Marktbericht Frankfurt
Dax scheitert erneut an 6 600er-Marke

Belastet von Verlusten eines Indexschwergewichts hat der Dax am Freitag mit einem Minus geschlossen. Händler sprachen von einem eher richtungslosen Geschäft. Positiv machten sich nur einige Finanzwerte bemerkbar. Hier trieben Gerüchte über eine Fusion im deutschen Bankensektor die Kurse nach oben.

HB FRANKFURT. Belastet von Verlusten des Dax-Schwergewichts Eon hat der deutsche Aktienmarkt am Freitag mit einem Minus geschlossen. Der Leitindex fiel um 0,28 Prozent auf 6 559,90 Zähler. Der MDax mittelgroßer Werte verlor 0,17 Prozent auf 8 761,03 Zähler nach unten. Der

Fidel Helmer, Leiter des Wertpapierhandels bei Hauck & Aufhäuser, begründete die Kursverluste mit den gedrosselten Gewinnerwartungen des Versorgers Eon für das laufende Geschäftsjahr. Finanzchef Marcus Schenck erwartet, dass der bereinigte Gewinn vor Steuern und Zinsen eher am unteren Ende der Prognose des Unternehmens liegen werde.

Zuvor hatte der Konzern einen Zuwachs von fünf bis zehn Prozent für dieses Jahr in Aussicht gestellt. Hintergrund für die gedämpfte Erwartung sei die Übernahme von Aktivitäten von Endesa, sagte Helmer. Die Titel des Versorgers verloren 2,46 Prozent auf 118,32 Euro und zählten damit zu den drei schwächsten Dax-Werten.

Gerüchte über eine Fusion im deutschen Bankensektor trieben hingegen die Aktien der Finanztitel nach oben. Am Markt wurde spekuliert, dass die Deutsche Bank die Postbank für 73,50 Euro je Aktie übernehmen will. Commerzbank -Aktien gewannen an der Indexspitze vor diesem Hintergrund 3,39 Prozent auf 20,13 Euro. Die Bank bekräftigte zudem ihren Ausblick für das laufende Jahr trotz möglicher weiterer Abschreibungen im Zusammenhang mit der Finanzmarktkrise.

Titel der Postbank legten um 1,54 Prozent auf 60,61 Euro zu, und für die Papiere der Allianz ging es um 2,94 Prozent auf 126,06 Euro nach oben. Deutsche Bank-Aktien jedoch fielen um 0,65 Prozent auf 72,38 Euro. Zuvor hatte bereits ein Pressebericht - dem zufolge die Allianz ihre Tochter Dresdner Bank in ein Dreierbündnis einbringen will - für Aufregung unter den Finanzinvestoren gesorgt.

Die Aktien von Gildemeister sackten nach einem negativen Analystenkommentar mit minus 3,87 Prozent auf 15,42 Euro ans untere Ende des MDax. Die Experten von HSBC hatten das Kursziel von 20,00 auf 16,60 Euro gesenkt und die Einschätzung "Neutral" bestätigt. Angesichts der erhöhten Erwartungen für 2008/09 sei der Titel nicht zu hoch bewertet, hieß es in einer Studie.

Im TecDax gewannen die Papiere von IDS Scheer als zweitstärkster Wert 6,29 Prozent auf 9,97 Euro. Händler verwiesen auf die Aufnahme der Titel in das Musterdepot der Zeitschrift "Der Aktionär" als Kurstreiber. Mit dem Überwinden des Widerstands von 9,25 Euro bestehe aus technischer Sicht Potenzial bis 10,45 Euro, ergänzte ein Börsianer.

Die Papiere von Ersol fielen hingegen nach der Vorlage endgültiger Geschäftszahlen für 2007 um 8,40 Prozent auf 50,62 Euro und sackten damit ans Indexende. Analyst Stephan Droxner von der Landesbank Baden-Württemberg verwies auf das etwas schlechter als erwartet ausgefallene Finanzergebnis, das zu einem geringer als prognostizierten Netto-Ergebnis geführt habe. Dies würde die Aktie belasten.

Auch ein Händler begründete die Kursverluste mit dem etwas enttäuschenden Nachsteuergewinn in Höhe von 8,7 Mill. Euro. Marktteilnehmer hätten hier mit einem Wert von 9,0 Mill. Euro gerechnet.

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