Marktbericht Frankfurt
Dax verteidigt 5900-Punkte-Marke

In einem von strategischen Positionsauflösungen und Gewinnmitnahmen geprägten impulsarmen Handel bewegte sich der deutsche Aktienmarkt am Dienstag lange Zeit im Minus. Letztlich drehte der Dax dann aber doch wieder ins Plus.

HB FRANKFURT. Der Dax überwand zum Handelsschluss die Marke von 5900 Punkten und schloss mit einem Plus von 0,15 Prozent auf 5911,86 Punkte. Auch der MDax der mittelgroßen Werte gewann 0,34 Prozent auf 8672,79 Zähler. Der TecDax legte 0,05 Prozent auf 728,80 Punkte zu.

„Das sind offenbar noch Nachwehen vom Verfall am Freitag. Charttechnisch steht der Dax derzeit auf Messers Schneide. Bei einer größeren Korrektur ist ein Rückgang auf bis zu 5 550 Punkte möglich“, sagte ein Händler mit Blick auf die Verluste im Tagesverlauf. Der freundlichere Handelsverlauf an der Wall Street hat die Stimmung zum Abend hin jedoch verbessert. Sowohl der Dow-Jones-Index als auch der Nasdaq-Composite zogen bis zum europäischen Handelsschluss ins Plus. Der Dow-Jones-Index notierte mit 11 324 Punkten sogar so hoch wie seit Mai 2001 nicht mehr. „Ein solcher Turnaround an der wichtigsten Börse der Welt hilft uns natürlich“, sagte ein Händler.

Unterstützung bekam der Dax zudem vom fallenden Ölpreis. So verbilligte sich ein Barrel (159 Liter) US-Leichtöl auf weniger als 60 Dollar und zerstreute somit Inflationsbefürchtungen. Händler sprachen ansonsten von einem sehr technisch geprägten Geschäft. Am Vormittag hatten noch Gewinnmitnahmen den Dax um rund ein Prozent ins Minus gedrückt. US-Notenbankchef Ben Bernanke hatte zudem am Vorabend die Erwartungen einiger Anleger enttäuscht, die von ihm Signale für ein baldiges Ende der Zinserhöhungsphase in den USA erwartet hatten.

Besonders unter Gewinnmitnahmen litten im Dax die Aktien der Deutschen Börse, die sich um 2,4 Prozent auf 114,43 Euro verbilligten. Die Aktien des Frankfurter Börsenbetreibers hatten zuletzt von den Spekulationen auf große Fusionen in der Branche profitiert und waren bis auf ein Rekordhoch von 119 Euro gestiegen.

Die Aktien der Deutschen Bank verloren 0,5 Prozent, nachdem die Analysten der WestLB ihre Empfehlung eine Stufe auf Add gesenkt hatte. Die Aktien von Daimler-Chrysler gaben knapp 0,3 Prozent ab. Der deutsch-amerikanische Autobauer will seine Verluste schreibende Tochter Smart vorerst nicht verkaufen, sondern die Kleinwagenmarke wieder in die schwarzen Zahlen bringen. „Smart ist alles andere als eine Erfolgsgeschichte. Offenbar glauben manche Anleger nicht an eine Wende“, sagte ein Börsianer. Morgan Stanley senkte seine Empfehlung auf „equal-weight“ von „overweight“.

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