Marktbericht Frankfurt Dax schließt dank US-Jobdaten so hoch wie nie zuvor

Der Arbeitsmarkt der USA sorgt für eine Überraschung und treibt die Kurse an den Börsen nach oben. Dem Dax bescheren die Daten den höchsten Schlusskurs seiner Geschichte, der Dow Jones knackt erstmals die 17.000 Punkte.
Update: 03.07.2014 - 17:50 Uhr 42 Kommentare

Dax in Lauerstellung

FrankfurtDer Dax läuft zur Höchstform auf. Angetrieben von starken US-Arbeitsmarktdaten durchbrach der Leitindex zunächst die 10.000-Punkte-Marke um am Ende den Handel auf dem höchsten Schlusskurs aller Zeiten zu beenden. In Frankfurt ging der Dax mit einem satten Plus von 1,2 Prozent auf 10.029 Punkten aus dem Handel. Die Kurse in der zweiten Reihe konnten sich ebenfalls sehen lassen. Der MDax schloss ein Prozent höher auf 16.915 Zähler. Der TecDax lag 0,8 Prozent im Plus auf 1334 Zähler.

In den USA feierten die Anleger ebenfalls Rekorde. Der US-Aktienindex Dow Jones hat erstmals in seiner Geschichte die Marke von 17.000 Punkten geknackt. Nach Frankfurter Börsenschluss notierte der Dow Jones 0,5 Prozent fester auf 17.054 Punkten.

Im Juni konnten rund 288.000 neue Stellen geschaffen werden. Ökonomen hatten lediglich mit 212.000 gerechnet. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei 6,1 Prozent und damit auf dem niedrigsten Stand seit September 2008. An den US-Börsen zogen die Kurse dementsprechend ins Plus.

Der Euro hingegen musste eine Dämpfer hinnehmen. Die Gemeinschaftswährung fiel auf 1,3620 Dollar nach zuvor 1,3647 Dollar. „Der deutlich über den Erwartungen liegende Stellenaufbau unterstreicht nicht nur die fortschreitende Erholung des US-Arbeitsmarktes, sondern untermauert auch das Szenario einer zunehmenden Dynamik der US-Wirtschaft im zweiten Quartal“, hieß es in einem Kommentar der Helaba.

„Nun beginnen wieder die Gespräche: Bringt das die Fed dazu, die erste Zinserhöhung vorzuziehen?"“ sagte der Anlagestratege Darrell Cronk von Wells Fargo Private Bank. Der Leitzins liegt seit Dezember 2008 bei nahe null Prozent. Die meisten Analysten gingen bislang davon aus, dass die Fed frühestens Mitte 2015 damit beginnen wird, ihn wieder anzuheben. Die Experten von JPMorgan erwarten nun bereits für das dritte Quartal kommenden Jahres mit diesem Schritt, nachdem sie bisher das vierte Quartal im Blick hatten.

Wie erwartet hat die EZB den Leitzins nicht gesenkt. Er bleibt weiterhin auf dem historisch niedrigen Niveau von 0,15 Prozent. Dementsprechend wenig hat sich auch an den Aktienmärkten nach der Entscheidung getan. Bei der anschließenden Pressekonferenz ließ EZB-Präsident durchblicken, in welche Richtung die Geldpolitik der EZB fortgesetzt wird. „Das Bündel geldpolitischer Maßnahmen, das wir vergangenen Monat beschlossen haben, hat zu einer weiteren Lockerung unserer Geldpolitik geführt.“

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42 Kommentare zu "Marktbericht Frankfurt: Dax schließt dank US-Jobdaten so hoch wie nie zuvor"

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  • "Vor Mitte bis Ende 2015 tut sich nicht viel."

    Hmm, also ich hatte Anfang des Jahres sogar noch mit einem etwas stärkeren Jobwachstum gerechnet bei gleichzeitig schlagartig anziehender Inflation. Das ganze hat sich jetzt nur zeitlich etwas gestreckt... Allerdings mit dem Rest den du schreibst hast du etwas interessantes angesprochen: Wir sind bezüglich der Jobs ungefähr beim vorkrisenniveau, haben einen dow-Niveau, das deutlich über dem der vorkrisenniveau liegt und die Zinsen sind trotzdem extrem niedrig. Trotzdem spekuliert man darüber, ob die Zinsen tatsächlich erst bei Vollbeschäftigung angehoben werden sollen. Ein Missverhältnis möchte hier nicht jedem auffallen- zumindest nicht öffentlich;)

  • Abwarten.Vor Mitte bis Ende 2015 tut sich nicht viel.Die strukturelle Arbeitslosigkeit ist zwar ein Problem in den USA,aber das ist gerade in den Staaten ein weites Feld.Daran haben sich schon viele die Zähne ausgebissen.Im Moment streiten sich die Wissenschaftler,ab welcher Quote in den USA Vollbeschäftigung herrscht.Manche meinen ab 5% andere,erst ab 4%.

