Marktbericht Frankfurt Deutscher Aktienmarkt rutscht weiter ab

Der deutsche Aktienmarkt ist am letzten Handelstag dieser turbulenten Woche weiter ins Minus gerutscht. Insbesondere die Finanzwerte haben erneut unter der Unsicherheit über die Auswirkungen der US-Hypothekenkrise gelitten.
Der Dax hat erneut den Rückwärtsgang eingelegt. Foto: dpa. Quelle: dpa

Der Dax hat erneut den Rückwärtsgang eingelegt. Foto: dpa.

(Foto: dpa)

HB FRANKFURT. „Alle Titel, die auch nur im Entferntesten mit Subprime-Hypotheken in Zusammenhang gebracht werden, werden momentan nicht mal mit der Kneifzange angefasst“, sagte ein Händler. Selbst gute Quartalszahlen von der Allianz und der Deutschen Post schafften es nicht, die Anleger wieder an den Markt zu locken. Zusätzlich Druck übten unerwartet schwache US-Daten zum Arbeitsmarkt und dem Dienstleistungsgewerbe aus, die leichte Stabilisierungsansätze des Dax rasch wieder zunichte machten. Auf Wochensicht hat der Dax nach starken Schwankungen aber nur rund 0,3 Prozent verloren.

Mit minus 1,31 Prozent auf 7435,67 Zähler ging der deutsche Leitindex Dax aus dem Handel. Im Wochenverlauf war dies ein Abschlag von 0,2 Prozent. Der MDax der mittelgroßen Werte gab um 1,45 Prozent auf 10 467,94 Punkte nach. Der TecDax stemmte sich gegen den Abwärtssog und schloss mit 0,07 Prozent auf 903,09 Zähler nur leicht im Minus.

„Der Markt bleibt nervös, die US-Immobilienkrise schwebt weiter über uns“, sagte ein Händler. Auch Marktstrategen befürchten, dass das Thema die Börse noch länger beschäftigen wird. „Das Thema ist eher eine Frage von Wochen oder gar Monaten, nicht von Tagen“, sagte Aktienexperte Bernd Meyer von der Deutschen Bank.

Vage Gerüchte über Verwicklungen von Finanzinstituten in die Hypothekenkrise drückten am Freitag gleich mehrere Finanztitel tief ins Minus. Versuche der Unternehmen, diese Befürchtungen zu lindern, halfen den Aktien nicht. „Allein die Andeutung eines Problems reicht in diesem hochsensiblen Markt aus, um eine Aktie unter Druck zu bringen“, sagte ein Händler. „Bankenaktien will im Moment niemand mehr haben“, kommentierte ein anderer Börsianer die Stimmung.

So gaben Hypo Real Estate (HRE) um 6,3 Prozent auf 41,16 Euro nach, gefolgt von der Commerzbank-Aktie, die um 4,2 Prozent auf 29,13 Euro sank. Auch mehrten sich die Gerüchte, dass bei der Deutschen Bank „noch was kommen könnte“, sagte ein anderer Händler. Deren Aktie verbilligte sich um 2,1 Prozent auf 98,39 Euro.

Die im MDax notierte IKB-Aktie konnte sich dagegen dem Abwärtssog entziehen und schloss sogar mit einem Aufschlag von rund vier Prozent auf 12,80 Euro. Das Düsseldorfer Institut hatte mit der Ankündigung, sich am US-Markt für zweitklassige Darlehen verspekuliert zu haben, am Montag den deutschen Anlegern die möglichen Auswirkungen der US-Krise in Deutschland drastisch vor Augen geführt. Die Aktie war daraufhin eingebrochen: Vor wenigen Tagen noch hatte der Titel über 20 Euro gekostet. Die bundeseigene Förderbank KfW als Hauptaktionär der IKB musste der Bank eine Kreditlinie von 8,1 Mrd. Euro einräumen, um eine Schieflage zu verhindern.

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