Marktbericht Frankfurt Durchatmen am deutschen Aktienmarkt

Der Erholungskurs des Dax vorerst hält an, doch die Skepsis auch. Anleger hatten heute insbesondere das morgige Gipfeltreffen im Blickpunkt. EZB-Zahlen und US-Börsen gaben leichte Impulse.
Update: 15.08.2011 - 17:54 Uhr 42 Kommentare
Händler an der Börse Frankfurt: Heute war es vergleichsweise ruhig. Quelle: dapd

Händler an der Börse Frankfurt: Heute war es vergleichsweise ruhig.

(Foto: dapd)

FrankfurtDer Dax hat einen freundlichen ersten Handelstag hinter sich. Am Vormittag erreichte er einen Höchststand von 6.106 Punkten. Im Laufe des Nachmittags bröckelten die Gewinne ab und der Dax schloss 0,41 Prozent fester bei 6.022 Punkten.

Die Meldung der EZB, dass sie vorige Woche für 22 Milliarden Euro europäische Staatsanleihen gekauft habe und die positive Eröffnung der US-Börsen gaben dem Dax um 16:30 Uhr kurzfristig noch leichten Aufwind bis zu einem Plus von 1,3 Prozent.

Für den MDax ging es 1,3 Prozent auf 9.318 Punkte nach oben. Der TecDax für Technologiewerte schloss 1,4 Prozent fester auf 756 Punkte. Seit dem tiefsten Stand seit Juli 2009 am vergangenen Dienstag sprang er damit bereits um fast 19 Prozent an.

Für einen gewinnreichen Start trugen vor allem gute Vorgaben aus Übersee bei. In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,3 Prozent fester bei 9086 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index legte bis Handelsschluss ebenfalls mehr als ein Prozent zu auf 777 Zähler.

Die Börsen in den Krisenländern Italien und Spanien legten ebenfalls zu. „Aber die Sorgen, die zu dem Ausverkauf geführt haben, sind nicht verschwunden“, warnten die Analysten von Close Brothers Seydler Bank. Jede neue Entwicklung hinsichtlich der finanziellen Stabilität er europäischen Staaten oder der USA könne schnell wieder zu neuen Unsicherheiten führen.

„Wir sind nur eine schlechte Meldung von markant niedrigeren Kursen entfernt“, fasste ein Händler die andauernde Unsicherheit zusammen. „Das hängt alles am seidenen Faden.“

Entsprechend gering waren die Umsätze. Zwar zogen – nicht zuletzt auch dank der Leerverkaufsverbote in einigen europäischen Ländern - die Bankenwerte meist wieder an. Doch sahen Händler darin vor allem eine technisch bedingte Erholung.

MAN-Aktien gingen als Dax-Spitzenreiter mit einem Plus von 4,3 Prozent aus dem Handel. Deutsche Bank und Commerzbank zählten mit Gewinnen von 2,2 und 3,3 Prozent ebenfalls zu den großen Gewinnern. Die französischen Finanzwerte erholten sich ebenfalls. „Die Märkte - und vor allem die Bankenwerte - waren völlig überverkauft, schon allein aus dieser Sicht ist eine leichte Erholung überfällig“, erklärte ein Händler. Die Bankenwerte hatten in der Vorwoche zu den größten Verlierern gezählt: Societe Generale hatten elf, Deutsche Bank neun Prozent eingebüßt.

Zu den Dax-Gewinnern zählten neben den Banken die Aktien von Eon mit einem Plus von drei Prozent. Die Titel waren in der vorigen Woche im Sog enttäuschender Quartalszahlen um 14 Prozent abgesackt. Acht Jahre nach der umstrittenen Übernahme von Ruhrgas will der Energiekonzern Kreisen zufolge das Unternehmen zerschlagen. Der Versorger erwäge einen Verkauf der Ruhrgastochter Open Grid Europe.

Vorne mit dabei waren zu Handelsbeginn auch wieder ThyssenKrupp, drehten jedoch im Laufe des Tages und schlossen unverändert bei 24,71 Euro. Sowohl JPMorgan als auch die Deutsche Bank hatten zuvor zwar ihre Kursziele für die Stahlaktien gesenkt, mit 40 beziehungsweise 44 Euro blieben sie aber deutlich über dem aktuellen Kursniveau. Größter Dax-Verlierer sind die Werte von VW mit einem Abschlag von 2,47 Prozent.

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42 Kommentare zu "Marktbericht Frankfurt: Durchatmen am deutschen Aktienmarkt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @schaf Das hatte ich bei meiner Überlegung schon berücksichtigt. Ein anderes beispiel, tsunami, fukushima Japan. Kursrutsch von voestalpine von 35 euro auf 27 euro, macht keinen Sinn, die Stahlbauer sind für den Wiederaufbau gefragt, müsste eigentlich das Gegenteil eintreten. Wenn ich hier gerade die anderen "Kommentatoren" lese, wie stolz sie auf ihr Pokerspiel sind, dann unterstützt das meine Meinung über Börse=Kasino. Ein Spiel ist es geworden, mehr nicht mehr

  • Dow gleich beim 62 RT vom letzen Aufwärtsschub. ich glaub ich kann nicht widerstehen. Dax long. Range Traden kann ich zwar nicht, aber ich versuchs dennoch

  • @verkerob. Ich habe die Füße ebenfalls stillgehalten und warte weiter ab. Is schwierig, sich zu positionieren...

  • Tach die Herren,

    @ Inliner: Jupp, bin nach der Tagesschau long rein. Heute morgen hatte ich das TP-Limit bei 6100 gesetzt.

    short-Limit wurde ja deutlich verfehlt. jetzt bleib ich erst einmal an der Seitenlinie und warte ab. Dow will ja irgendwie rauf. Ganz grob: wenn der Dow ~11750 erreicht dann short im Dax. sollten dann ~6200 sein. Heute aber wohl nicht mehr!

  • das ist nur zum teil korrekt minesweaper...klar sind derartige kursstürze solider, deutscher unternehmen zum teil übertrieben - wenn es allerdings in einem anderen teil der welt kriselt, leiden deutsche unternehmen, die sehr vom export abhängig sind natürlich auch darunter...

  • Close bei 6065. Erstmal Fuesse stillhalten jetzt.

  • Wette verloren, die Zahlen sind ja mal mies...

  • Wette mit einer mini position auf Empire State Manufacturing Index. Mal schauen obs klappt

  • Erinnert mich alles an die Zeit vor drei Jahren (Finanzkrise). Kursrutsch ohne Ende.
    Z.B. eine MAN Aktie damals 40.-Euro wert und die Auftragsbücher voll. Was beeinflusst in der Realität die Lehman-Bank-Pleite ein Unternehmen wie MAN ? Reichlich wenig bis gar nicht.
    Bis vor 3 Wochen war der Kurs rund 95.-Euro, dann in zwei Wochen auf 58.-Euro. Kann eine MAN in zwei Wochen 30% weniger Wert sein ?
    Das ist doch keine Börse mehr die Unternehmenswerte handelt, sondern ist nur noch ein großes Kasino mit Spielern mit Hasardeuren.
    VW wird sich freuen und jetzt billig die MAN Aktien zukaufen.

  • Und wieder aufwärts: EK 1,57 - VK 1,65
    jeweils MQ488W und MQ48G3

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