Marktbericht Frankfurt
Dax legt trotz Konjunktursorgen und Euro-Rekord zu

Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch Konjunktursorgen und der zunehmenden Last durch die Rekordjagd des Euro getrotzt. Der Dax beendete den Handel im Schlepptau positiver US-Börsen 0,17 Prozent höher bei 6 997 Punkten, nachdem er zuvor bis zu 1,5 Prozent verloren hatte.

HB FRANKFURT. Hauptgesprächsthema bei den Anlegern war der Sprung des Euro über 1,50 Dollar. "Uns funkt der schwache Dollar dazwischen, das belastet vor allem exportorientierte Werte", sagte ein Händler. Der hohe Eurokurs schlägt vor allem bei den Aktien deutscher Automobilkonzerne, deren Exporte in die USA dadurch teurer werden, ins Kontor. BMW erklärte, falls der Euro-Kurs nachhaltig so stark bleibe, werde der Konzern weiter Personal abbauen müssen. BMW -Aktien gaben 0,9 Prozent ab.

Eine Bedrohung für den Aktienmarkt blieben die Hypothekenkrise und die schlechte Verfassung der US-Wirtschaft. Die Zahl der Eigenheimverkäufe in den USA sank im Januar auf das niedrigste Niveau seit 13 Jahren. "Der Aktienmarkt ist insgesamt aber recht stabil, ein nachhaltiger Verkaufsdruck entsteht nicht, auch wenn die US-Wirtschaftsdaten eigentlich ein Stagflationsszenario unterstützen", sagte Aktienhändler Frank Albrecht von MM Warburg. Die US -Notenbank wird allerdings nach den Worten ihres Chefs Ben Bernanke auch in Zukunft alles nötige tun, um der schwächelnden Wirtschaft in den Vereinigten Staaten unter die Arme zu greifen. Er deutete damit nach Einschätzung von Analysten erneut weitere Zinssenkungen durch die Federal Reserve an.

Größter Gewinner im Dax waren die Papiere von Hypo Real Estate. "Da wird wohl darauf spekuliert, dass sie bei der Suche nach einem soliden Investor fündig werden könnten", sagte Albrecht. Die meisten Finanzwerte im Dax standen auf den Verkaufszetteln, konnten ihre Verluste aber teils wieder wettmachen. Commerzbank schlossen 0,3 Prozent schwächer. Die Titel folgten den Kursgewinnen der Papiere von Banken und Versicherern an der Wall Street. Diese profitierten von der Nachricht, dass der größte US-Anbieter von Hypothekenfinanzierungen, Fannie Mae, von der Pflicht hoher Rückstellungen für mögliche Verluste befreit wird und mit dem frei werdenden Geld den angeschlagenen Eigenheimmarkt stützen könnte. Die zuständige US-Regulierungsbehörde erklärte am Mittwoch, die bisherigen Investment-Grenzen für Fannie Mae und das Schwester-Unternehmen Freddie Mac würden zum 1. März angehoben.

Einer der größten Dax-Gewinner waren nach der Veröffentlichung von Quartalszahlen die Henkel -Aktien, die um 1,4 Prozent zulegten. Als Kurstreiber bezeichneten Börsianer neben der Ankündigung von Stellenstreichungen den geplanten Verkauf der US-Beteiligung Ecolab.

Bei den Nebenwerten drückte der starke Euro besonders den Kurs der im MDax schwer gewichteten Aktie des Düngemittel- und Salzherstellers K+S, die rund sieben Prozent verlor. "Die sind ja sehr Dollar-sensibel. Da hat der Markt jetzt die Befürchtung, dass deren Ergebnis leidet," erklärte ein Börsianer. K+S hatte wegen des schwachen Dollar mehrmals seine Gewinnprognose für 2007 senken müssen.

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