Marktbericht Frankfurt
Der Dax kratzt am Rekordhoch

Der Dax hat am Mittwoch Tuchfühlung mit seinem im März 2000 markierten Rekordhoch aufgenommen, konnte die historische Marke aber nicht knacken. Bis auf fünf Zähler rückte der Leitindex an sein Allzeithoch von 8 136 Zählern heran, fiel dann aber wieder zurück. Da halfen auch die Gerüchte um Index-Schwergewicht Allianz nicht weiter.

HB FRANKFURT. „Alle wollten es sehen, vielleicht hat es deshalb nicht geklappt“, sagte ein Börsianer. Zum Handelsschluss notierte der Dax bei 8 090 Punkten 0,7 Prozent höher. Auslöser für die Gewinnmitnahmen am Nachmittag waren ein Anstieg der Renditen am Rentenmarkt sowie der verhaltene Handelsstart an der Wall Street. „Hohe Zinsen sind der Killer für die Liquidität“, kommentierte ein Börsianer. Mit den steigenden Renditen werde bald auch die Anlage am Rentenmarkt wieder attraktiver. Dennoch rechnen Börsianer für die nächsten Tage mit einem neuen Anlauf auf die Höchstmarke. „Die Preise sind ambitioniert, aber es ist gerechtfertigt“, sagte ein Händler.

Für Kauflaune sorgten vor allem Spekulationen, die Allianz könnte das Privatkundengeschäft der Dresdner Bank an die Deutsche Bank verkaufen. Aus Finanzkreisen verlautete allerdings, die Allianz spreche nicht mit der Deutschen Bank darüber. Der Aktienkurs der im Dax schwer gewichteten Allianz legte dennoch gut zwei Prozent auf 178,64 Euro zu. Die Aktien der Deutschen Bank verteuerten sich um knapp ein Prozent auf 113,80 Euro. Analysten äußerten sich skeptisch. Für die Allianz würde ein solcher Schritt nur Sinn machen, wenn sie die Kontrolle über die Kunden behalten würde. Händler verwiesen darauf, dass in der Branche seit Monaten hoch gepokert wird: So wetteifern verschiedene Banken um die Übernahme der niederländische ABN Amro. Mit Erleichterung nahmen die Investoren den Kompromiss zwischen der Deutschen Telekom und der Gewerkschaft Verdi im Konflikt um die Auslagerung von 50 000 Service-Mitarbeitern auf. Die T-Aktien stiegen 0,6 Prozent. Die Einigung sieht für die Mitarbeiter bei einer wöchentlichen Mehrarbeit Gehaltssenkungen vor.

Zu den größten Dax-Gewinnern zählten die Titel des Chemiekonzerns BASF mit einem Plus von 1,8 Prozent. Händlern zufolge hat ein Zeitungsbericht, wonach der US-Chemiekonzern Huntsman an den Schweizer Konkurrenten Clariant und Ciba interessiert ist, die Übernahmefantasien im Sektor weiter angeheizt. Durch einen Zeitungsbericht ausgelöste Übernahmespekulationen gaben auch den Lufthansa-Titeln neuen Schwung. Die Aktien stiegen um 2,3 Prozent. Die Titel von Infineon profitierten Händlern zufolge von vagen Spekulationen über den Einstieg eines US-Investors. Größter Verlierer im Dax waren RWE mit einem Abschlag von 1,8 Prozent. Im MDax ragten nach positiven Analystenempfehlungen die Aktien des Anlagen- und Maschinenbauers Gea mit einem Plus von 7,8 Prozent und die des Abfüllanlagenherstellers Krones mit einem Plus von 3,3 Prozent heraus. Gea hatte seine Umsatzprognose erhöht, Krones-Finanzvorstand Hans-Jürgen Thaus kündigte auf der Hauptversammlung einen höheren Gewinn für das Gesamtjahr an.

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