Marktbericht Frankfurt
Dax schließt wieder unter 6 900er Marke

Inflationsängste haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Mittwoch zu Aktienverkäufen veranlasst. Der Dax fiel um 1,5 Prozent auf 6 899 Punkte. "Da ist eine permanente Unsicherheit", sagte ein Händler. "Die Anleger sind extrem nervös, eigentlich weiß keiner, wo es lang geht und so folgen wir noch mehr als sonst dem Auf und Ab der Wall Street."

HB FRANKFURT/M. Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag unter dem unerwartet hohen Anstieg der US-Verbraucherpreise gelitten und mit Verlusten geschlossen. Der Dax schloss mit einem Minus von 1,47 Prozent auf 6 899,68 Zähler und büßte damit seine moderaten Gewinne vom Vortag wieder komplett ein. Für den MDax ging es um 0,93 Prozent auf 9 103,81 Punkte nach unten. Der TecDax verlor 1,45 Prozent auf 806,23 Zähler.

Die US-Verbraucherpreise waren im Januar im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Prozent und damit stärker als von Experten prognostiziert geklettert. Der unerwartet hohe Anstieg bestätige die Inflationsgefahr, die bereits zum Anfang der Woche durch den hohen Ölpreis angedeutet worden war, sagte Postbank -Aktienhändler Ascan Iredi. Die US -Notenbank müsse jetzt die Waage halten zwischen den beiden vorherrschenden Problemen - Inflationsgefahr und Kreditkrise.

Titel von RWE verbilligten sich um 2,88 Prozent auf 85,46 Euro. Der Versorger will zwar eigene Aktien im Wert von bis zu 2,5 Mrd. Euro zurückkaufen. Negativ bewerteten die Anleger jedoch den enttäuschenden Dividendenvorschlag von 3,15 Euro, sagten Händler. Marktteilnehmer hätten mit einem Wert von 3,46 Euro gerechnet.

Darüber hinaus standen am deutschen Aktienmarkt mehrere Unternehmen mit Zahlen im Blick: Aktien der Deutsche Börse verloren 2,64 Prozent auf 115,15 Euro. Das am späten Dienstagabend vorgelegte Jahresergebnis des Börsenbetreibers ist nach Meinung von Experten zwar alles in allem etwas besser als erwartet ausgefallen. Händler sahen aber in der vorgeschlagenen Dividendenerhöhung auf 2,10 Euro Enttäuschungspotenzial, Analystenschätzungen hätten bei 2,25 Euro gelegen.

Das Papier von Fresenius Medical Care (FMC) stieg hingegen als bester Dax-Wert um 2,47 Prozent auf 35,70 Euro. Die Zahlen des Dialysespezialisten fielen 2007 "besser als erwartet" aus, kommentierten Händler. Die Titel der FMC -Mutter Fresenius lagen im MDax nach der Vorlage von Jahreszahlen mit 2,48 Prozent auf genau 55,00 Euro im Plus. Der Gesundheitskonzern habe in allen Geschäftsbereichen gute Ergebnisse erzielt, schrieb Analyst Chris Donnellan von Dresdner Kleinwort.

Aktien von Infineon Technologies , die um 0,56 Prozent auf 5,43 Euro kletterten, profitierten Börsianern zufolge von den guten Zahlen von Hewlett -Packard . Deutsche Telekom -Papiere verloren 3,05 Prozent auf 12,70 Euro. Händler verwiesen auf ein ganzes Bündel von Belastungsfaktoren. Fundamental belaste vor allem eine neue Runde im Preiskampf in den USA. Ein weiterer Grund sind Börsianern zufolge Sorgen um die finanzielle Ausstattung des Telekom -Großaktionärs Blackstone , nachdem KKR Probleme zu haben scheint.

In der zweiten Reihe verloren die Aktien von MLP nach Zahlen 8,96 Prozent auf 10,06 Euro und übernahmen damit die rote Laterne im MDax. Marktteilnehmer zeigten sich vor allem von dem Ausblick enttäuscht, wohingegen die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr ein unterschiedliches Echo auslösten. Während die Gewinnkennziffern überwiegend im Rahmen der Erwartungen lagen, gab vor allem die Umsatzentwicklung Anlass zur Kritik.

Leoni -Papiere gewannen nach einem positiven Analystenkommentar an der Indexspitze 7,18 Prozent auf 28,53 Euro. Die Deutsche Bank hatte die Titel von "Sell" auf "Hold" gehoben und das Kursziel von 28 Euro bestätigt. Die Analysten hoben insbesondere die positiven Wachstumsaussichten des Autozulieferers hervor.

Titel von Freenet gewannen im TecDax 11,82 Prozent auf 12,96 Euro und waren damit der klare Favorit der Anleger. Ein Händler bewertete positiv, dass der Telekomanbieter seine Papiere für unterbewertet halte und deshalb ein Aktienrückkaufprogramm plane. Die Nachricht, dass die Erlöse aus einem möglichen Verkauf des DSL-Bereiches in Form einer Sonderdividende ausgeschüttet werden könnten, habe die zuletzt etwas abgeflaute Phantasie in den Titeln wieder angeheizt, sagte der Börsianer.

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