Marktbericht Frankfurt
Dax schließt über 7 600 Punkten

Quartalsergebnisse zahlreicher Unternehmen haben die Anleger auch am Mittwoch in den Aktienmarkt gelockt. Zudem stützte die Einschätzung der US-Notenbank Fed, wonach die US-Wirtschaft trotz der Turbulenzen an den Kreditmärkten weiter moderat wächst.

HB FRANKFURT. Der Dax schloss 1,2 Prozent im Plus bei 7 605,94 Punkten. Gefragt waren neben Finanzwerten vor allem Aktien aus dem zuletzt vernachlässigten Technologiesektor. Der Technologieindex TecDax legte drei Prozent auf 922 Punkte zu.

Die Krise am US-Hypothekenmarkt rücke vorübergehend in den Hintergrund, sagte ein Händler. „Werte werden im Moment eher als günstig wahrgenommen, und darum steigen einige Investoren wieder ein.“ Die Fed erklärte, die in Turbulenzen geratenen Kreditmärkte würden genau beobachtet. Künftige Zinsentscheidungen hingen weiterhin hauptsächlich von der Inflation und vom Wirtschaftswachstum ab.

Ihre Erholung setzten die Finanzwerte fort, die wegen der US-Hypothekenkrise zuletzt arg gebeutelt waren. Die Aktien der Deutschen Bank gewannen 1,3 Prozent, Allianz verteuerten sich um 2,1 Prozent. Größter Dax-Gewinner waren aber Bayer mit einem Kursplus von 5,8 Prozent. Mehrere Großbanken empfahlen die Titel des Pharma- und Chemieriesen am Tag nach der Vorlage der Geschäftszahlen zum Kauf.

Von einer europaweit guten Branchenstimmung profitierten Infineon, die 1,7 Prozent gewannen. „Der Infineon-Aktie hilft auch der neue Kooperationsvertrag von Qimonda“, sagte ein Händler. Die Tochter des Münchener Chipherstellers hat mit der italienischen EEMS einen Vertrag zur Endmontage von Speicherchips geschlossen. Mit einem überraschend kräftigen Gewinnanstieg konnte Adidas die Anleger locken. „Die Zahlen waren ganz in Ordnung, und es scheinen sich erstmals Synergieeffekte aus der Übernahme von Reebok zu zeigen“, sagte ein Händler. Die Titel des Sportartikelhersteller schlossen 0,5 Prozent höher.

Zu den größten Verlierern im Dax zählten dagegen die Aktien von VW mit einem Minus von einem Prozent. Die Analysten von Goldman Sachs strichen den Autobauer nach den jüngsten Kursgewinnen aus ihrer „Conviction Buy List“.

Im Nebenwerteindex MDax machte die Fraport-Aktie nach positiven Analystenkommentaren ihren über fünfprozentigen Vortagesverlust mit einem Anstieg von zwölf Prozent mehr als wett. Die zuletzt wegen der Krise an den US-Immobilienmärkten gemiedenen Papiere von Patrizia Immobilien schossen um zehn Prozent nach oben. Dagegen büßten Vossloh aufgrund von Gewinnmitnahmen 5,7 Prozent ein. Die Analysten der WestLB nahmen die Aktie des Verkehrstechnikkonzerns mit „Reduce“ in ihre Bewertung auf. Ein unter den Erwartungen liegender Nettogewinn im Quartal drückte die Titel von Rheinmetall 5,6 Prozent ins Minus.

Die Aktien der Aareal Bank gaben nach dem überraschenden Ausscheiden von Finanzchef Christof Schörnig 5,2 Prozent nach. „Die Anleger haben Angst, dass die Aareal Bank in die Krise am US-Hypothekenmarkt verwickelt sein könnte“, sagte ein Händler. Ein Sprecher des Immobilienfinanzierers versuchte zu beschwichtigen: „Wir können ruhigen Gewissens sagen, wir haben überhaupt kein Problem in der Bank mit Subprime-Investments.“

Bei den Technologiewerten im TecDax deckten sich die Anleger mit Solarwerten ein. Solon verteuerten sich um 14,6 Prozent. „Die Aktie profitiert von mehreren Hochstufungen“, sagte ein Händler. Fusionsspekulationen trieben den Kurs von QSC um mehr als 15 Prozent nach oben. Der Telekommunikationsanbieter wollte sich zu möglichen Gesprächen über einen Zusammenschluss mit Freenet nicht äußern. Freenet-Chef Eckhard Spoerr hatte Reuters gesagt, erste Kontakte zu potenziellen Interessenten über eine Fusion oder einen Verkauf aufgenommen zu haben. Freenet fielen um 1,8 Prozent.

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