Marktbericht Frankfurt
Dax schließt knapp unter 7 800 Punkten

Die schwächer als erwartet angelaufene US-Bilanzsaison hat die Sorgen der Anleger vor einer Konjunkturabschwächung verstärkt und auch am deutschen Aktienmarkt die Kurse belastet. Vor allem Finanzwerte gerieten am Montag unter Druck. Der Dax fiel um gut ein Prozent auf 7 794 Punkte.

HB FRANKFURT. „Einige fürchten, dass die US-Kreditkrise sich doch länger als bislang gedacht hinziehen könnte“, sagte ein Händler. Von den rund 130 US-Unternehmen, die bislang ihre Zwischenberichte für das Sommerquartal veröffentlicht haben, verfehlte gut ein Viertel die Prognosen.

In Frankfurt verstimmte Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller die Anleger zusätzlich mit seiner Aussage, die Belastungen aus dem Engagement am US-Hypothekenmarkt lägen wohl über den bisher genannten 80 Mill. Euro. „Das war nun wie ein Nackenschlag“, fasste Bankanalyst Konrad Becker von Merck Fink die Enttäuschung der Investoren zusammen, die auf ein baldiges Ende der Krise gesetzt hatten. Commerzbank-Aktien fielen um 2,9 Prozent auf 29,26 Euro. In ihrem Fahrwasser verloren die Aktien der Hypo-Real-Estate fast vier Prozent, Postbank-Papiere zwei Prozent und Deutsche-Bank-Anteilsscheine ein Prozent.

Unter Druck gerieten auch die Daimler-Aktien, was Händler mit der Nervosität von Anlegern im Vorfeld der Veröffentlichung der Quartalszahlen am Donnerstag begründeten. „Es wurden Gerüchte gestreut, dass die Zahlen negativ überraschen würden“, sagte ein Händler. „Aber unsere Analysten haben gesagt, das sei Unsinn“, fügte er hinzu. Die Schätzungen der Analysten für den Quartalsüberschuss weichen stark voneinander ab. Daimler-Aktien fielen um 2,9 Prozent.

Dem negativen Trend konnten sich wieder einmal die VW-Aktien entziehen, die 1,6 Prozent zulegten. Händler vermuteten, dass Porsche weiter VW-Aktien kauft. „Am Dienstag kippt der EuGH vermutlich das VW-Gesetz, was für Porsche den Weg frei machen könnte“, kommentierte ein Händler. Einem Magazinbericht zufolge will Porsche sich mit der Aufstockung seines VW-Anteils Zeit lassen. Das VW-Gesetz begrenzt das Stimmrecht eines Aktionärs auf höchstens 20 Prozent. Porsche hält inzwischen rund 31 Prozent an VW und sieht in der Begrenzung eine Verletzung seiner Eigentums- und Aktionärsrechte.

Im Nebenwerteindex MDax ließ ein erneutes Übernahmeangebot der australischen Macquarie-Bank den Aktienkurs von Techem 17 Prozent nach oben schnellen. „Die Leute setzen auf die Übernahme, das Unternehmen ist gut, und der Preis scheint in Ordnung“, sagte ein Händler. Zu den Schlusslichtern im MDax zählten dagegen die Aktien von Arques mit einem Abschlag von fünf Prozent. Die Beteiligungsgesellschaft verliert bereits ihren zweiten Top-Manager in diesem Jahr, was Anleger nervös macht.

Die Aktien von ProSiebenSat.1 büßten erneut ein und schlossen 2,6 Prozent niedriger. „Da will wohl immer noch ein großer Anleger raus“, spielte ein Händler auf den Kursrutsch vom Freitag an, als die Aktie über acht Prozent verloren hatte. Weitere Nebenwerte gerieten unter Druck, was Händler mit Gewinnmitnahmen begründeten. Die Aktien des Anlagen- und Roboterbauers Kuka fielen um 5,4 Prozent und die des Maschinen- und Anlagenbauers Gea um 5,1 Prozent.

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