Marktbericht Frankfurt
Dax schließt auf Fünf-Jahres-Hoch

Der Rekordlauf des Dow-Jones-Index an der Wall Street hat am Montag die Anleger wieder an den deutschen Aktienmarkt gelockt. Der Dax stieg um 0,65 Prozent auf 6 242,91 Punkte und schloss damit so hoch wie seit Juni 2001 nicht mehr. Dennoch äußerten sich Händler skeptisch.

HB FRANKFURT. „Es gibt keine fundamentale Begründung für die Kursgewinne. Wir folgen nur der Wall Street. Es ist fast schon beängstigend, wie der Markt geopolitische Brennpunkte wie Nordkorea und Irak einfach ausblendet“, sagte ein Börsianer. „Keiner traut dem Braten, jeder rechnet mit einer Konsolidierung“, fügte ein anderer hinzu. Die Umsätze seien zudem gering.

Im Fokus standen nach einem Übernahmeangebot die im Nebenwerteindex MDax gelisteten Aktien des Energiedienstleisters Techem. Die Offerte der australischen Bank Macquarie über 1,1 Milliarden Euro trieb den Techem-Kurs um 16,7 Prozent auf ein Rekordhoch von 49,31 Euro. Macquarie bietet 44 Euro je Aktie. „Vor allem die Tatsache, dass das Techem-Management noch nicht mit Macquarie handelseinig ist, hat jetzt Spekulanten auf den Plan gerufen, die sich noch einen Nachschlag erhoffen“, begründete ein Aktienhändler die Kursgewinne. Die DZ Bank hält das Angebot für zu niedrig, und die Analysten der WestLB erhöhten ihre Anlageempfehlung für Techem. Der Höhenflug der Aktie machte etwa die Hälfte des Kursplus des MDax aus, der um 0,4 Prozent auf 8688 Punkte zulegte.

Im Dax gab es nur wenige Ausreißer. Größter Gewinner waren die Aktien der Lufthansa mit einem Plus von 2,4 Prozent auf 17,31 Euro. Händler verwiesen auf eine Empfehlung der Citigroup, die mit Blick auf den Rückgang der Ölpreise die Aktien der gesamten Branche herausgestellt und das Kursziel für die Lufthansa auf 20 von 15,80 Euro erhöht habe. Auch nach der Ankündigung einer Förderdrosselung der Opec notierte der Ölpreis am Montag deutlich unter der psychologisch und technisch wichtigen Marke von 60 Dollar je Barrel (159 Liter). Die Lufthansa wird am Donnerstag ihren Quartalsbericht veröffentlichen. Analysten rechnen mit einem Gewinnanstieg.

Die Aktien der Deutschen Börse verteuerten sich um 1,9 Prozent. Der europäische Börsenbetreiber Euronext und die New Yorker Börse (Nyse) stehen laut Euronext-Chef Jean-Francois Theodore kurz vor einer Einigung mit den Kartellbehörden über das geplante Zusammengehen. Damit erhöhe sich der Druck zur Konsolidierung in der Branche weiter, hieß es am Markt. Die ebenfalls an Euronext interessierte Deutsche Börse hat von Theodore eine Abfuhr erhalten.

Die Aktien von Eon zogen um 0,9 Prozent an. „Die Finanzierung der Endesa-Übernahme scheint zu stehen, das sieht der Markt positiv“, sagte ein Händler. Der Energieriese hat sich für die geplante Übernahme des spanischen Versorgers Endesa eine Kreditlinie von über 37,1 Milliarden Euro gesichert. In der vergangenen Woche hatte sich der spanische Mischkonzern Acciona Optionen für weitere Anteile an der Endesa gesichert, deren Übernahme Acciona dem Eon-Konzern streitig macht.

Im TecDax waren die Aktien von IDS Scheer mit einem Minus von 10,4 Prozent mit großem Abstand das Schlusslicht, nachdem das Software- und Beratungshaus seine Gewinn- und Umsatzprognose für das laufende Jahr gesenkt hatte.

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