Marktbericht Frankfurt
Dax kriegt noch die Kurve

Nachdem der Deutsche Aktienindex am Dienstag aufgrund enttäuschender Unternehmenszahlen überwiegend Verluste zu verzeichnen hatte, drehte er kurz vor Schluss doch noch ins Plus. Eine wesentliche Rolle spielte dabei der Ölpreis. Schlechter sah es für MDax und TecDax aus.

HB FRANKFURT. Der auf ein Sechswochentief gefallene Ölpreis hat am Dienstag dem deutschen Aktienindex DAX Gewinne beschert. Nach einem überwiegend verlustgeprägten Handelsverlauf drehte der Leitindex am späten Nachmittag ins Plus und ging mit einem Aufschlag von 0,28 Prozent auf 6442,79 Punkte aus dem Handel. Im Tagesverlauf war er wegen enttäuschender Unternehmensberichte aus Europa und vor allem den USA zeitweise bis auf 6322 Zähler gefallen. MDAX und TecDAX gelang es dagegen nur, ihre Verluste etwas einzudämmen: Der Index mittelgroßer Werte schloss mit minus 0,83 Prozent auf 8474,01 Punkte. Der Technologie-Index sank um 0,99 Prozent auf 730,56 Zähler.

„Der Ölpreis hat eine wesentliche Rolle dabei gespielt, dass der DAX ins Plus gedreht ist“, sagte Händler Udo Becker von Merck Finck & Co. Immerhin sei er ein wesentlicher Faktor für die Konjunktur und beeinflusse die Stimmungslage am Aktienmarkt beträchtlich. Bis zum frühen Abend fiel der WTI-Ölpreis auf rund 126 Dollar. Als Begründung nannten Rohstoffexperten unter anderem, dass der Tropensturm „Dolly“ nicht wie befürchtet zu Produktionsausfällen im Golf von Mexiko geführt hat.

Den meisten anderen europäischen Börsen gelang der Sprung ins Plus nicht: Der EuroSTOXX 50 ging mit minus 0,23 Prozent auf 3326,24 Zähler aus dem Handel. In London schloss die Börse noch etwas schwächer, der Pariser CAC-40-Index zeigte sich am Ende des Tages prozentual nahezu unverändert. In den USA tendierten die Börsen zum europäischen Handelsschluss uneinheitlich: Die Standardwerte legten überwiegend zu, an der NASDAQ wurden Verluste verbucht. Am deutschen Aktienmarkt hatte am Nachmittag vor allem ein deutlich höher als erwartet ausgefallener Quartalsverlust bei der viertgrößten US-Bank Wachovia die Stimmung belastet. Die meisten Finanzwerte im DAX gehörten daher zu den größten Tagesverlierern: Die Anteilsscheine der Hypo Real Estate (HRE) verloren 3,21 Prozent auf 16,59 Euro und die der Deutschen Bank sanken um 1,20 Prozent auf 56,81 Euro.

Die Titel von Infineon litten mit einem Minus von 7,54 Prozent auf 4,845 Euro unter dem Ausblick von Apple, denn die Münchener sind Zulieferer für den US-Konzern. Der Computer- und iPhone-Hersteller meldete zwar dank starker Verkäufe seiner Mac-Rechner und iPod- Musikplayer ein weiteres Rekordquartal, doch seine Prognosen für den weiteren Geschäftsverlauf fielen Händlern zufolge extrem zaghaft aus. Im MDAX büßten die Aktien von MTU nach Halbjahreszahlen 10,71 Prozent auf 19,92 Euro ein. Börsianer verwiesen vor allem auf die Probleme beim Wartungsgeschäft.

Am Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 4,70 Prozent. Der Rentenindex REX stieg um 0,01 Prozent auf 113,39 Punkte. Der Bund Future sank um 0,07 Prozent auf 110,23 Punkte. Der Kurs des Euro sank nach einem Anstieg auf 1,5944 Dollar bis zum Abend wieder deutlich unter 1,58 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,5919 (Montag: 1,5858) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,6282 (0,6306) Euro.

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