Marktbericht Frankfurt
Dax schließt fast unverändert

Die deutschen Aktienindizes haben am Freitag nach einem ruhigen Handelstag uneinheitlich geschlossen. Nach unerwartet guten Daten vom US-Immobilienmarkt drehte der Leitindex Dax am späten Nachmittag kurz ins Plus, schloss dann aber mit einem leichten Minus von 0,06 Prozent auf 7 507,27 Punkte. Auffällig sei laut Experten die Präferenz für einzelne Branchen.

HB FRANKFURT. Im Wochenverlauf war der deutsche Leitindex allerdings um rund 1,75 Prozent gestiegen. Für den MDax mittelgroßer Werte ging es um 0,16 Prozent auf 10 067,49 Zähler nach unten. Das Technologiebarometer TecDax legte gegen den Trend um 0,61 Prozent auf 897,57 Punkte zu.

"Wie schon in den Vortagen hat sich das Geschehen spürbar beruhigt", sagte Marktstratege Heino Ruland von Steubing. Auffällig sei die Präferenz für einzelne Branchen. Banken-Titel würden angesichts der anhaltenden Unsicherheit um die Hypothekenkrise in den USA weiter verkauft. Eher defensiv eingestufte Industriewerte seien hingegen wieder mehr gefragt. Die Hoffnung auf eine baldige Zinssenkung sei allerdings gesunken, sagte Ruland. Das wirke wiederum negativ auf den Markt.

Die Konjunkturdaten aus den USA seien sehr gut ausgefallen, betonte Ruland. Angesichts des überraschend robusten Auftragseingangs für langlebige Wirtschaftsgüter deute nichts auf eine konjunkturelle Abschwächung. Auch die besser als erwarten Verkäufe neuer Häuser in den USA sorgten kurzzeitig für Entspannung am Markt. "Das hat einen versöhnlichen Wochenausklang gebracht", sagte Helaba-Analyst Mirko Pillep.

Finanzwerte versammelten sich entsprechend der weiter vorherrschenden Vorsicht in dem Sektor am Dax-Ende. Commerzbank gaben 1,01 Prozent auf 29,50 Euro ab, Hypo Real Estate (HRE) verloren 0,96 Prozent auf 40,11 Euro. Unter den Versicherern sanken Aktien der Münchener Rück um 0,91 Prozent auf 127,23 Euro und Allianz-Titel um 0,92 Prozent auf 157,65 Euro. Äußerungen des Chefs der in Bedrängnis geratenen US-Hypothekenbank Countrywide Financial hätten die Sorgen am Markt nicht gerade zerstreut, sagte ein Händler.

Die Aktien der Deutschen Post legten um 1,03 Prozent auf 21,53 Euro. Händler verwiesen auf sich am Markt haltende vage Spekulationen, dass die KfW Bankengruppe ihren Anteil an dem Logistiker verkaufen könnte. Metro knüpften an ihre positive Tendenz der Vortage an und verteuerten sich um 2,25 Prozent auf 59,63 Euro.

MAN-Papiere schlossen an ihre Kursgewinne der Vortage an und gewannen an der Dax-Spitze 4,46 Prozent auf 103,57 Euro. Am Markt seien erneut vage Gerüchte um ein Übernahmeangebot aufgetaucht, sagten Börsianer. Die Spekulationen sind laut Händlern zwar unglaubwürdig, trieben den Kurs aber dennoch an. Hinzu komme die Hoffnung auf neue Aufträge durch den kommenden China-Besuch von Kanzlerin Angela Merkel.

Im MDax gerieten Premiere wegen der Ankündigung einer Kapitalerhöhung um bis zu 250 Mill. Euro massiv unter Druck. "Das Kapital wird mit der Finanzierungsmaßnahme verwässert und deswegen fällt der Kurs - das ist klar", sagte ein Händler. Wahrscheinlich sorgten sich einige Investoren aber auch, dass die Rechte zur Bundesligaübertragung sehr teuer werden könnten oder das Kapital außerhalb des Kerngeschäfts "verschleudert" werde, so der Händler. Die Anteile an dem Bezahlsender verloren 7,75 Prozent auf 16,06 Euro.

Nordex standen erneut an der TecDax-Spitze und legten um weitere 11,69 Prozent auf 33,62 Euro zu. Seit vergangenem Freitag verteuerten sich die Aktien damit in der Spitze um 58 Prozent. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" wird der Windkraftanlagenhersteller voraussichtlich noch in diesem Jahr verkauft. Es lägen drei Angebote vor, die aus Sicht der Verkäufer - Goldman Sachs, CMP Capital Management-Partners sowie zwei weiteren Banken - attraktiv seien, berichtet die "FAZ" ohne Quellenangabe.

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