Marktbericht Frankfurt
Dax setzt Talfahrt mit neuem Schwung fort

Die Rekordjagd des Euro und die Krise am US-Hypothekenmarkt haben dem deutschen Aktienmarkt am Mittwoch schwer zugesetzt und den Dax zwischenzeitlich um über zwei Prozent ins Minus gedrückt. "Von jeder Seite kamen schlechte Nachrichten, da ist es klar, dass der Dax weiter nachgibt", sagte ein Händler.

HB FRANKFURT. Dennoch wollte keiner der Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß erwischt werden: Mit Blick auf die leichten Kursgewinne im frühen Handel an der Wall Street verringerte der Dax seine Kursverluste wieder. Letztlich schloss der Index bei 7 898,54 Punkten, ein Minus von 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorabend.

Vor allem die Nachrichten vom US-Hypothekenmarkt hätten die Anleger verschreckt, sagten Börsianer. Standard & Poor's hatte am Dienstag erklärt, möglicherweise das Rating für 612 Anleihen zu senken, die mit zweitklassigen Hypotheken besichert sind. Dabei geht es um ein Volumen von zwölf Mrd. Dollar. Auch Moody's teilte mit, seine Bewertung für 399 hypothekenbesicherte Anleihen zu senken. "Das weckte erneut Befürchtungen, die Krise könnte sich ausweiten", sagte ein anderer Händler.

Zudem setzte der Euro zu einer wahren Rekordjagd an: Mit 1,3784 Dollar erreichte die Gemeinschaftswährung zeitweise den höchsten Stand seit seiner Einführung 1999. Das trübte die Stimmung - schließlich wird es damit für die stark exportlastige deutsche Wirtschaft schwerer, ihre Produkte im Ausland zu verkaufen.

Die meisten der 30 Dax-Werte standen auf der Verliererseite, nur Hypo Real Estate und Bayer konnten sich dem Abwärtssog entziehen. Die Hypo-Real-Estate-Aktie verdankte ihr Plus von 2,8 Prozent auf 47,95 Euro einer höheren Gewinnprognose: Nach einem starken zweiten Quartal stellte der Immobilienfinanzierer für 2007 nun einen Vorsteuergewinn von mehr als 710 Mill. Euro in Aussicht, bisher waren mindestens 680 Mill. Euro vom Unternehmen prognostiziert worden. Bayer half dagegen ein positiver Analystenkommentar ins Plus: Merrill Lynch hatte Bayer zum Kauf empfohlen. "Das stützt", sagte ein Händler. Die Titel legten um 1,4 Prozent zu.

Die größten Kursverluste wies dagegen die Aktie von Daimler-Chrysler auf, die um 1,6 Prozent auf 67,36 Euro zurückfiel. Börsianern zufolge kursierten am Markt Gerüchte, der Finanzinvestor Cerberus habe Schwierigkeiten bei der Finanzierung der Übernahme von Chrysler. Daimler-Chrysler zufolge gibt es keine Hinweise auf "irgendeine Verzögerung" bei der Transaktion. Doch manche Marktteilnehmer blieben skeptisch. Es sei nicht auszuschließen, dass die Finanzierung kippe, sagte ein Börsianer. Auch die anderen Autowerte fielen zurück: BMW sanken um 1,3 Prozent, Volkswagen um 1,1 Prozent. "Da kommt alles zusammen: Die steigenden Zinsen, die das Leasinggeschäft beeinträchtigen, der hohe Ölpreis und der starke Euro", sagte ein Händler.

Dagegen machte den Finanztiteln vor allem die Unsicherheit um den US-Hypothekenmarkt zu schaffen: Die Aktie der Deutschen Bank ein Prozent ins Minus, und der Allianz-Titel verbilligte sich um 1,4 Prozent. Gewinnmitnahmen führten Börsianer dagegen als Begründung für die Abschläge bei Siemens und MAN ins Feld. Siemens fielen um 1,5 Prozent zurück, während MAN 1,4 Prozent nachgaben.

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