Marktbericht Frankfurt
Deutsche Aktien schließen im Minus

Nach gemischt ausgefallenen US- Konjunkturdaten ist der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Der Dax schloss 0,53 Prozent tiefer bei 6 741 Zählern und gab damit einen Teil seiner am Mittwoch erzielten Gewinne wieder ab. Bankaktien wurden durch eine Studie des Beratungsunternehmens Ernst & Young belastet.

HB FRANKFURT/M. Der MDax fiel um 0,55 Prozent auf 8 982 Punkte. Der TecDax sank um 0,74 Prozent auf 795 Punkte. Gegen den Abwärtstrend stemmten sich nach unerwartet guten Quartalszahlen des Schweizer Agrochemiekonzerns Syngenta die deutschen Chemiewerte. Börsianer führten die Kursverluste zudem auf Gewinnmitnahmen zurück. "Der Markt nimmt sich eine Atempause und schaut, wo es dann weiter hin geht", sagte ein Händler. Im Blickpunkt steht die für Freitag erwartete Veröffentlichung von US-Arbeitsmarktdaten. "Bis dahin wird ruhig gehandelt werden", erwartete ein Börsianer.

Auslöser der Verkäufe waren Händlern zufolge Aussagen von US-Notenbankchef Ben Bernanke, der am Vorabend erstmals eingeräumt hatte, dass die US-Wirtschaft im ersten Halbjahr eine Rezession abrutschen könnte. Dennoch habe sich der Dax gut gehalten, sagten Händler. "Das spricht dafür, dass wir die Talsohle bereits gesehen haben", sagte einer.

Das Handelsvolumen im Dax betrug 144 (Mittwoch: 174) Millionen Aktien, der Umsatz 6,0 (7,1) Milliarden Euro.

Etwas Druck kamen auch die Aktien an der Wall Street. Zu Handelsschluss in Europa fiel der Dow-Jones-Index um 0,3 Prozent zurück, während der Nasdaq-Composite um 0,6 Prozent sank. Der S&P500 gab 0,3 Prozent nach.

Auf den Banktiteln lastete neben Gewinnmitnahmen eine Studie des Beratungsunternehmens Ernst & Young. Ihr zufolge machen nicht nur die Subprime-Hypotheken den deutschen Banken zu schaffen. Sie sitzen der Studie zufolge auch auf rund 200 Mrd. Euro an faulen Krediten. Eingetrübt wurde die Stimmung auch von der BayernLB, bei der die Finanzkrise tiefer als erwartet ins Kontor schlug. Die Landesbank bezifferte ihre Belastungen bis Ende März auf 4,3 Mrd. Euro. Im Dax zählten die Aktien von Commerzbank und Postbank mit Kursverlusten von 3,2 beziehungsweise gut zwei Prozent zu den größten Verlierern.

Zu den gefragtesten Werten im Dax zählten die Aktien der beiden Chemiekonzerne Bayer und BASF. Angetrieben wurden die Papiere Händlern zufolge von den Syngenta-Quartalszahlen. Der Schweizer Konzern steigerte seinen Umsatz in den ersten drei Monaten um 20 Prozent. Die Zahlen untermauern nach Einschätzung der Analysten der DZ Bank die günstige Branchensituation in der Landwirtschaft. "Das sind auch gute Nachrichten für die deutschen Wettbewerber BASF und Bayer, die auch von diesem Trend profitieren sollten." Bayer-Titel legten 1,4 Prozent, BASF 0,6 Prozent zu. In Zürich gewannen Syngenta-Aktien mehr als sieben Prozent. An der Dax-Spitze standen mit einem Plus von gut zwei Prozent Linde, wofür Börsianer - bei geringem Umsatz - charttechnische Gründe anführten.

Bei den Nebenwerten stand nach der Bestätigung der Jahresziele für 2008 die Aktien des Motorenherstellers Tognum im Blickpunkt. Die im MDax notierten Titel legten sieben Prozent zu. Dagegen ging die Talfahrt bei den Immobilienwerten weiter. Händlern zufolge weitet sich die Vertrauenskrise am US-Immobilienmarkt allmählich auch auf Deutschland aus. Die Titel von Patrizia Immobilien bauten ihren mehr als zwölfprozentigen Kursrutsch des Vortages um fast acht Prozent aus. Dic Asset büßten 3,8 Prozent ein.

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