Marktbericht Frankfurt
Dax schließt mit hohem Jahresplus

Ohne neue Impulse haben die deutschen Aktienindizes am Freitag das Börsenjahr 2006 in einer verkürzten Sitzung uneinheitlich beendet. Angesichts der verkürzten Börsensitzung hielten sich Investoren mit Engagements stark zurück. Für die ersten Handelstage 2007 äußerten sich Börsianer optimistisch.

HB FRANKFURT. Mit knapp unter 6600 Punkten hat sich der Deutsche Aktienindex (Dax) am Freitag aus einem guten Börsenjahr verabschiedet. Zwar verfehlte der Leitindex das erst am Vortag aufgestellte Sechs-Jahres-Hoch von 6 629 Punkten und fiel um 0,2 Prozent auf 6 596,92 Punkten. Damit notierte der Leitindex aber immer noch 22 Prozent höher als vor Jahresfrist mit 5 408,26 Zählern. Der Nebenwerteindex MDax beendete das Jahr mit 9 404 Punkten so hoch wie noch nie seit seiner Einführung im Januar 1996. Gegenüber dem Vorjahr legte der Index 28 Prozent zu.

Am traditionell verkürzten letzten Handelstag des Jahres bewegten sich die Aktienkurse nur noch in sehr engen Spannen. Erst in der Schlussauktion rutschte der Dax unter die 6 600-Punkte-Marke, zuvor hatte er meist um den Vortagesschluss von 6611 Zählern gependelt. Der Tagesumsatz im Dax war mit 33 Millionen Aktien gering. Zum Vergleich: An einem Durchschnittstag wechseln allein 30 Millionen Aktien der Deutschen Telekom den Besitzer.

Siemens-Aktien knüpften mit plus 0,40 Prozent auf 75,14 Euro an die Vortagesgewinne im Kielwasser eines Milliardenauftrags der Bundeswehr an. Lufthansa profitierten zeitweise von einem positiven Kommentar der Citigroup, endeten aber unverändert bei 20,85 Euro. Sie zählten mit einem Kursplus von 67 Prozent im Jahresverlauf ohnehin zu den DAX-Favoriten.

Linde-Titel beendeten dagegen das Jahr mit minus 1,58 Prozent bei 78,26 Euro als DAX-Schlusslicht. Im Zusammenhang mit dem Handelsembargo der Vereinten Nationen (UN) gegen den Irak ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Linde-Konzern. Geprüft werde ein Verstoß des Gasherstellers gegen das Außenwirtschaftsgesetz, bestätigte der Leitende Münchner Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeldt einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Focus“.

„Das war ganz einfach ein gutes Jahr“, freute sich ein Händler. Im nächsten Jahr dürften die Kurse angesichts der Konjunkturaussichten für Deutschland weiter zulegen. Ob Ende 2007 das Plus aber nochmal so hoch wie in diesem Jahr ausfalle, sei fraglich, denn schließlich habe der Leitindex auch 2005 fast 30 Prozent und der MDax sogar 36 Prozent gewonnen. Nicht zuletzt hänge die Kursentwicklung von der Wall Street ab, und dort klafften die Einschätzungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung weit auseinander. „Von Rezession bis Aufschwung wird da alles für möglich gehalten“, erklärte ein Händler. Trotz dieser Unsicherheiten sagen einige Händler für Januar einen ersten Test der 7000-Punkte-Marke voraus.

Die vor zehn Jahren beim Börsengang als Volksaktie beworbenen T-Aktie hat den Anlegern auch in diesem Jahr keine Freude bereitet. Gegenüber dem Vorjahresschluss verlor sie 1,7 Prozent auf 13,84 Euro und war damit der drittschwächste Dax-Wert. Immerhin haben sich die Telekom-Aktien damit auf der Dax-Rangliste vom Schlusslicht 2005, als der Kurs um gut 15 Prozent eingebrochen war, etwas nach oben gearbeitet. Größter Verlierer im Dax waren auf Jahressicht die TUI-Titel mit einem Abschlag zwölf Prozent auf 15,14 Euro. Dritter im Bunde der Dax-Verlierer waren Adidas mit einem Minus fast sechs Prozent auf 37,73 Euro.

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