Marktbericht Frankfurt
Dax setzt Talfahrt fort

Die deutschen Aktienindizes haben die Handelswoche am Freitag mit Kursverlusten beendet. Der Dax schloss nur knapp über der Marke von 7600 Punkten. Im Wochenvergleich hat der Leitindex damit rund 200 Punkte oder 2,6 Prozent abgegeben.

HB FRANKFURT. Angesichts der Ungewissheit über die Folgen der US-Subprime-Krise hat zum Wochenschluss am deutschen Aktienmarkt die Vorsicht überwogen. Viele Anleger sicherten ihre Gewinne ab und machten Kasse. "Einige Investoren - vor allem aus den USA - reduzieren ihre Bestände, vermutlich um Löcher zu stopfen“, mutmaßte ein Händler.

Der Dax fiel um 0,7 Prozent auf 7612 Punkte und hat damit gegenüber der Vorwoche etwa 2,6 Prozent eingebüßt.Das Tagestief lag bei 7 565 Punkten, das -hoch bei 7 656. Der kleine Verfall an den Terminbörsen verlief unspekektakulär. Marktteilnehmer sprachen von einem nervösen Geschäft, wobei es nach den Verlusten in dieser Woche aber erste Anzeichen einer Stabilisierung gegeben habe. Technische Analysten rechnen erst bei einer Rückkehr über die Marke von 7 700 Punkten mit einer ersten Entspannung.

Eine stärkere Erholung sei durch die schwachen US-Konjunkturdaten vereitelt worden: Im Oktober ging die US-Industrieproduktion um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat zurück. Volkswirte hatten dagegen mit Anstieg um 0,1 Prozent gerechnet.

Zu Beginn des 4. Quartals habe das Niveau der Industrieproduktion damit um 0,3 Prozent unter dem durchschnittlichen Stand des 3. Quartals gelegen, meinte eine Marktteilnehmerin. Dies untermauere die Erwartung, dass sich das BIP-Wachstum im letzten Jahresviertel deutlich verlangsamen wird.

Größter Dax-Verlierer waren die Infineon -Aktien, die mit einem Abschlag von 10,4 Prozent auf negative Analystenkommentare zu den in dieser Woche vorgelegten Geschäftszahlen reagierten.

Börsianer begründeten die schlechte Stimmung mit Befürchtungen, die Banken könnten auch im vierten Quartal einen erhöhten Abschreibungsbedarf haben. "Wir glauben, dass die Schätzungen noch zu optimistisch sind“, sagte Aktienstratege Carsten Kluge von MM Warburg. Damit könnte die wirtschaftliche Abschwächung stärker als erwartet ausfallen.

Deshalb standen die Bankentitel weltweit unter Druck: Die Aktien des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate verloren 3,5 Prozent, Commerzbank gut zwei Prozent und Deutsche Bank 1,5 Prozent.

Auch die im MDax notierten Banken ließen Federn - allen voran die Aktien der IKB mit einem Abschlag von 5,8 Prozent. Der wegen der US-Hypothekenkrise angeschlagenen Mittelstandsbank drohen Finanzkreisen zufolge neue Belastungen.

Die Infineon -Aktien beschleunigten ihre Talfahrt bei hohem Umsatz. Händler verwiesen auf eine Reihe negativer Kommentare zu den Geschäftszahlen in dieser Woche. "Wenn man eine Gelegenheit hat, die Aktie zu verkaufen, sollte man das nutzen“, riet ein Börsianer.

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