Marktbericht Frankfurt
Dax schließt deutlich im Minus

Neue Hiobsbotschaften vom krisengeschüttelten US-Hypothekenmarkt haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Mittwoch verunsichert. Gute Geschäftszahlen wurden nicht wahrgenommen. Allerdings konnte der Dax sich zumindest vom Tagestief im Handelsverlauf wieder lösen.

HB FRANKFURT. Die Krise am US-Hypothekenmarkt hat den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch erneut auf Talfahrt geschickt. Nachdem eine weitere US-Hypothekenbank Probleme einräumte, stürzte der Dax zur Eröffnung um mehr als zwei Prozent ab. Später stabilisierte sich der Index etwas, letztlich ging der Dax 1,45 Prozent tiefer bei 7473,93 Punkten aus dem Handel. Die Anleger seien sehr nervös, sagte ein Händler. Selbst positiv beurteilte Quartalszahlen wie die der Deutschen Bank konnten die Anleger nicht zurück an den Markt locken. „Wenn die Angst im Nacken sitzt, werden gute Geschäftszahlen einfach nicht wahr genommen“, sagte ein Händler.

Auslöser der Verkaufswelle war das Eingeständnis des US-Hypothekenfinanzierers American Home Mortgage, keine Kredite mehr zur Finanzierung des Geschäfts zu erhalten. Damit stehe das Unternehmen kurz vor der Pleite, sagte ein Händler, das habe Panik ausgelöst.

American Home hat vorwiegend Kunden mit höherer Kreditwürdigkeit und nicht etwa riskante Schuldner mit schlechter Bonität, bei denen sich zuletzt die Kreditausfälle gehäuft hatten. Das erschreckt auch Experten: „Das steigert die Sorgen für den gesamten Hypotheken-Markt, weil American Home rein gar nichts mit zweitklassigen Krediten zu tun hatte“, sagte Sam Rahman, Portfolio-Manager bei Baring Asset Management. „Die Gretchenfrage ist doch hier in Deutschland, wie stark unsere Banken da mit drinhängen. Da weiß man noch viel zu wenig, und deshalb sind die Anleger sehr vorsichtig“, sagte ein Händler.

In der Bilanz der Deutschen Bank hat die US-Immobilienkrise noch keine Spuren hinterlassen. Deutschlands größte Bank hat mit einem Gewinnanstieg um 31 Prozent auf 1,78 Milliarden Euro im zweiten Quartal die Prognosen der Analysten übertroffen. Dennoch gaben die Aktien um 2,1 Prozent auf 98,80 Euro nach. Noch deutlicher unter Druck standen die Papiere der Deutschen Börse, die 5,2 Prozent auf 81,06 Euro verloren. Der Börsenbetreiber konnte trotz eines Rekordgewinns im zweiten Quartal die Erwartungen der Analysten nicht erfüllen - und wurde mit den anderen Finanzwerten „in Sippenhaft genommen“, wie ein Experte sagte. Die Aktie der Commerzbank fiel um 3,6 Prozent zurück, die der Hypo Real Estate um 1,7 Prozent.

Zu den größten Verlierern bei den Standardwerten zählten mit einem Minus von 3,5 Prozent auf 38,46 Euro die Papiere von Henkel. Der Konsumgüterkonzern hob seine Prognosen zwar an, verbuchte im zweiten Quartal aber einen überraschend hohen Gewinnrückgang. „Selbst leichte Enttäuschungen werden zum Anlass für größere Strafaktionen genommen“, sagte ein Händler. Das bekam auch die BMW-Aktie zu spüren: Nach einem unerwartet starken Gewinnrückgang im zweiten Quartal drückten die Investoren den Titel fünf Prozent ins Minus. Continental und BASF steigerten dagegen Umsatz und Gewinn im zweiten Quartal deutlich. Dennoch fielen beide Titel zurück: der des Automobilzulieferers um 1,9 Prozent, der des Chemiekonzerns um 2,3 Prozent.

Einige Werte konnten sich jedoch dem Abwärtssog entziehen: So verzeichneten Linde ein Plus von 1,3 Prozent. „Die Zahlen am Montag waren einfach sehr, sehr gut, deshalb sind Linde so stark“, begründete ein Händler die Kursentwicklung. Die Metro-Aktie notierte 0,7 Prozent höher, nachdem der Handelskonzern ein Umsatzplus von fast zehn Prozent ausgewiesen hatte. An der Spitze der Dax-Werte standen Volkswagen mit einem Kursgewinn von 1,3 Prozent.

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