Marktbericht Frankfurt
Dax schließt mit leichtem Kursplus

Gestützt von Kursgewinnen bei Daimler-Chrysler und einem unerwartet robusten Ifo-Geschäftsklimaindex hat der Dax am Dienstag etwas zugelegt. Der Leitindex stieg um 0,43 Prozent auf 6 858,34 Zähler und machte damit seine tags zuvor eingefahrenen Verluste zum Teil wett.

rtr FRANKFURT. Die vom Münchener Ifo-Institut gemessene Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im März überraschend verbessert. Ein Rückgang des Verbrauchervertrauens in den USA und die anhaltende Verunsicherung über die Lage am US-Immobilienmarkt belasteten die Kurse an der Wall Street und drückten den Dax am Nachmittag unter sein Tageshoch.

Für Bewegung am Markt sorgte eine Mitteilung von Daimler-Chrysler, die Vorlage der Quartalszahlen von Ende April auf den 15. Mai zu verschieben. Auf dem Börsenparkett wurde dies als Indiz dafür gewertet, dass sich trotz aller Dementis aus dem Konzern in Sachen Chrysler-Verkauf schneller als gedacht etwas tun könnte. „Wenn sie Chrysler jetzt schnell abstoßen, wird das der Aktie wohl noch einmal ordentlich helfen“, sagte ein Händler. Das Papier stieg um 2,85 Prozent auf 61,92 Euro, auch gestützt von einem positiven Kommentar des Investmenthauses Morgan Stanley.

Unter Abgabedruck standen weiter VW-Aktien, die bis auf 110,05 Euro fielen, sich später allerdings berappelten. „Der Kurs wird sich wohl allmählich auf dem Niveau des erwarteten Übernahmeangebots von Porsche einpendeln“, sagte ein Händler. Am Montag hatten die Titel mehr als drei Prozent verloren. Großaktionär Porsche hatte nach der Aufstockung seines Anteils auf mehr als 30 Prozent angekündigt, das damit fällige Übernahmeangebot an die restlichen Anteilseigner werde wohl in Höhe des gesetzlichen Mindestpreises um 101 Euro liegen.

Bei den Investoren gefragt waren dagegen die Aktien von Adidas, die auf bis zu 41,21 Euro zulegten. Händler verwiesen darauf, dass der Unternehmer Michael Ashley seinen Anteil an dem fränkischen Sportartikelhersteller auf 3,1 Prozent aufgestockt hat. Ashley ist der Gründer der größten britischen Einzelhandelskette für Sportartikel, Sports Direct. Ein anderer Händler verwies auf eine Kurszielerhöhung von Merrill Lynch: „Die setzen 47 Euro an, das ist ordentlich.“ Auch der im Nebenwerteindex MDax gelistete Konkurrent Puma profitierte Händlern zufolge von einer Kauf-Empfehlung des Investmenthauses und einem Kursziel von 320 Euro. Puma-Aktien kletterten um 3,5 Prozent auf 276,50 Euro.

Wichtiges Thema am Markt blieb der Übernahmekampf des Versorgers Eon um den spanischen Konkurrenten Endesa, bei dem die Düsseldorfer einen Teilerfolg für sich verbuchen konnten. Eon-Titel kletterten um 0,3 Prozent auf 100,60 Euro. Der drittgrößte Endesa-Aktionär, die spanische Sparkasse Caja Madrid, hat mit den Deutschen vereinbart, dass sie in spätestens zwei Jahren deren 9,9-prozentigen Anteil an Endesa übernehmen können.

Im Kleinwerteindex SDax profitierten die Aktien von Air Berlin davon, dass die Fluggesellschaft den Konkurrenten LTU übernimmt. Die Papiere stiegen um 1,23 Prozent auf 16,40 Euro. „Was den Kurs jetzt wirklich treibt, sind die absehbaren Synergieeffekte“, sagte ein Händler. Der Kaufpreis liegt bei 140 Mill. Euro.

EM.TV legten um 3,88 Prozent auf 4,55 Euro zu. Das Medienunternehmen hat 2006 dank seiner Sportsparte Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert und schließt eine Übernahme durch einen Konkurrenten nicht aus.

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