Marktbericht Frankfurt
Deutsche Aktien geben deutlich nach

Das hohe Ölpreisniveau, schwindende Aussichten auf eine Pause im Zinserhöhungszyklus der US-Notenbank sowie Sorgen wegen Nordkoreas Nuklearambitionen haben weltweit die Aktienmärkte belastet. Auch der Deutsche Aktienindex konnte sich dem am Mittwoch nicht entziehen.

HB FRANKFURT. Die wichtigsten deutschen Aktien-Indizes sind am Mittwoch mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Der Leitindex Dax fiel um 1,80 Prozent auf 5625,63 Punkte. Der MDax gab 2,20 Prozent auf 7818,36 Zähler ab, und der TecDax verzeichnete Verluste von 2,76 Prozent auf 653,79 Punkte.

„Eine heute veröffentlichte Umfrage zur Beschäftigung im privaten Sektor deutet darauf hin, dass sich der US-Arbeitsmarkt weiter robust entwickelt“, sagte Postbank-Händler Norbert Pütz. „Das schürt Ängste vor weiteren US-Zinserhöhungen.“ Dieser Statistik zufolge stieg die Zahl der Beschäftigten in den USA im Juni um 368 000. Am Freitag sollen die offiziellen Zahlen zu den Beschäftigten außerhalb der US-Landwirtschaft bekannt gegeben werden. Befragte Analysten rechnen derzeit im Schnitt mit einem Zuwachs von 155 000. Die US-Notenbank hat die Zinsen in den vergangenen beiden Jahren 17 Mal in Folge auf aktuell 5,25 Prozent angehoben.

Der Test einer nordkoreanischen Langstreckenrakete, die nach Einschätzung von Experten auch Ziele in den USA erreichen kann, setzte die Spannungen zwischen dem Westen und dem asiatischen Land wieder in den Blickpunkt der Börsianer. Auf Antrag Japans soll sich der UN-Sicherheitsrat noch am Mittwoch mit dem Thema befassen.

Zu den größten Verlierern im Dax gehörten die Aktien von Continental, die sich um 3,6 Prozent auf 78,40 Euro verbilligten. Händlern zufolge litten die Papiere unter der Gewinnwarnung eines japanischen Konkurrenten. Sumitomo Rubber hatte unter Hinweis auf die stark gestiegenen Rohstoffkosten seine Ergebnisprognose drastisch gesenkt. Conti bekräftigte dagegen seine Gewinnziele.

Unter Verkaufsdruck standen auch die Finanzwerte - allen voran die Aktien der Commerzbank, die sich um 2,9 Prozent auf 28,14 Euro verbilligten. Händler begründeten das Minus mit der Aussicht auf weiter steigende Zinsen in der Euro-Zone. Dadurch werde die Kreditnachfrage gebremst.

Ins Rampenlicht rückte außerdem die Deutsche Börse, nachdem der Chef der US-Terminbörse CME, Craig Donohue, in einem Zeitungsinterview die Gemeinsamkeiten zwischen seinem Unternehmen und der Deutschen Börse unterstrichen hatte. Dadurch gab er Spekulationen über eine transatlantische Fusion neue Nahrung. Die Papiere des Frankfurter Börsenbetreibers gaben im Sog des fallenden Gesamtmarktes ihre Anfangsgewinne wieder ab und schlossen 0,7 Prozent im Minus bei 106,56 Euro.

Im MDax setzten die Titel von Vivacon ihre Talfahrt der vergangenen Wochen fort und verloren 9,4 Prozent auf 14,50 Euro. „Die Aktie ist sehr volatil, und einige Anleger wollen offenbar einfach raus“, sagte ein Händler. In den vergangenen zwei Monaten büßten die Papiere 70 Prozent an Wert ein.

Die Aktien von EADS rutschten um 4,2 Prozent auf 20,53 Euro ab. Im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf seines 20-prozentigen Airbus-Anteils hat der britische Rüstungskonzern BAe Systems eine Buchprüfung bei Airbus angekündigt. Der Wert des Aktienpaketes war von einer Investmentbank wesentlich niedriger angesetzt worden als von Analysten erwartet. BAe will seine Airbus-Anteile an den Haupteigner EADS verkaufen.

Die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere stieg auf 4,03 (Dienstag: 4,01) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,22 Prozent auf 116,26 Punkte. Der Bund Future fiel um 0,43 Prozent auf 114,76 Punkte. Der Kurs des Euro stieg leicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2794 (1,2791) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7816 (0,7818) Euro.

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