Marktbericht Frankfurt
Dax schließt knapp über 7 500 Punkten

Zum Ende der Quartalsberichtssaison haben die Dax-Konzerne RWE, Post und Daimler-Chrysler mit ihren Geschäftszahlen dem deutschen Aktienmarkt kaum Impulse gegeben. Erst US-Preisdaten, die etwas besser als erwartet ausfielen, versetzten die Anleger am Dienstag in Kauflaune und zogen den Dax ins Plus.

HB FRANKFURT. Der Leitindex beendete den Handel 0,6 Prozent höher bei 7 505 Punkten. Nach dem deutlichen Kursanstieg der vergangenen Wochen sei „ein bisschen die Luft raus“, sagte ein Händler. Kaufreize gingen erst am Nachmittag von den US-Verbraucherpreisen aus, die mit 0,4 Prozent im April zum Vormonat weniger stark gestiegen waren als von Analysten befürchtet. „Da hatten einige erwartet, dass die Daten schlechter ausfallen“, sagte ein Händler.

Das Interesse der Investoren zog erneut Daimler-Chrysler auf sich. Der Autobauer legte einen Tag nach der Bekanntgabe der Trennung von seiner defizitären US-Tochter Chrysler einen deutlich über den Analystenerwartungen liegenden Gewinn für das erste Quartal vor. Die Aktie blieb auf Höhenflug und setzten sich mit einem Plus von drei Prozent an die Spitze im Dax.

Gefragt waren nach einem Gewinnsprung im Auftaktquartal auch die Titel des Energieriesen RWE, die 0,4 Prozent gewannen. „Die Zahlen sind insgesamt deutlich besser ausgefallen als erwartet“, kommentierte Sal.-Oppenheim-Analyst Matthias Heck. „Es gibt aber politische Unsicherheiten, weshalb RWE die Zuwächse im ersten Quartal nicht auf das Gesamtjahr fortschreibt“, sagte er. RWE ist die geplante Verschärfung des Kartellrechts zum Schutz vor überhöhten Preisen ein Dorn im Auge.

Auch die Deutsche Post konnte mit Quartalszahlen, die teilweise die Erwartungen der Analysten deutlich übertrafen, die Anleger überzeugen. Die Papiere des Logistikkonzerns legten 0,64 Prozent zu.

Schlusslicht im Dax waren mit einem Abschlag von 2,1 Prozent dagegen die Papiere der Postbank, die am Vortag Zahlen vorgelegt hatte. „Die Postbank war gut gelaufen, und die Zahlen waren jetzt nicht so prickelnd“, sagte ein Händler. Daher würden nun Gewinne mitgenommen.

Quartalszahlen bewegten auch die Kurse in MDax und TecDax. Im MDax zogen die Papiere des Aromenherstellers Symrise um 0,6 Prozent an, während die Titel von Stada mit einem Abschlag von 4,2 Prozent ans Ende des Index rutschten. Hochtief setzten sich hingegen mit einem Plus von 3,6 Prozent an die Spitze der Nebenwerte. Mit den Daten zum Auftragseingang sei der Aufschlag nicht zu begründen, sagte ein Händler. Es gebe eine große Kauforder im Markt.

Dahinter reihten sich die Papiere des Spezialchemiekonzerns Lanxess mit einem Anstieg von 3,5 Prozent ein. Händler führten die Nachfrage nach dem Wert auf den positiven Ausblick des Branchenverbandes VCI für die deutsche Chemieindustrie zurück. Für Gesprächsstoff sorgte HeidelbergCement, die für umgerechnet 11,7 Milliarden Euro den britischen Baustoffproduzenten Hanson übernehmen will. Den Kaufpreis will der weltweit viertgrößte Zementhersteller unter anderem mit einer Kapitalerhöhung finanzieren. Dies verstimmte die Anleger - die Aktie verlor 0,8 Prozent.

Ein fulminantes Börsendebüt gab der Baumaschinenhersteller Wacker Construction. Die Papiere des Münchener Traditionsunternehmens beendeten den ersten Handelstag bei 25,80 Euro. Sie lagen damit 17 Prozent über ihrem Zuteilungspreis von 22 Euro. Anleger konnten daher deutliche Zeichnungsgewinne verbuchen.

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