Marktbericht Frankfurt
Dax schließt kräftig im Plus

Gestützt von positiven US-Konjunkturdaten und den Gewinnen an der New Yorker Börse hat der Dax am Freitag kräftige Kursgewinne verbucht. Der deutsche Leitindex stieg zum Wochenausklang um 0,86 Prozent auf 7 479,34 Zähler, nachdem er im frühen Handel noch bis auf 7 304 Punkte gefallen war.

HB FRANKFURT. Zu den größten Gewinnern zählten die Aktien von RWE, die von Übernahmespekulationen profitierten. Der Leitindex schloss 0,9 Prozent im Plus bei 7479 Punkten.

„Der Dax hatte sich vor Eröffnung der Wall Street auch schon ganz gut gehalten, und dass die Kurse in den USA jetzt weiter steigen, hilft natürlich auch“, sagte ein Händler. Nach Konjunkturdaten aus den USA grenzte der Dax seine Verluste Schritt für Schritt ein. Die US-Erzeugerpreise waren im April in der Kernrate nicht wie erwartet gestiegen, sondern blieben stabil. Der US-Einzelhandelsumsatz war zwar im April schwächer als erwartet ausgefallen, die Vormonatszahlen waren jedoch nach oben korrigiert worden. „Einige haben wohl mit Schlimmerem gerechnet“, sagte ein Händler.

Für Gesprächsstoff auf dem Börsenparkett sorgte RWE, nachdem der Südwestrundfunk berichtet hatte, der französische Versorger EdF wolle den deutschen Konkurrenten übernehmen. EdF-Manager seien dafür schon im Bundeskanzleramt vorstellig geworden - dies dementierten jedoch sowohl EdF als auch die Bundesregierung. RWE selbst teilte mit, keine Anzeichen für ein Übernahmeangebot der Franzosen zu haben. „Jetzt haben alle dementiert, aber offenbar glaubt es keiner“, sagte ein Händler. „Irgendetwas ist da vielleicht doch dran.“ Eine solche Übernahme wäre durchaus sinnvoll, fügte ein anderer hinzu. Ein Börsianer verwies darauf, dass eine Übernahme von RWE wegen der Aktionärsstruktur und der Beteiligung der Kommunen an dem Versorger schwierig wäre. RWE-Aktien schlossen gut sechs Prozent im Plus.

Gefragt waren auch die Aktien von Daimler-Chrysler, die um 2,6 Prozent zulegten. Der Markt rechne damit, dass sich in Sachen Chrysler-Verkauf bald etwas tue, sagte ein Händler. Der Autokonzern erwägt, sich von der angeschlagenen US-Tochter zu trennen, und hat Gespräche mit mehreren Interessenten eingeräumt. Die Aktien von BMW kletterten um drei Prozent.

Die Aktien der Telekom schlossen zu Beginn des ersten Streiks in der Geschichte des Konzerns 0,6 Prozent höher. „Alle haben mit dem Streik gerechnet, und viel Negatives ist im Kurs schon enthalten. Die Frage ist jetzt, wie lange der Streik anhält“, sagte ein Händler.

Im MDax zählten Karstadt-Quelle-Aktien mit einem Minus von 1,5 Prozent zu den größten Verlierern. Der Handelsriese hatte die Anleger mit seinem Zwischenbericht enttäuscht. „Die Erwartungshaltung zu Karstadt war eigentlich eher positiv, und dann kamen die Zahlen ganz schlecht“, sagte ein Händler.

Unter Druck gerieten die Papiere von IWKA. Equinet-Analyst Thomas Nagel begründete das Minus bei den Aktien des Maschinen- und Anlagenbauers von 1,1 Prozent mit einer Reaktion auf die vorangegangenen Kursgewinne.

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