Marktbericht Frankfurt
Dax legt marginal zu

Die anhaltende Nervosität angesichts der US-Hypothekenkrise hat auch zu Wochenbeginn die Geschäfte am deutschen Aktienmarkt bestimmt. Anleger zogen sich weiter aus Finanzwerten zurück und schichteten in vermeintlich sicherere Sektoren um. Der Dax konnte dennoch ein leichtes Plus verbuchen.

HB FRANKFURT. Der Dax schloss nach einer Berg- und Talfahrt 0,1 Prozent im Plus bei 7444 Zählern. „Die Marke von 7400 Punkten stellt eine wichtige Unterstützungslinie dar“, sagte ein Händler. Unterdessen trennten sich die Investoren vor allem von Titeln aus der zweiten Reihe. Der MDax schloss 1,1 Prozent im Minus bei 10 352,8 Punkten. Der TecDax fiel um 2,2 Prozent auf 882,9 Stellen. Börsianer sprachen von angespannten Anlegern wegen der Krise am US-Hypothekenmarkt. „Die Kreditsorgen dominieren den Markt, und die werden uns auch die nächsten Wochen begleiten“, sagte ein anderer Händler.

Die größte Panik sei zwar aus dem Markt. Doch seien weitere negative Meldungen aus dem Subprime-Bereich jederzeit möglich, was den Dax in Richtung seiner 200-Tage- Linie in den Bereich um 7050/7060 Punkte drücken könnte, sagte Aktienhändler Fidel Helmer von Hauck & Aufhäuser. „Wenn es da keine bösen Überraschungen mehr gibt, könnte sich der Markt in den kommenden Wochen aber zumindest seitwärts bewegen“, so der Experte weiter.

Für Verunsicherung hatte die US-Investmentbank Bear Stearns gesorgt, die die Turbulenzen an den Kreditmärkten am Freitag als so schlimm wie das Platzen der Internet-Blase Anfang des Jahrtausends bezeichnet hatte. „Das ist hoffnungslos übertrieben“, besänftigte ein Börsianer. „Schließlich muss Bear Stearns ja schwarz malen, da sie gegenüber ihren Investoren die Probleme mit ihren Fonds begründen müssen.“ Unterdessen hat die zur BHF-Bank gehörende Fondsgesellschaft Frankfurt-Trust wegen der Krise an den Kreditmärkten einen ihrer Investmentfonds vorübergehend geschlossen.

Mit dem Verlauf der Berichtssaison zeigten sich Börsianer zufrieden. „Die Unternehmen, die bislang Zahlen vorgelegt haben, haben überwiegend positiv überrascht“, sagte ein Händler. Da mache die Münchener Rück keine Ausnahme, ergänzte er. Der weltweit zweitgrößte Rückversicherer erhöhte nach einem Gewinnanstieg im zweiten Quartal seine Prognose für das Gesamtjahr. Zudem bezifferte die Münchener Rück die Belastungen aus der US-Hypothekenkrise auf maximal gut 100 Mill. Euro. Anleger beruhigte dies, die Aktie gewann 0,5 Prozent.

Auf der Suche nach von der US-Immobilienkrise wenig belasteten Werten schichteten sie in Pharma- und Gesundheitsaktien um. „Der ganze Gesundheits- und Pharmabereich ist im Moment gut gefragt, der Sektor wird auch ohne Sub-Prime überleben“, sagte ein Händler. Merck-Aktien waren mit einem Plus von 3,9 Prozent größter Gewinner im Dax.

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