Marktbericht Frankfurt
Dax: Ölpreis-Anstieg trübt die Stimmung

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt mussten zur Wochenmitte einen freudlosen Handelstag überstehen. Auf die Stimmung vieler Investoren schlugen der zeitweilige Anstieg des Ölpreises auf den höchsten Stand seit einem halben Jahr, schwache Konjunkturdaten aus den USA und eher negative Kommentare von US-Notenbankchef Ben Bernanke.

HB FRANKFURT. Dazu kamen Kursverluste an der Wall Street und beim Dax-Schwergewicht Siemens, das offenbar viel tiefer als gedacht in einen Korruptionsskandal verstrickt ist. Der Dax schloss am Mittwoch 0,6 Prozent im Minus bei 6 816,89 Punkten, nachdem er zuvor bis auf knapp 6 790 Zähler abgerutscht war.

Auch aus Angst vor einer Eskalation des Streits mit dem Iran ließen Börsianer Vorsicht walten. Großbritannien hat dem Land eine härtere Gangart angedroht, wenn die seit einigen Tagen festgehaltenen britischen Soldaten nicht freikämen. „Es würde mich nicht wundern, wenn die Kurse deswegen noch einmal ordentlich nachgeben. Viele haben durchaus Angst“, sagte ein Händler. Die Furcht vor einem möglichen Militärangriff trieb auch den Ölpreis nach oben. Das schwarze Gold kostete kurzfristig mehr als 68 Dollar pro Fass - so viel wie seit einem halben Jahr nicht mehr. Der Ölpreis bröckelte danach zwar wieder etwas ab, bewegte sich jedoch weiter auf hohem Niveau. Ein Fass der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai kostete 66,15 Dollar und damit eineinhalb Dollar mehr als am Vortag.

Die Aktie des Elektronikkonzerns Siemens zählte mit einem Minus von 2,3 Prozent zu den größten Verlierern im Dax. Im Zusammenhang mit dubiosen Millionenzahlungen war am Dienstag Zentralvorstand Johannes Feldmayer festgenommen worden. Die Nürnberger Staatsanwaltschaft wirft dem Top-Manager und weiteren Siemens-Mitarbeitern Untreue vor. „Bei Siemens wandern die Vorfälle jetzt in die Chefetage hoch. Da sind die Leute natürlich vorsichtig“, kommentierte ein Händler. Andere Marktteilnehmer befürchteten, dass der Skandal auch Siemens-Chef Klaus Kleinfeld schaden könnte. Feldmayer wurde unterdessen von allen seinen Aufgaben im Unternehmen entbunden.

Kursrückgänge musste auch der Autobauer Volkswagen hinnehmen, die Aktie lag 2,6 Prozent im Minus. Der Sportwagenhersteller Porsche hatte wie angekündigt seinen Anteil an den Wolfsburgern auf knapp 31 Prozent aufgestockt.

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