Marktbericht Frankfurt
Dax nach Achterbahnfahrt im Plus

Nach fast panikartigen Verkäufen am Vortag haben sich die Aktienmärkte am Donnerstag etwas erholt – wenn auch nur zögerlich. Börsianer begründeten die Kurskapriolen mit der wachsenden Unsicherheit über die US-Zinsentwicklung. Der TecDax wurde zudem erneut durchgeschüttelt.

HB FRANKFURT. Der Dax hat sich am Donnerstag bei sehr hohen Umsätzen leicht von den massiven Kursverlusten des Vortages erholt. Der Leitindex legte nach einem zwischenzeitlichen Rutsch bis auf knapp 5588 Zähler zum Handelsende um 0,24 Prozent auf 5666,07 Punkte zu. Dagegen präsentierten sich MDax und TecDax weiter schwach: Der Index der mittelgroßen Werte baute die Verluste um 1,90 Prozent auf 8159,69 Punkte aus. Der Technologie-Index rutschte um weitere 3,19 Prozent auf 662,64 Zähler ab.

„Der Markt ist im Moment ein Spielball der Gefühle - absolut emotionsgetrieben“, sagte Aktienstratege Carsten Klude von M.M. Warburg. „Für die nächsten 14 Tage kann man fast eine Münze werfen, wo es hingehen wird“, ergänzte er. Auslöser der massiven Kursverluste war der unerwartet starke Anstieg der US-Verbraucherpreise im April gewesen. Nach Einschätzung von Börsianern steigt damit die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen in den USA, was das Wirtschaftswachstum dämpfen könnte.

„Die Inflationsdaten waren vielleicht der Auslöser für die Verkaufswelle, aber eigentlich war eine größere Korrektur überfällig, und nur die Super-Quartalssaison und die Dividendensaison haben bislang die Belastungsfaktoren überlagert“, sagte Aktienstratege Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg. Der schwache Dollar, die Zinserwartungen, der hohe Ölpreis und die geopolitischen Unsicherheiten seien zu lang vom Markt ignoriert worden. „Alles, was sich angestaut hatte, hat sich jetzt in einem heftigen und hoffentlich kurzen Gewitter entladen.“

Nach einer über Monate fast ungebrochenen Aufwärtsbewegung sei eine Korrektur nichts Ungewöhnliches, sagte Stefan Steib, Finanzmarktanalyst bei der Landesbank Rheinland-Pfalz. Auch Christoph Niesel von der Fondsgesellschaft Union Investment sieht keinen generellen Abwärtstrend, „dafür läuft das Weltwirtschaftswachstum zu gut“. Die Fundamentaldaten seien weiterhin günstig.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann betrachtet die jüngsten, zum Teil deutlichen Kursverluste an den Aktienmärkten rund um den Globus als gesunde Korrektur. „Wir hatten eine so gute Entwicklung in den ersten paar Monaten, dass man von einer Korrekturphase ausgehen musste“, sagte Ackermann am am Rande eines Kongresses im schweizerischen Sankt Gallen. Dies sei nun geschehen. „Das ist ein gesunder Bruch des Trends. Mich macht das überhaupt nicht nervös“, fügte er hinzu.

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