Marktbericht Frankfurt
Dax verteidigt 5 900-Punkte-Marke

Kräftige Kursgewinne der Aktien des LkW-Bauers MAN haben am Donnerstag den Dax gestützt. Der Leitindex beendete nach einer Berg- und Talfahrt den Handel nahezu unverändert bei 5 907 Zählern. In der Spitze war der Auswahlindex bis auf 5 935 Punkte geklettert und notierte damit so hoch wie seit Mitte Mai nicht mehr.

HB FRANKFURT. Aufkommende Zinsängste nach neuen US-Konjunkturdaten drücken den Dax am Nachmittag dann ins Minus. Nach Aussage von Börsianern prägte der große Verfall an den Terminmärkten am Freitag das Marktgeschehen. „Der Hexensabbat wirft seinen Schatten voraus“, sagte ein Händler. Daher seien viele Kursbewegungen nicht mit Unternehmensnachrichten zu begründen. „Morgen ist alles Lotterie“, spielte ein anderer Händler auf den Verfall von Optionen auf Aktien und Indizes sowie die Terminkontrakte auf die Indizes an. Anleger versuchen dann, die Kurse in eine für sie günstige Richtung zu beeinflussen.

Die Gewinnerliste im Dax führten die Aktien von MAN mit einem Plus von 5,1 Prozent an. „Mehrere Analysten haben sich positiv zu einer Übernahme von Scania geäußert. Das treibt den Kurs“, sagte ein Händler. Am Mittwoch hatten Befürchtungen über einen hohen Kaufpreis für den schwedischen Rivalen Scania den Aktienkurs von MAN zum Handelsschluss knapp ein Prozent ins Minus gedrückt. Medienberichten zufolge dürfte der Kaufpreis bei etwa 9,5 Mrd. Euro liegen und damit nicht so hoch wie von einigen Analysten veranschlagt. „Da treffen die Bullen, die die strategische Ausrichtung sehr positiv sehen, auf die Bären, die wegen der Kosten eher pessimistisch für die Aktie gestimmt sind, aufeinander“, erklärte ein Händler das Auf und Ab der Aktie.

Gefragt waren auch die Papiere des Reifenherstellers und Autozulieferers Continental, die 2,4 Prozent zulegten. Nach dem Willen der US-Regierung sollen ab 2009 in Neuwagen Stabilitätssysteme zum Standard gehören, wie sie unter anderm von Conti hergestellt werden.

Verbesserte Chancen auf eine Übernahme des spanischen Versorgers Endesa ließen die Aktien von Dax-Schwergewicht Eon um 0,4 Prozent steigen. Unter dem Druck der EU-Kommission zeigt sich das Industrieministerium in Madrid nun bereit, viele der Auflagen zu ändern, mit denen es bislang einen Endesa-Kauf durch Eon blockiert hat.

Schlusslicht im Dax bildeten mit einem Abschlag von 1,4 Prozent die Papiere des Chemiekonzerns BASF. Händler erklärten dies damit, dass einige Anleger von BASF-Aktien in Lanxess-Papiere umschichteten. Die im Nebenwerteindex MDax notierten Lanxess-Papiere gewannen 1,4 Prozent. Der Chemiekonzern sieht sich nach einer Phase tief greifender Sanierung erstmals nach Übernahmen um. „Die Bandbreite liegt bei einigen hundert Mill. Euro Umsatz bis hin zu ein paar Mrd. Euro“, sagte Konzernchef Axel Heitmann.

Begehrt waren bei den Nebenwerten auch die Papiere von Wincor Nixdorf, die sich um zwei Prozent verteuerten. Der Geldautomatenhersteller hat von der China Construction Bank einen Auftrag über 900 Geldautomaten und Überwachungssoftware erhalten.

Im TecDax brachen die Aktien von Evotec nach einem Rückschlag bei der Erforschung eines Alzheimer-Wirkstoffs zeitweise um bis zu 16 Prozent ein. Den Handel beendeten die Titel der Biotechfirma mit einem Minus von 3,6 Prozent.

>>>> Aktienanalysen des Tages: Aktuelle Einstufungen und Kursziele

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