Marktbericht Frankfurt
Dax schließt zwei Prozent schwächer

Verunsichert von der Krise an den US-Kreditmärkten haben sich die Anleger am Donnerstag wieder vom deutschen Aktienmarkt zurückgezogen. Auch Quartalszahlen von zahlreichen Unternehmen konnten die Anleger nicht locken.

HB FRANKFURT. Der Dax schloss zwei Prozent im Minus bei 7 453 Zählern und zehrte damit einen Großteil seiner Gewinne der vergangenen drei Tage wieder auf. „Es gibt Befürchtungen am Markt, dass weitere Risiken aus der US-Hypothekenkrise bei deutschen Banken schlummern und dass manche stärker betroffen sind als man das erwartet“, sagte Analyst Heino Ruland vom Brokerhaus Steubing.

Ein Börsianer ergänzte: „Wenn die starken Quartalsergebnisse der Unternehmen nicht wären, würde der Markt noch tiefer fallen.“

Für Verunsicherung sorgte unter anderen die WestLB. Das Geldhaus räumte ein, von den Verwerfungen am US-Immobilienmarkt betroffen zu sein. Öl ins Feuer goss auch die Privatbank Sal. Oppenheim, die einen 750 Mill. Euro schweren ABS-Fonds schloss. In Frankreich legte die Großbank BNP Paribas drei ihrer Fonds auf Eis.

Unruhe brachte auch ein kurzfristig anberaumtes Treffen der Bundesbank zur Rettung der Mittelstandsbank IKB, das zu neuen Spekulationen über weitere womöglich betroffene Geldhäuser führte. Die Bundesbank betonte jedoch, das es bei dem Treffen lediglich um die Umsetzung des Rettungsplans für die wegen Fehlspekulationen am Markt für zweitklassige US-Hypotheken (Subprime) in Schieflage geratene IKB gegangen war.

Unterdessen versuchte die Commerzbank die Anleger zu beruhigen. „Die Subprime-Krise ist kein großes Thema für uns“, sagte Finanzchef Eric Strutz. Nach einem Rekordgewinn im ersten Halbjahr kündigte Vorstandschef Klaus-Peter Müller an, die Renditeprognose von mehr als zwölf Prozent deutlich zu übertreffen. Die Anleger konnte dies nicht überzeugen. „Die Commerzbank hat versucht, das Thema Subprime herunterzuspielen, aber das scheint den Markt nicht zu beeindrucken“, sagte ein Händler. Commerzbank-Aktien schlossen 4,3 Prozent im Minus und waren damit die größten Verlierer im Dax. Die Papiere der Deutschen Bank büßten 3,9 Prozent ein, die Titel des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate 3,8 Prozent.

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