Marktbericht Frankfurt
Dax schließt dank US-Jobdaten so hoch wie nie zuvor

Der Arbeitsmarkt der USA sorgt für eine Überraschung und treibt die Kurse an den Börsen nach oben. Dem Dax bescheren die Daten den höchsten Schlusskurs seiner Geschichte, der Dow Jones knackt erstmals die 17.000 Punkte.
  • 42

FrankfurtDer Dax läuft zur Höchstform auf. Angetrieben von starken US-Arbeitsmarktdaten durchbrach der Leitindex zunächst die 10.000-Punkte-Marke um am Ende den Handel auf dem höchsten Schlusskurs aller Zeiten zu beenden. In Frankfurt ging der Dax mit einem satten Plus von 1,2 Prozent auf 10.029 Punkten aus dem Handel. Die Kurse in der zweiten Reihe konnten sich ebenfalls sehen lassen. Der MDax schloss ein Prozent höher auf 16.915 Zähler. Der TecDax lag 0,8 Prozent im Plus auf 1334 Zähler.

In den USA feierten die Anleger ebenfalls Rekorde. Der US-Aktienindex Dow Jones hat erstmals in seiner Geschichte die Marke von 17.000 Punkten geknackt. Nach Frankfurter Börsenschluss notierte der Dow Jones 0,5 Prozent fester auf 17.054 Punkten.

Im Juni konnten rund 288.000 neue Stellen geschaffen werden. Ökonomen hatten lediglich mit 212.000 gerechnet. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei 6,1 Prozent und damit auf dem niedrigsten Stand seit September 2008. An den US-Börsen zogen die Kurse dementsprechend ins Plus.

Der Euro hingegen musste eine Dämpfer hinnehmen. Die Gemeinschaftswährung fiel auf 1,3620 Dollar nach zuvor 1,3647 Dollar. „Der deutlich über den Erwartungen liegende Stellenaufbau unterstreicht nicht nur die fortschreitende Erholung des US-Arbeitsmarktes, sondern untermauert auch das Szenario einer zunehmenden Dynamik der US-Wirtschaft im zweiten Quartal“, hieß es in einem Kommentar der Helaba.

„Nun beginnen wieder die Gespräche: Bringt das die Fed dazu, die erste Zinserhöhung vorzuziehen?"“ sagte der Anlagestratege Darrell Cronk von Wells Fargo Private Bank. Der Leitzins liegt seit Dezember 2008 bei nahe null Prozent. Die meisten Analysten gingen bislang davon aus, dass die Fed frühestens Mitte 2015 damit beginnen wird, ihn wieder anzuheben. Die Experten von JPMorgan erwarten nun bereits für das dritte Quartal kommenden Jahres mit diesem Schritt, nachdem sie bisher das vierte Quartal im Blick hatten.

Wie erwartet hat die EZB den Leitzins nicht gesenkt. Er bleibt weiterhin auf dem historisch niedrigen Niveau von 0,15 Prozent. Dementsprechend wenig hat sich auch an den Aktienmärkten nach der Entscheidung getan. Bei der anschließenden Pressekonferenz ließ EZB-Präsident durchblicken, in welche Richtung die Geldpolitik der EZB fortgesetzt wird. „Das Bündel geldpolitischer Maßnahmen, das wir vergangenen Monat beschlossen haben, hat zu einer weiteren Lockerung unserer Geldpolitik geführt.“

Seite 1:

Dax schließt dank US-Jobdaten so hoch wie nie zuvor

Seite 2:

Landwirte rennen K+S die Türen ein

Kommentare zu " Marktbericht Frankfurt: Dax schließt dank US-Jobdaten so hoch wie nie zuvor"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • "Vor Mitte bis Ende 2015 tut sich nicht viel."

    Hmm, also ich hatte Anfang des Jahres sogar noch mit einem etwas stärkeren Jobwachstum gerechnet bei gleichzeitig schlagartig anziehender Inflation. Das ganze hat sich jetzt nur zeitlich etwas gestreckt... Allerdings mit dem Rest den du schreibst hast du etwas interessantes angesprochen: Wir sind bezüglich der Jobs ungefähr beim vorkrisenniveau, haben einen dow-Niveau, das deutlich über dem der vorkrisenniveau liegt und die Zinsen sind trotzdem extrem niedrig. Trotzdem spekuliert man darüber, ob die Zinsen tatsächlich erst bei Vollbeschäftigung angehoben werden sollen. Ein Missverhältnis möchte hier nicht jedem auffallen- zumindest nicht öffentlich;)

  • Abwarten.Vor Mitte bis Ende 2015 tut sich nicht viel.Die strukturelle Arbeitslosigkeit ist zwar ein Problem in den USA,aber das ist gerade in den Staaten ein weites Feld.Daran haben sich schon viele die Zähne ausgebissen.Im Moment streiten sich die Wissenschaftler,ab welcher Quote in den USA Vollbeschäftigung herrscht.Manche meinen ab 5% andere,erst ab 4%.

  • "Ich glaube nicht,das man in den USA jemals die Zinsen anhebt."

    Irgendetwas wird die FED machen müssen, wenn die Inflation anzieht. Und ob eine Notenbank langfristig ohne die Waffe der Zinssenkung für den Fall eines externen Schocks dastehen möchte, kann ich mir nicht so recht vorstellen. Das Verschuldungsproblem ist allerdings tatsächlich ein Hochrisikofaktor. Japan hat hier glaube ich ein noch ernsteres Problem - hier würde ich sagen, dass Shinzo Abe noch zu wenig gemacht hat, um sein Land nicht in die Katastrophe zu schicken.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%