Marktbericht Frankfurt
Euphorie am deutschen Aktienmarkt lässt nach

Der Dax hat am Donnerstag seinen Anstieg fortgesetzt – allerdings mit wesentlich weniger Schwung als am Vortag. Am Abend wies die Kurstafel an der Frankfurter Börse ein Plus von 0,5 Prozent auf 7 765 Punkte auf. Neben Merck, Thyssen -Krupp und Siemens waren es vor allem die Finanzwerte, bei denen die Anleger zugriffen.

HB FRANKFURT. Nach den starken Kursgewinnen vom Mittwoch sei es nun eher ruhig zugegangen, sagten Händler. Am Mittwoch hatte der Dax – beflügelt von starken Finanzaktien – 2,6 Prozent zugelegt. "Diese Bewegung hat mich sehr überrascht“, sagte Susanne Lahmann, Analystin bei der Bremer Landesbank. "Fundamental ist das schwer zu erklären.“ Am Markt werde eine mögliche Zinssenkung in den USA gefeiert – aber diese sei Ausdruck der erwarteten Wachstumsabschwächung der US-Wirtschaft. "Ich kann mir deswegen nicht vorstellen, dass die Freude lange anhält“, sagte die Analystin.

An die Spitze der 30 Dax-Werte setzte sich die Thyssen-Krupp -Aktie mit einem Kursgewinn von 2,3 Prozent auf 38,67 Euro. Händler begründeten dies mit Übernahmegerüchten. "Posco will angeblich 54 Euro für Thyssen -Krupp bieten“, sagte ein Börsianer. Der südkoreanische Stahlkonzern wies das aber als "haltlose Spekulation“ zurück – und das nicht zum ersten Mal: Bereits am 10. November hatte Posco ein Interesse verneint.

Auch Merck gehörten mit einem Aufschlag von 2,2 Prozent auf 87,41 Euro zu den größten Gewinnern im Dax. Wie Merck mitteilte, haben neuen Studiendaten zufolge mit dem Merck -Medikament Erbitux behandelte Darmkrebspatienten bessere Chancen auf eine operative Entfernung von Lebermetastasen.

Deutlicher machte sich im Dax jedoch das Plus von 1,5 Prozent auf 101,95 Euro bei dem Index-Schwergewicht Siemens bemerkbar. Händler zufolge profitierte die Aktie von den angekündigten Umstrukturierungen. Denn Siemens-Chef Peter Löscher hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt: Der Konzern solle nicht nur weltweiter Technologieführer sein, sondern auch "Weltspitze bei der Ertragskraft“. Der Konzerngewinn soll im laufenden Geschäftsjahr weiter steigen, und auch seine Pläne für einen bis zu zehn Milliarden Euro schweren Aktienrückkauf bekräftigte der neue Konzernchef in München. "Das sind ehrgeizige Ziele, die allerdings so erwartet wurden“, sagte ein Händler.

Auch viele der Finanzwerte im Dax wurden wieder gekauft. "Die am stärksten geprügelten Werte haben das größte Aufwärtspotenzial“, sagte ein Börsianer. Allerdings griffen die Investoren selektiv zu. "Es sind die Aktien von Banken gefragt, die offenbar am wenigsten von der Subprime-Krise betroffen sind“, fuhr er fort. Commerzbank gewannen 1,7 Prozent auf 25,97 Euro. Doch nach wie vor hängt die US-Hypothekenkrise wie ein Damoklesschwert über dem Markt. "Es sind noch immer viele Skeptiker im Markt, die auf den nächsten Subprime-Schlag warten“, sagte ein Händler. Deshalb sei auch zweifelhaft, ob es noch zu einer Weihnachtsrally kommen werde.

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