Marktbericht Frankfurt
Dax nähert sich 6100 Punkten

Anhaltende Übernahmefantasien und der jüngste Höhenflug der Wall Street haben die deutschen Aktienindizes am Donnerstag erneut angetrieben. Der Dax stieg sogar auf ein Vier-Monats-Hoch. „Die Rahmenbedingungen für den Aktienmarkt könnten fast nicht besser sein als im Moment. Allerdings wird die Luft ab 6000 Punkten im Dax so langsam dünner“, sagte ein Händler.

HB FRANKFURT. Der deutsche Leitindex Dax gewann bis zum Abend 0,48 Prozent auf 6075,28 Punkte - der höchste Schlussstand seit Mitte Mai. Der MDax mittelgroßer Werte stieg um 0,57 Prozent auf 8585,85 Zähler. Das Technologiewerte-Barometer TecDax gewann 0,43 Prozent auf 661,43 Punkte.

Wie erwartet erhöhte die Europäische Zentralbank (EZB) am Nachmittag den Leitzins um 25 Basispunkte auf 3,25 Prozent. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet deutete weitere Straffungen der Geldpolitik in der Euro-Zone an. „Wir erwarten einen weiteren Zinsschritt im Dezember, aber keine weitere Erhöhung im nächsten Jahr, da die Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum 2007 sehr wahrscheinlich spürbar zunehmen werden“, sagte Volkswirt Marco Kramer von der HVB.

Auf die Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) reagierte der Aktienmarkt kaum - der Schritt war erwartet worden. Der wichtigste Leitzins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld steigt von 3,00 auf 3,25 Prozent. Das war die fünfte Zinserhöhung seit Dezember. Die meisten Volkswirte rechnen für Anfang Dezember mit einer Anhebung in der gleichen Größenordnung.

MAN-Aktien setzen Talfahrt fort

Von Übernahmespekulationen in der Stahlbranche profitierten die Aktien von Thyssen-Krupp, die um 3,6 Prozent auf 27,18 Euro zulegten. Händler verwiesen auf das Interesse des indischen Stahlkonzerns Tata Steel an dem niederländisch-britischen Konkurrenten Corus. Das heize die Übernahme- und Bewertungsfantasien in der gesamten Branche an, sagte ein Händler. Im Nebenwerteindex MDax kletterten die Salzgitter-Aktien um 3,2 Prozent.

Spekulationen auf ein höheres Angebot für den schwedischen Konkurrenten Scania drückten die Aktien des Lkw-Bauers MAN um 3,6 Prozent ins Minus. Schon am Vortag hatten die Titel des Lkw-Bauers mehr als sieben Prozent verloren. „Es wird davon ausgegangen, dass MAN sein Angebot für Scania erhöhen wird“, sagte ein Händler. Eine schwedische Wirtschaftszeitung hatte berichtet, MAN werde seine Übernahmeofferte in Kürze anheben.

Der Autokonzern VW, der 34 Prozent an Scania hält, hatte am Vortag seinen Einstieg bei MAN bekannt gegeben und sich für eine Lkw-Allianz zusammen mit MAN und Scania stark gemacht. Die VW-Aktien stiegen um 1,2 Prozent. „VW ist der Gewinner der ganzen Aktion“, kommentierte ein Händler. Das honoriere der Markt.

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