Marktbericht Frankfurt
Die Bullen übernehmen das Ruder

Im Ringen um die umkämpfte 8 000er-Marke im Dax haben sich die Bullen am Aktienmarkt am Dienstag durchgesetzt. Weit vorne rangierten Aktien des weltgrößten Druckmaschinenherstellers Heidelberger Druck, auch der Autosektor legte zu. Federn lassen musste dagegen SAP.

HB FRANKFURT. Der Leitindex schloss 1,16 Prozent im Plus bei 8050,68 Punkten. Auch an der Wall Street öffneten die Börsen im Plus. „Der Aderlass gestern war vielen zu heftig, und einige Anleger nutzen den Rückgang, um neu einzusteigen“, sagte ein Börsianer am Dienstag. Bullen stehen an der Börse für Optimisten. Ihre Gegenspieler sind die Bären - die Pessimisten.

An der Börse Börse in New York wurde schon am Tag vor dem Unabhängigkeitsfeiertag kürzer gehandelt. Die Schlussglocke läutet nur eineinhalb Stunden später als in Europa. Am 4. Juli bleiben die Börsen in den USA traditionell geschlossen.

Heidelberger Druck verteuerten sich um 6,55 Prozent auf 38,54 Euro. Als Grund führten Händler den Einstieg des Hedgefonds Centaurus bei dem Unternehmen an. „Das schürt Fantasien“, sagte ein Börsianer. Centaurus hat sich ein rund 160 Mill. Euro schweres Paket von fünf Prozent an Heidelberger Druck gesichert.

Hoch im Kurs blieb der Autosektor, obwohl die Branche ihre Erwartungen für das laufende Jahr noch einmal zurückgeschraubt hat. VW-Aktien legten mit einem Plus von 2,99 Prozent auf 120,60 Euro am deutlichsten zu. „Fundamental gesehen ist VW weiter sehr günstig, und ich denke, dass wir Kurse um 130 oder 140 Euro in absehbarer Zeit sehen werden“, sagte ein Händler. „Und dann kann man ja immer wieder darüber spekulieren, ob Porsche nun weiter zukauft.“

Von einem Analystenkommentar profitierten die Titel des Nutzfahrzeugherstellers MAN mit einem Plus von 4,14 Prozent auf 111,75 Euro. Das sicherte ihnen den Spitzenplatz im Dax. Goldman Sachs hat die Aktien in eine Empfehlungsliste aufgenommen. Ebenfalls weit oben in der Gunst der Investoren standen nach einer Analystenempfehlung Siemens, die sich um drei Prozent auf 109,64 Euro verteuerten.

Mit spitzen Fingern fassten viele Anleger die SAP-Aktie an. Der Walldorfer Softwarekonzern hatte auf eine Klage des US-Konzerns Oracle hin eingeräumt, dass seine US-Tochter TomorrowNow unrechtmäßig auf Daten des Konkurrenten zugegriffen hat. Die Aktie gab 2,1 Prozent auf 37,19 Euro nach. „Wer Larry Ellison kennt, wird wissen, dass SAP nicht so einfach davonkommt“, sagte ein Börsianer mit Blick auf den als angriffslustig geltenden Oracle-Chef.

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Im Nebenwerteindex MDax deckten sich Anleger mit Papieren aus dem Immobiliensektor ein. „Die Investoren setzen auf Aktien, die zuletzt zurückgeblieben waren“, sagte ein Händler. Immobilienwerte wurden in den vergangenen Wochen wegen steigender Zinsen und der Krise am US-Hypothekenmarkt weitgehend gemieden. Patrizia Immobilien schnellten um 6,7 Prozent auf 13,68 Euro nach oben. Papiere der Gagfah gewannen in der Spitze 3,6 Prozent. Die im Kleinwerteindex SDax enthaltenen Aktien der DIC Asset verteuerten sich nach einer erhöhten Gewinnprognose um 3,34 Prozent auf 26,61 Euro.

Gegen den Trend der Branche gab das Papier der Deutsche Wohnen um 6,26 Prozent auf 36,56 Euro nach. Die Immobilienfirma senkte wegen eines Zukaufs ihre Gewinnprognose. Der Kauf des Berliner Wohnungsunternehmens Gehag wurde von Analysten als zu teuer bewertet.

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