papiere 1,71 Prozent auf 5,95 Euro. Eventuell hätten einige Anleger mit Käufen auf die Nachricht reagiert, dass die Speicherchip-Tochter Qimonda und die japanische Elpida ihre Ende April vorgestellte Entwicklungsallianz besiegelt haben, sagte ein Händler. Allerdings handele es sich dabei nur um die endgültige Bestätigung der Zusammenarbeit und sei deshalb keine Überraschung, kommentierte der Experte.

Unter den im TecDax gelisteten Solarwerten sanken Aktien von Q Cells - um 2,71 Prozent auf 68,15 Euro, und die Papiere von SolarWorld fielen um 3,50 Prozent auf 30,01 Euro. Händler verwiesen auf eine negative politische Entscheidung in den USA als Belastung. Der US- Senat habe überraschend eine Verlängerung von auslaufenden Steuererleichterungen für Solarfirmen und andere Anbieter alternativer Energien abgelehnt - am Vortag wurde den Börsianern zufolge noch mit einer weiteren Förderung gerechnet.

Der EuroSTOXX 50 verlor 1,83 Prozent auf 3509,39 Punkte. In London und Paris schlossen die Börsen ebenfalls schwach. Auch der New Yorker Dow Jones zeigte sich zum Börsenschluss Europa schwach.

Am deutschen Rentenmarkt sank die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 4,60 (Vortag: 4,63) Prozent. Der Rentenindex REX stieg um 0,02 Prozent auf 114,32 Punkte. Der Bund Future kletterte um 0,29 Prozent auf 111,62 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,5515 (1,5526) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,6445 (0,6441) Euro.

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