  • "Ich glaube nicht,das man in den USA jemals die Zinsen anhebt."

    Irgendetwas wird die FED machen müssen, wenn die Inflation anzieht. Und ob eine Notenbank langfristig ohne die Waffe der Zinssenkung für den Fall eines externen Schocks dastehen möchte, kann ich mir nicht so recht vorstellen. Das Verschuldungsproblem ist allerdings tatsächlich ein Hochrisikofaktor. Japan hat hier glaube ich ein noch ernsteres Problem - hier würde ich sagen, dass Shinzo Abe noch zu wenig gemacht hat, um sein Land nicht in die Katastrophe zu schicken.

  • Ich glaube nicht,das man in den USA jemals die Zinsen anhebt.Die kolportierte Termin Ende 2015 oder 2016 ist unseriös.Bis dahin haben die USA 18 Billionen Schulden.Dreimal mehr,als in 2000.Jede Zinserhöhung wäre Gift für die Wirtschaft und den Schuldendienst.Im Gegenteil,da jetzt mehr Geld in den Aktienmarkt fließt,müsste die Notenbank,bald wieder Anleihen aufkaufen,um den Zins zu drücken.

  • "Keine Ahnung, ich habe keinen Kontakt zu Geistes- oder Sozialwissenschaftlern. Es gibt aber eine gewisse Schnittmenge zu Teilbereichen meiner Disziplin (z.B. behavioral finance)."

    Was man bei Wissenschaftlern aus dem Forschungsbetrieb grundsätzlich auszeichnet ist, dass sie zunächst gründlich beobachten und analysieren, bevor sie schlussfolgern. Insbesondere wenn sie empirisch tätig sind. Garcia wäre der erste Psychologe oder sozialwissenschaftler der mir begegnet wäre, dem so deutliche Schnitzer auch in der Konversation passieren.

  • "Also, bis jetzt habe ich noch keinen Grund zum Zweifel."

    Würde ein echter Psychologe mir guten Gewissens nach ein paar Sätzen über Psychologie attestieren, dass ich mich zu wenig auskenne? Woher will er wissen, wie gut ich mich wirklich auskenne? Ein sozialwissenschaftler oder Psychologe würde sich typischerweise nicht so schnell festlegen.

  • " Besonders im Zusammenhang mit unserem Chef wäre das der Brüller."

    Ich hoffe, dass deinem Chef nicht aufgefallen ist, dass dir ein Fehler unterlaufen ist, den man typischerweise als Psychologe oder sozialwissenschaftler nicht macht. Du hast mir oben nämlich etwas unterstellt, was ich gar nicht geschrieben habe und deine Kritik darauf aufgebaut.

  • Genau, es gibt die "Psychologen" wie die "BWLer", "die Polen" etc. - alle gleich. Es gibt ja auch keine Unterschiede innerhalb der Psychologie. Ob Verkehrspsychologe oder Rechtspsychologe, alle vom Verhalten wenig konfrontativ. Der Klassiker in puncto Vorurteil ist, dass "wir" eigentlich alle einen Röntgenblick haben. Also witzig, dass Sie versuchen mich zu durchschauen. Kollege? Nein, dafür kennen Sie sich wirklich zu wenig aus.

    Falls es Sie ernsthaft interessiert, dann würde Ihnen nach basalem Studium grundlegender Literatur (z.B. Laux) dazu auffallen, dass es nicht "die Psychologie" gibt, sondern dass es sich dabei um die wohl am meisten fragmentierte Wissenschaft handelt.

    Aber Ihre Stereotype zu "Psychologen sind nicht konfrontativ" werde ich gerne mit den Kollegen teilen. Besonders im Zusammenhang mit unserem Chef wäre das der Brüller.

  • "Sozialpsychologie"

    Ich drücke es mal so aus: Für einen Psychologen verhältst du dich sehr untypisch konfrontativ *g*

  • Sozialpsychologie. Wir decken aktuell noch zwei weitere (Unter)Bereiche ab.

    "Group Think" in Bezug auf Geldanlage ist ein schönes Thema. Da gab es die letzten Jahre eine Veröffentlichung aus unserem LG.

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