Marktbericht Frankfurt
Dax verliert auf Wochensicht vier Prozent

Der Dax, der am Morgen noch kurz die Marke von 7 000 Punkten übersprungen hatte, büßte im Laufe des Tages zwei Prozent ein und ging mit 6 804 Zählern in das Wochenende. Damit hat der Index in der abgelaufenen Woche über vier Prozent verloren.

HB FRANKFURT. Der Arbeitsmarktbericht habe die Börsianer "auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt", sagte ein Händler. Im Mai wurden dem Arbeitsmarktbericht zufolge zwar weniger Stellen abgebaut, als von vielen befürchtet worden war. Die Arbeitslosenquote stieg aber zugleich auf 5,5 von 5,0 Prozent im April.

Neben den Arbeitsmarktdaten machte den Börsianern vor allem der Anstieg des Ölpreises sowie des Euro Sorgen. Das Barrel US-Öl kostete am Freitag über 134 Dollar und hat sich damit in weniger als 24 Stunden um mehr als sechs Dollar verteuert, und der Euro sprang nach den schwachen US-Daten um über einen Cent auf bis zu 1,57 Dollar.

Besonders Aktien von Unternehmen, die stark von Rohstoffpreisen und dem Exportgeschäft abhängig sind, kamen daraufhin unter Druck. So sackten Lufthansa um 4,5 Prozent ab, und in London verbuchten British Airways einen Abschlag von über acht Prozent. BMW büßten 4,4 Prozent ein, die Aktie von Daimler lag 4,7 Prozent niedriger. Selbst die Titel der europäischen Energiekonzerne konnten sich nicht dem Abwärtssog entziehen: BP fielen um 0,4 Prozent, Total um ein Prozent. Nur Royal Dutch Shell zählte mit einem Plus von 0,1 Prozent zu den wenigen Gewinnern im Stoxx50.

Finanztitel bleibe unter Druck

Finanzwerte standen auf den Verkaufslisten der Händler ebenfalls ganz oben. Nachdem in den vergangenen Tagen die Finanzkrise wieder ins Bewusstsein der Anleger zurückgekehrt sei, "lässt man da lieber noch die Finger von", sagte ein Börsianer. Commerzbank waren Tagesverlierer im Dax und büßten 5,4 Prozent ein.

Auch in London waren Finanztitel nicht gefragt, und Barclays und HBOS zählten mit Abschlägen von sieben beziehungsweise 7,6 Prozent zu den größten Verlierern. Das Papier der Royal Bank of Scotland fiel vor Abschluss der Kapitalerhöhung um 5,2 Prozent. Die Postbank-Aktie notierte 1,6 Prozent tiefer. Nur zeitweise erhielt die Aktie Auftrieb durch Informationen aus Kreisen, wonach der geplante Verkauf der Post-Tochter noch im Sommer über die Bühne gehen dürfte und offensichtlich ein Preis von mehr als zehn Milliarden Euro erzielt werden kann.

Nur wenige Titel konnten sich angesichts der Talfahrt am Nachmittag auf der Gewinnerseite halten. So lag auch Infineon zu Handelsschluss 2,7 Prozent im Minus, obwohl der Titel zunächst noch Aufschläge verbuchte hatte. Der US-Konkurrent National Semiconductor hatte besser als erwartet ausgefallene Zahlen für das vergangene Quartal veröffentlicht. An den US-Börsen honorierten die Anleger dies mit einem Plus von rund sieben Prozent. Siemens gaben um 1,6 Prozent nach und zeigten sich damit immerhin in etwas besserer Verfassung als der Markt. Das Unternehmen hatte angekündigt, sein Aktienrückkaufprogramm am Montag fortzusetzen.

Die einzigen Titel im Dax, die mit Kursgewinnen in das Wochenende gingen, waren Adidas und Thyssen-Krupp: Beide Aktien legten knapp 0,1 Prozent zu. Adidas halfen zuversichtliche Aussagen des CEO, während Thyssen-Krupp von guten Zahlen eines Konkurrenten profitierte.

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