Marktbericht Frankfurt
Dax schließt deutlich erholt

Beflügelt von überraschend positiven Zahlen zweier US-Investmentbanken und der Hoffnung auf eine weitere kräftige Zinssenkung der Fed haben deutsche Aktien am Dienstag kräftige Kursgewinne verbucht. Der deutsche Leitindex Dax hat über drei Prozent zugelegt. Tagesgewinner waren die Papiere von Volkswagen, die mehr als sieben Prozent gut machten.

HB FRANKFURT. Die deutschen Aktienindizes haben sich am Dienstag dank positiv aufgenommener Zahlen von US-Investmentbanken etwas von ihren herben Verlusten erholt. Auch die Hoffnung auf eine deutliche Leitzinssenkung der Fed sorgte für Auftrieb. Der Dax schloss mit plus 3,41 Prozent auf 6 393,39 Zähler. Für den MDax ging es um 3,11 Prozent auf 8 447,95 Zähler hoch. Der TecDax legte um 3,18 Prozent auf 716,22 Punkte zu.

"Die Unsicherheit unter den Anlegern ist aber weiter sehr hoch", sagte Marktstratege Mirko Pillep von der Helaba. Nun werde mit Spannung auf die Entscheidung der US -Notenbank am Abend geschaut. Doch eine Zinssenkung werde erst mit einigen Monaten Verzögerung am Markt ankommen, glaubt der Experte - "und daran, dass die Banken sich misstrauen und untereinander kein Geld leihen, ändert eine Zinssenkung auch nichts". Volkswirte rechnen mit einem Zinsschritt von mindestens 0,75 Prozentpunkten.

Bankenwerte reagierten positiv auf die Zahlen von Goldman Sachs . So ging es für die Deutsche Bank um 6,29 Prozent auf 69,91 Euro hoch, Commerzbank -Aktien legten um 5,55 Prozent auf 17,70 Euro zu. Auch Titel der Hypo Real Estate (HRE) legten kräftig zu. Die US-Investmentbank hatte zwar im ersten Quartal einen Gewinnrückgang vermeldet, mit 3,23 Dollar je Aktie aber immer noch deutlich mehr verdient als von Analysten erwartet (2,58 Dollar).

BMW kletterten nach der Bekräftigung der Unternehmensziele durch Firmenchef Norbert Reithofer um 4,89 Prozent auf 32,63 Euro. Analysten lobten den Ausblick. Er klinge trotz des aktuellen Währungsumfeldes optimistischer als erwartet, sagte beispielsweise Georg Stürzer von der Unicredit. Der Autobauer will seinen Gewinn in diesem Jahr trotz Belastungen durch den Verfall des Dollar und hohe Rohstoffkosten weiter ausbauen.

Unterdessen rutschten Metro am Indexende nach Zahlen um 6,68 Prozent auf 51,53 Euro ab. Händler bemängelten die nur unkonkret klingenden Umbaupläne, die weniger weit erschienen als erhofft, und den entsprechend enttäuschenden Ausblick. Der Handelskonzern will seine Kaufhof-Warenhäuser verkaufen und gewährt Real eine Galgenfrist von zwei Jahren. Die Ergebnisse seien unterdessen etwas besser als erwartet ausgefallen, hieß es zumeist von Analysten. Siemens erholten sich mit plus 6,58 Prozent auf 70,79 Euro etwas von den massiven Vortagesverlusten.

Tui waren mit minus 1,58 Prozent auf 16,87 Euro ebenfalls unter den Verlierern zu finden. Der Konzern will sich von seiner Schifffahrtstochter Hapag -Lloyd schnell trennen und einen möglichst hohen Preis erzielen. Mit dem Prinzip "Sell on good news" begründete Analyst Jochen Rothenbacher von equinet die Abschläge und verwies auf die positive Kursentwicklung der vergangenen Tage. Fundamental gebe es keine Gründe dafür, da der Ausblick des Reise- und Schifffahrtskonzerns positiv überrascht habe.

Im MDax ging es für Wacker Chemie nach Zahlen um satte 9,10 Prozent auf 125,26 Euro hoch. "Die Zahlen sind keine besonders große Überraschung, nachdem Eckdaten ja bereits bekannt waren", schrieb Analyst Christian Weiz von der Unicredit. Positiv überrascht habe die Dividende, die mit einer Sonderausschüttung nun 3,00 Euro betragen soll. Weiz hatte lediglich mit 2,60 Euro gerechnet. Der Ausblick habe ebenfalls nicht besonders aufregend geklungen. Nachdem die Aktie aber an den vergangenen zwei Handelstagen zehn Prozent an Wert verloren habe, könnte sie nun ein paar Euro zurückgewinnen, fügte ein Händler an.

Hochtief profitierten von erneuten Gerüchten um eine Anteilsaufstockung durch Actividades de Construcciones y Servicios (ACS) und legten um 6,12 Prozent auf 63,31 Euro zu. Händler schenkten diesen Spekulationen allerdings nicht viel Glauben. Kuka sprangen am Nachmittag um 7,60 Prozent auf 20,11 Euro nach oben. Der Maschinenbau-Konzern will für das abgelaufene Jahr eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie zahlen und bis zu zehn Prozent eigene Aktien zurückkaufen.

Im TecDax glänzten Versatel mit plus 15,54 Prozent auf 23,64 Euro an der Spitze. Händler verwiesen insbesondere auf charttechnische Gründe. Bei 20,60 Euro sei die Aktie nach oben ausgebrochen und habe über Stop-Buy-Orders neue Käufe ausgelöst. Die endgültigen Zahlen des Telekommunikations-Anbieters sind unterdessen nach Einschätzung der WestLB nicht signifikant von den vorläufigen Eckdaten abgewichen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%